KAZ-Fraktion: „Ausrichtung Kommunismus”
Im Folgenden wollen wir uns mit der Kritik auseinandersetzen, die an der Volksbefreiungsarmee (VBA), vor allem an ihrer Rolle während der Kulturrevolution geübt wird. Häufiger Ausgangspunkt der Kritik an der VBA während der Kulturrevolution ist zuerst einmal die Tatsache, dass den Revolutionskomitees, den sog. „revolutionären Dreierverbindungen“ immer auch ein Vertreter des Militärs angehörte.
Die Revolutionskomitees, die 1967 nach dem Januarsturm in Schanghai gegründet wurden (vgl. KAZ 321 S. 16 f.), bildeten von 1967-1976/77 die neuen Machtorgane Chinas. Notwendig wurden diese neuen Machtorgane, weil im Verlauf der ersten Phase der Großen Proletarischen Kulturrevolution deutlich wurde, dass die Machthaber in Partei und Staat, die den kapitalistischen Weg gehen wollten, nicht bereit waren, sich von den Massen kritisieren oder davon überzeugen zu lassen, dass der Weg, den sie eingeschlagen haben, letzten Endes der Bourgeoisie half und damit Restaurationsbestrebungen des Kapitalismus Vorschub leistete. Im Gegenteil: diese Machthaber ließen nichts unversucht, um die Massen, die Parteikader und -mitglieder, sowie alle Revolutionäre zu täuschen, anzugreifen und zu unterdrücken – bis hin zu Sabotageakten an Industrieanlagen, Elektrizität, u.a. Solche Aktivitäten unternahmen diese großen und kleinen chinesischen Chruschtschows und Gorbatschows um ihre Positionen, ihre Stellungen, ihre Posten zu behalten und um weiterhin in Richtung Kapitalismus zu steuern. Sie trieben die Auseinandersetzungen soweit, dass sie Widersprüche, die zwischen ihnen und der Mehrheit der chinesischen Gesellschaft bestanden, keine Widersprüche im Volk mehr waren (d.h. nicht-antagonistische Widersprüche, die sich ohne Anwendung von Gewalt, nur mit den Methoden der Kritik und Diskussion lösen lassen), sondern diese zu Widersprüchen zwischen uns und dem Feind umschlugen (damit zu antagonistischen Widersprüche wurden, die notfalls auch mit Gewalt gelöst werden müssen). Der Januarsturm war die Antwort der Arbeiter, Bauern und revolutionären Intelligenz, sowie der Parteimitglieder und -kader, der Rotgardisten und aller Frauen und Männer, die dem Revisionismus Einhalt gebieten wollten und die Restauration des Kapitalismus in China stoppen wollten. Mit den Auseinandersetzungen in Schanghai und in ganz China, die dem Januarsturm vorausgingen, wurde auch deutlich, dass der alte Staatsapparat und die Regierungsstruktur nicht mehr taugte[1] , um „Kampf – Kritik – Umgestaltung“, um „Große Debatten“ und um die „Große Demokratie“ zu verwirklichen. Die chinesischen Genossen suchten nach Machtorganen, denen ein „allgemeines Wahlsystem ähnlich dem in der Pariser Kommune“ zugrunde lag[2]. Sie erprobten im ganzen Land verschiedene Formen von Sowjets, bzw. Räten, aber erst der revolutionäre Kampf im Winter 1966/67 brachte die passende Form hervor: „Als jetzt die Revisionisten in der Führungsschicht entmachtet wurden und neue Regierungs- und Verwaltungsstrukturen entstanden, die den Forderungen und Bedürfnissen der Massen eher entsprachen, tauchte der Begriff des ,Revolutionskomitees’ auf. (...) Das Revolutionskomitee setzte sich aus den gewählten Vertretern dreier Gruppen zusammen: den revolutionären Massenorganisationen (...), den revolutionären Kadern aus dem alten Regierungsapparat (...) und den Offizieren und Soldaten der VBA (...).“[3] Joachim Schickel beschreibt die Revolutionskomitees wie folgt: „Es besteht in Schulen aus 1. Delegierten der Schüler und Lehrer, 2. Der Gruppe der Propagierung des Mao Tsetung-Denkens, 3. Den Vertretern der Arbeiter und Angestellten; an Universitäten setzt es sich ähnlich zusammen. Es besteht in einer Wohnsiedlung aus 1. Hausfrauen, 2. Propagandisten des Mao Tsetung-Denkens, 3. Pensionären. Es besteht in einer Fabrik aus 1. Arbeitern und Angestellten, 2. Mao-Propagandisten und 3. Technikern.“[4] Aufmerksame Leserinnen und Leser werden fragen, wo denn in Schickels Beschreibung der Revolutionskomitees nun die Soldaten bleiben – sie sind unter der Bezeichnung „Propagandisten des Mao Tsetung-Denkens“ zu finden.
