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Gedicht

Gegen den Wahren Feind

Stalingrad 1943

Soldaten, es hat sich ausmarschiertl
Die Herren haben zu früh triumphiert.
Nun müßt ihr rückwärts in Eis und Schnee,
Denn jetzt marschiert die Rote Armee –
Vorwärts!

Da helfen Kanonen und Panzer nicht mehr.
Aus klammen Händen fällt das Gewehr.
Aus allen Dörfern, aus jedem Haus,
Aus allen Löchern müßt ihr heraus –
Rückwärts!

Der Tag der großen Vergeltung naht.
Weh dem, der nicht sein Verhängnis sieht!
Der drohende Name Stalingrad
Wird euch verfolgen, wohin ihr flieht.

Dahin hat Hitlers Krieg euch geführt,
Daß ihr am Wege ruhmlos krepiert.
Wem das gefällt, der möge krepieren!
Doch die es satt sind, Betrogne zu sein,
Die müssen den Weg zur Freiheit marschieren.
Und der führt mitten nach Deutschland hinein –
Rückwärts!

In eurer Hand liegt euer Geschick.
Habt ihr euren Feind erst erkannt
Dann zieht ihr nicht als Geschlagne zurück,
Ihr zieht als Befreier ins Land.
Dort zittert der Feind. Keine Gnade für ihn!
Dann heißt das Kommando:
Zum Sturm auf Berlin!

Vorwärts!

Erich Weinert
aus Memento Stalingrad

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