Aus Platzgründen können wir an dieser Stelle nicht die Entstehungsgeschichte der VBA im Einzelnen nachzeichnen, auch lässt es der Platz nicht zu, spezifischer auf die Charakteristika von Armeen einzugehen. Wir werden uns daher beschränken müssen.
Die VBA wurde 1927 als eine Rote Armee gegründet. Das bedeutet konkret: die junge, 1921 illegal gegründete Kommunistische Partei Chinas gründete die Rote Armee als bewaffneten Arm der Partei, sie rief Arbeiter und Bauern dazu auf, ihre Arbeitskleidung in – soweit vorhanden – Armeekleidung umzutauschen, sie forderte alle Kommunistinnen und Kommunisten, alle Revolutionäre und Patrioten auf, sich der chinesischen Roten Armee anzuschließen, die den Imperialisten und ihren Lakaien den Krieg erklärt hatte. Diese Armee war keine Armee von in Uniformen gepresster, gedrillter Proleten und Bauern gegen das Volk, sie war eine Armee aus dem Volk und für das Volk: diese Armee war eine Armee des Volkes!
In den revolutionären, antikolonialen und antiimperialistischen Kriegen gegen den britischen, französischen und japanischen Imperialismus, im Bürgerkrieg gegen Chiang Kai-Shek und gegen alle anderen Warlords, Helfershelfer und Diener der Imperialisten wuchs diese Armee mit dem Volk und durch das Volk, verjagte die ausländischen Räuber, trieb die Chiang Kai-Shek-Clique auf die Insel Taiwan.
Im revolutionären Krieg für ein freies, unabhängiges und sozialistisches China war diese Volksarmee nicht nur eine kämpfende Armee. Siege sollten nicht nur an der militärischen Front errungen werden[5], sondern auch in der Landwirtschaft der befreiten Stützpunktgebiete, in der Produktion, beim Aufbau von Akademien und Schulen, aber auch auf dem Gebiet der Kultur. Es zeigte sich an Erfolgen an diesen nicht-militärischen Fronten, dass es eben Arbeiter, Bauern, Intellektuelle, Kommunisten, usw. in Uniform waren, die dort in den von ihnen befreiten Gebieten arbeiteten. Geführt wurde diese Armee von der Kommunistischen Partei. Dies stellte Mao Tsetung 1938 nochmals unmissverständlich fest: „Unser Prinzip lautet: Die Partei kommandiert die Gewehre; die Gewehre dürfen unter keinen Umständen die Partei kommandieren.“[6]
Zudem gibt es auch eine lange demokratische Tradition innerhalb der VBA: die Freiheit für jeden Soldaten sich jederzeit zu versammeln und miteinander zu diskutieren (auch und vor allem im Rahmen von kleinen Einheiten kurz vor Kampfeinsätzen, um alle vorhandenen Erfahrungen auszuschöpfen und die richtige, bestmögliche Taktik zu wählen), Wahl von Soldaten-Komitees, Verbot von Prügel oder Demütigungen waren bereits vor der Befreiung 1949 in der Armee fest verankert.
Auch der „Drei-und Acht-Arbeitsstil“[7] , der für alle Soldaten galt, ist für eine Armee so bemerkenswert antimilitaristisch, denn er besagt: „1. Politisch fest und richtig orientiert, 2. Bei der Arbeit sorgfältig und schlicht; 3. In der Strategie und Taktik beweglich“ und „Einheitsgeist, Einsatzfreudigkeit, Ernsthaftigkeit, Lebhaftigkeit“. Ebenso die Auszeichnung für Kompanien, die als sog. „Vier-Gut-Kompanien“ ausgezeichnet wurden. Dies ist eine Auszeichnung, die nicht den Kadavergehorsam pflegt, sondern sein Gegenteil: „1. Gute politische und ideologische Arbeit; 2. Guten „Drei-und-Acht-Arbeitsstil“; 3. Gute militärische Ausbildung; 4. Gute Organisation im Alltagsleben“.
Nach 1949: Die VBA war keine und wurde auch zu keiner Wehrpflichtigenarmee – sie suchte sich selbst ihre Rekruten aus. Und ihre Tätigkeit war nicht darauf begrenzt China zu schützen, sondern auch produktive Tätigkeit, politische Bildung und – für uns Antimilitaristen sehr ungewöhnlich – Kulturarbeit[8] zu leisten.
Von großer Bedeutung ist daneben die Bildung, Ausbildung und Ausbreitung von Volksmilizen – auf dem Land, in den Fabriken, in Universitäten und Schulen. Die Bedeutung dessen liegt in dem Element der Ablösung eines stehenden Heeres durch die allgemeine Volksbewaffnung. Ähnlich, wie bspw. die Betriebskampfgruppen der DDR ist das ein wichtiger Schritt zum Abbau des Staatsapparates im Sozialismus – ohne dabei die Verteidigungsfähigkeit der Diktatur des Proletariats zu gefährden. Beides – der Abbau des Staatsapparates und seiner Repressionsorgane und Fähigkeit zur Verteidigung gegen die feindlichen kapitalistisch-imperialistischen Nationen – ist in letzter Instanz durch die allgemeine Volksbewaffnung zu erreichen. Volksmilizen, Betriebskampfgruppen sind große Schritte in die bereits von Marx und Engels gewiesene Richtung.
Die VBA war in den 50er und 60er Jahren, wie alle anderen Bereiche in China, Schauplatz des Kampfes zweier Linien. Der damalige Verteidigungsminister Peng Dehuai versuchte zwischen 1955 und 1965 die VBA zu einer „regulären Armee“ umzumodeln. Er war die treibende Kraft hinter der Einführung einer Grußpflicht innerhalb der Armee, des Parademarsches und der Einführung von Schirmmützen, Schulterklappen, Orden, usw. usf.. Unter seinem Befehl gab es Privilegien, Sonderrechte und höhere Besoldung für Offiziere, sowie prächtige, maßgeschneiderte Offiziersuniformen – ganz zu schweigen von den bunt-pompösen Marschalluniformen. Schließlich war Peng Dehuai dafür mitverantwortlich, dass 1955 das erste Mal in der Geschichte der chinesischen Streitkräfte Rangabzeichen eingeführt wurden!
All dies wurde nach Absetzung Peng Dehuais 1959 und der Ernennung Lin Biaos zum Verteidigungsminister wieder rückgängig gemacht. Eine der ersten Anweisungen war die „Direktive über die Intensivierung der politischen und ideologischen Arbeit in den Streitkräften“ aus dem Jahr 1960[9]. Später, 1964, folgte der „Beschluss über die Erziehungsarbeit in der VBA“, ein Beschluss, der nochmals die ideologische und politische Arbeit für alle Armeeangehörigen hervorhob; der des Weiteren eine engere Beziehung der Führungskader und Kommandeure zu ihren Mannschaften einforderte (regelmäßiger Kontakt um die Arbeit „vor Ort“ zu beobachten, gleichzeitig zur Förderung eines demokratischen Führungsstils); es sollten die sog. „Vier Ersten“ gelten: 1. In den Beziehungen zwischen den Menschen hat der Mensch Vorrang vor Waffen; 2. bei allen Tätigkeiten soll die politische Arbeit Vorrang haben, 3. Innerhalb der politischen Arbeit hat die ideologische Arbeit den Vorrang, 4. Innerhalb der ideologischen Arbeit hat die schöpferische ideologische Arbeit Vorrang.[10]
Die Abschaffung der Rangabzeichen entsprach dabei keiner Form ultralinker „Gleichmacherei“ und war auch kein Formalismus. Die chinesischen Genossen sahen darin gemäß ihrer „Massenlinie“ eine Revolutionierung der Armee und begründeten dies u. a. so: „Die Abschaffung der sichtbaren Rangunterschiede dient dazu, die Bedingungen zu beseitigen, die Ideen von Rang, Ruhm und persönlichem Interesse fördern; sie hilft den Leuten, sich bewusster als gewöhnliche Soldaten und gewöhnliche Arbeiter zu betrachten und sich selbst ideologisch umzuwandeln; ferner stärkt sie die Ideologie des dem Volk aufrichtigen Dienens.“[11]
Auf den Verteidigungsminister Lin Biao geht auch die Herausgabe der Zitatensammlung „Worte des Vorsitzenden Mao Tsetungs“ zurück. Weisungen und Zitate aus Reden und Schriften des Vorsitzenden sollten als kompakte Sammlung in einem handlichen „kleinen roten Buch“ den VBA-Soldaten das Studium des Mao Tsetung-Denkens erleichtern. 1965 erstmals nur für die Armee herausgegeben gelangte es zuerst in China selbst während der Kulturrevolution zur Berühmtheit und wurde in hohen Auflagen gedruckt (viele Zitate und Schriften Mao Tsetungs waren bis dahin unveröffentlicht und vielen Chinesen unbekannt) und später auf der ganzen Welt bekannt.
Zu guter Letzt sei noch auf zwei Disziplinbestimmungen hingewiesen, die in der VBA seit dem Revolutionären Bürgerkrieg galten und das Verhalten aller Soldaten zu ihresgleichen, zum Volk und zu den Massen, vor allem auch später während der Kulturrevolution bestimmten. Die Drei Regeln der Disziplin: „1. Befolgt bei all euren Handlungen die Befehle, 2. Nehmt der Bevölkerung nicht eine Nadel und nicht einen Faden weg; 3. Liefert jede Kriegsbeute ab.“[12] Sowie die Acht Punkte zur Beachtung: „1. Sprecht höflich; 2. Zahlt ehrlich für alles, was ihr einkauft; 3. Gebt alles, was ihr borgt, zurück; 4. Bezahlt alles, was ihr beschädigt habt; 5. Werdet nicht handgreiflich und beschimpft niemanden; 6. Beschädigt nicht die Ernte; 7. Nehmt euch keine Freiheiten gegen Frauen heraus; 8. Misshandelt keine Gefangenen.“[13]
Die VBA spielte in der Großen Proletarischen Kulturrevolution eine wichtige Rolle und konnte sie nur deshalb spielen, weil sie eben keine „reguläre Armee“ war und alle Versuche, sie in diese Richtung zu drängen, fehlgeschlagen waren.
Der VBA kam während der Kulturrevolution in erster Linie die Aufgabe zu, die Landesverteidigung aufrecht zu erhalten, damit diese Revolution ungefährdet und ungestört von außen durchgeführt werden konnte.
Im Inneren galt in der Anfangsphase der Kulturrevolution für die VBA damals der „Vier-Nicht-Befehl“: 1. Nicht wütend werden; 2. nicht auf Beschimpfungen reagieren; 3. nicht wehren und 4. nicht schießen. „Ministerpräsident Chou [Enlai] erklärte dem amerikanischen Journalisten Edgar Snow, in dieser Phase seien viele Tausende von Soldaten verwundet worden, aber sie hätten diesen Befehl trotzdem befolgt.“[14]
In der Phase zwischen 1967- 1971 bestand die Hauptaufgabe der VBA darin „die wahrhaft proletarischen revolutionären Gruppen aktiv zu unterstützen und den Rechten entschlossenen Widerstand entgegensetzen“, mit möglichst wenig Anwendung von Gewalt. Zweitens wichtige Einrichtungen (Wasser-, Stromversorgung, usw.) zu schützen, drittens die Macht der neu gebildeten Revolutionskomitees zu schützen, bzw. Hilfestellungen beim Aufbau von Revolutionskomitees zu geben. Über zwei Millionen VBA-Soldaten waren damals für diesen Auftrag im Einsatz.
Der „Vier-Nicht-Befehl“ der Anfangsphase wurde also später durch die Politik der „Drei Unterstützungen und zwei militärische Aufgaben“ ersetzt: Die VBA soll die Industrie, Landwirtschaft und revolutionäre Linke unterstützen und helfen mit militärischer und politischer Ausbildung, wo es nötig sei. Die Befehle und Aufgaben, wie bspw. die Mitarbeit in den Revolutionskomitees galten dabei immer auch für alle Milizionäre. Die Arbeit, die die VBA-Angehörigen in der Kulturrevolution und in den Revolutionskomitees leisteten, war alles andere als „nur“ militärisch oder militaristisch. Armee ist nicht gleich Armee und hier war eine Armee aktiv, die ihrem Namen in der Praxis Rechnung trug: Volksbefreiungsarmee. Zuletzt noch ein Zeugnis, das ein Ex-Brigadegeneral der US-Marine der VBA bereits 1965 ausstellte: „Die chinesischen Streitkräfte sind in vieler Hinsicht ohne Beispiel. Die VBA hilft in Industrie und Landwirtschaft, beim Straßen- und Eisenbahnbau, bei der Errichtung von Dämmen, Kanälen und Bewässerungsprojekten. Sie ist eine ständig einsatzbereite, disziplinierte, arbeitende Truppe, die in jedem Notfall verwendet werden kann. Sie baut einen großen Teil ihrer Nahrungsmittel selbst an, züchtet Schweine, Hühner und Enten und geht, so es die Lage erlaubt, auf die Jagd und zum Fischen. Die Armee stellt auch ihre eigenen Schuhe, Uniformen und ihr Bettzeug selbst her, sie baut ihre eigenen Unterkünfte und hält alle Anlagen selbst in Stand.“[15] Es besteht kein Zweifel, dass diese Soldaten die Worte des Vorsitzenden Mao Tsetung ernst genommen haben: „Diese Armee ist dadurch stark, dass die Menschen, die in sie eintreten, Menschen mit einer selbstbewussten Disziplin sind. Sie haben sich vereinigt und kämpfen nicht für die eigensüchtigen Interessen einer Minderheit oder einer erpresserischen Clique, sondern für die Interessen der breiten Volksmassen und die Interessen der gesamten Nation. Sich eng mit dem chinesischen Volk zusammenschließen, mit ganzem Herzen und voller Entschlossenheit dem chinesischen Volk dienen, das ist das einzige Bestreben dieser Armee.“[16]
KAZ-Fraktion „Ausrichtung
Kommunismus“, D.B. Phu
1 Sie entsprachen teilweise immer noch den Strukturen, die für die VR China im Stadium der „Neuen Demokratie“ nützlich und wichtig waren, genügten aber nicht für das neue Stadium der Revolution, das mit der Großen Proletarischen Kulturrevolution eingeleitet wurde.
2 So heißt es in Punk 9 des „Beschlusses des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Chinas über die große proletarische Kulturrevolution“ vom 8. August 1966: „(...) Es ist notwendig, ein allgemeines Wahlsystem ähnlich dem in der Pariser Kommune einzuführen, nach dem die Mitglieder der Kulturrevolutionsgruppen und -komitees und die Delegierten zu den Kulturrevolutionskongressen gewählt werden. Die Kandidatenlisten sollen nach gründlicher Erörterung von den revolutionären Massen aufgestellt und die Wahl soll vorgenommen werden, nachdem die Listen von den Massen wieder und wieder erörtert worden sind.
Die Massen sind berechtigt, die Mitglieder der Kulturrevolutionsgruppen und -komitees und die Delegierten zu den Kulturrevolutionskongressen jederzeit zu kritisieren. Wenn sich die Mitglieder oder Delegierten als unfähig erweisen, können sie nach Erörterung von den Massen durch Wahl ersetzt oder abberufen werden. (...)“. Zit. nach: http://www. infopartisan. net/archive/maowerke/mao_004.htm
3 Chen, Jack: Chinas Rote Garden, S. 263 f.
4 Schickel, Joachim: Mobilisierung der Massen, München, 1971, S. 44
5 Mao Tsetung schrieb 1929 in dem Text „Über die Berichtigung falscher Anschauungen in der Partei“ zu den Aufgaben der Armee: „Die chinesische Rote Armee ist eine bewaffnete Organisation, die politische Aufgaben der Revolution ausführt. Besonders jetzt darf sie sich keinesfalls auf die reine Kriegsführung beschränken; neben den Kriegsoperationen zur Vernichtung der militärischen Kräfte des Feindes sind ihr auch andere wichtige Aufgaben übertragen, nämlich, unter den Massen Propaganda zu treiben, sie zu organisieren und zu bewaffnen, ihnen bei der Entwicklung der revolutionären Macht zu helfen und Organisationen der Kommunistischen Partei zu gründen. Die Rote Armee führt nicht Krieg, um des Krieges willen.“
6 Mao Tsetung: Der Krieg und die Fragen der Strategie, 6.11.1938, zit. nach: Worte des Vorsitzenden Mao Tsetung
7 Der Drei-und-Acht-Arbeitsstil wurde 1927 das erste Mal verwirklicht und heißt so, da er von Mao Tse Tung in drei Sätzen und acht Schriftzeichen (die im Deutschen zu vier Wörtern zusammengefasst werden können) formuliert ist.
8 Zum Beispiel entstanden solche „Soldaten-Opern“ wie „Mit Taktik den Tigerberg erobern“, „Die Rote Frauenkompanie“ oder Filme wie „Das weißhaarige Mädchen“, neben Gedichten, Romanen und anderen künstlerischen Erzeugnissen von Arbeitern und Bauern in Uniform.
9 Chen, Jack: Chinas Rote Garden, Klett-Cotta, 1977, S. 269
10 ebenda
11 Aus: Volkszeitung vom 26.05.1965, englische Übersetzung in: Chinese Law and Goverment, Fall-Winter 1971-72, S. 203 ff., eigene Übersetzung ins Deutsche. Zit. nach: „Ausgewählte Dokumente der Zeitgeschichte – VR China – Antiimperialismus, Sozialismus, Kulturrevolution“, GNN-Verlag, Köln, 1988, S. 61
12 Schickel, Joachim: Der Große Strategische Plan, Edition Voltaire, Hamburg, 1969, S. 579
13 ebenda
14 ebenda, S. 266
15 Quelle: „Foreign affairs“, 1965. Zit. nach: „Ausgewählte Dokumente der Zeitgeschichte – VR China – Antiimperialismus, Sozialismus, Kulturrevolution“, GNN-Verlag, Köln, 1988, S. 60
16 Mao Tsetung: „Über die Koalitionsregierung“, 24.4.1945, zit. nach: Worte ...