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Für Dialektik in Organisationsfragen

Bundesregierung trommelt für längere Arbeitszeiten und Krieg

IG-Metall-Vorstand lenkt ab. Da hilft nur eins:

Rettet den Feierabend und stört den Feierabend des IG-Metall-Vorstandes!

Die Streichung der gesetzlichen täglichen Höchstarbeitszeit von 8 Stunden ist nicht vom Tisch. Das gilt ebenso für das von CDU-Kanzler Merz angeführte und gemeinsam mit den Kapitalisten und all ihren Helfern veranstaltete Geschrei: „In Deutschland muss länger gearbeitet werden“.

Dem hat sich im vergangenen Dezember auch die CDU-Bundesministerin für Wirtschaft und Energie, Katharina Reiche, mit einer zusätzlichen Steigerung angeschlossen. Laut „Tagesspiegel“ vom 22.12.2025 hat sie im Nachrichtenportal „t.online“ zur Förderung des Wirtschaftswachstums Reformen gefordert, die volkswirtschaftlich zu mehr Gesamtarbeitszeit führen und zugleich Kündigungen erleichtern und erklärt: „Wir müssen Deutschland wieder zurück auf die Überholspur bringen“. Als Stellschrauben für mehr Arbeitszeit schlug Reiche ein höheres Renteneintrittsalter oder alternativ Anreize für eine höhere Wochenarbeitszeit vor. „Wir müssen in Deutschland insgesamt mehr arbeiten“.

Mit längeren Ausbeutungszeiten und schnellerem Rausschmiss der Ausgebeuteten auf die „Überholspur“. Frau Reiche weiß, für welche Klasse sie spricht und das fordert. Bis zur Ernennung als Ministerin am 6. Mai 2025 war sie Vorstandsvorsitzende der Westenergie AG, die wie ihr Mutterkonzern E.ON im Bereich Gas und Gasnetze arbeitet.

Bisher ist auf die damit erfolgenden Angriffe, die sich bekanntermaßen nicht nur gegen die Arbeitszeitgesetzgebung richten, nichts passiert, was sich als von den DGB-Gewerkschaften ausgehende gemeinsame und dagegen gerichtete handfeste Antwort einordnen ließe. Das gilt ebenso für das Manöver, das sich die IGM-Führung zum Jahresende hat einfallen lassen. Sie hat ihre Verantwortung dafür mehr oder weniger mit der Forderung „Rettet den Feierabend!“ an die IGM-Mitglieder abgegeben. Unter dieser Überschrift heißt es auf Seite 11 in der metall Info „Dein Magazin“ für November/Dezember 2025: „Den Achtstundentag haben Gewerkschaften hart erkämpft. Nun will die Bundesregierung ihn abschaffen und durch eine wöchentliche Höchstarbeitszeit ersetzen. Doch überlange Arbeitstage schaden der Gesundheit und haben weitere negative Folgen. Ein Blick in die Betriebe zeigt, wie abwegig die Arbeitszeitpläne sind – und warum sich die IG Metall querstellt.“

Die Querstellungsargumente und Abwegigkeitsnachweise sind auf den 5 Seiten 11 bis 15 im Magazin zusammengefasst und zu lesen. Mit dem oben erwähnten Blick in die Betriebe geht es hierbei um die reale betriebliche Arbeitszeitsituation, die dadurch verursachten Gesundheitsbelastungen oder auch Schädigungen sowie u. a., um die bei DGB/IGM-Umfragen festgestellten Bedürfnisse der Beschäftigten. Abgesehen von den Mitgliedern richtet sich die Argumente-Sammlung offensichtlich hauptsächlich an die Adresse der Sozialpartner Gesamtmetall, BDA, BDI usw. und ihren geschäftsführenden Ausschuss, der CDU/CSU-SPD-Regierungs-Koalition. Sie sollen damit von dem überzeugt werden, was ihnen aus jahrelanger betrieblicher Praxis längst bekannt ist: Arbeitszeitgesetz und vor allem die „Arbeitszeit im Tarif der IG Metall“ – Magazin Seite 14 – bieten genügend Flexibilisierungs-Möglichkeiten zur Ausbeutung der Arbeitskraft der Lohnabhängigen in den Betrieben.

„Arbeitszeit im Tarif der IG Metall“

„Die Arbeitgeber wollen mehr Flexibilität bei der Arbeitszeit? Mit Tarifvertrag kein Problem in Betrieben, in denen es gut läuft, gibt es bei der Arbeitszeit Spielraum nach oben: über Zeitkonten oder Sonderschichten, die später ausgeglichen werden. Dazu kommen weitere Möglichkeiten. Beispiel: In der Metall- und Elektroindustrie kann ein Teil der Beschäftigten auf ‚verlängerte Vollzeit‘ gehen, mit bis zu 40 Wochenstunden. Umgekehrt ist auch ‚verkürzte Vollzeit‘ möglich, bis runter auf 28 Stunden in der Woche, oder freie Tage statt Geld. Betriebe, in denen es schlecht läuft, können nach IG Metall-Tarif die Arbeitszeiten reduzieren, um Entlassungen zu verhindern.

In der Stahlindustrie gibt es derzeit kaum einen Betrieb, in dem die vollen tariflichen 35 Stunden gearbeitet werden. Fast alle haben wegen Auftragsmangels die Arbeitszeiten reduziert. Entscheidend bei Tarifverträgen: Die Arbeitszeiten werden von der IG Metall ausgehandelt und nicht einseitig vom Arbeitgeber angeordnet.“

Die gesetzlichen Achtstunden täglicher Höchstarbeitszeit sollen in jedem Fall verteidigt werden. IGM-Vorsitzende Christiane Benner wird in dem Zusammenhang im Magazin mit der Aussage zitiert: „Die Realität in den Betrieben passt nicht zu der Debatte um eine Arbeitszeitverlängerung“.

Dazu wird festgestellt: „Für die IG Metall ist klar: Sie wird die bewährten Grenzen der Arbeitszeit mit aller Macht verteidigen.

Der Achtstundentag ist eine historische Errungenschaft der Gewerkschaften. Er war eine der ältesten Forderungen der Arbeiterbewegung ...“ (Magazin, S. 15)

Die Machtvolle Verteidigung der „historischen Errungenschaft“

Wenn das klappen soll, müssen sich vor allem die insbesondere von Kriegsminister Pistorius als Kanonenfutter eingeplanten abhängig Beschäftigten, die Belegschaften in den Betrieben darum kümmern.

Beim Blick in die Metall- und Elektrobetriebe stoßen wir allerdings darauf, dass dort – tariflich vereinbart – die 35-Stunden-Woche gilt. In der BRD-West seit über 30 Jahren – ab 1. Oktober 1995 – und im Osten ab dem 1. Juli 2021. Doch dort nur in den Betrieben, in denen sie durch den Abschluss einer „freiwilligen Betriebsvereinbarung“ mit dem Kapitalisten einschließlich der geforderten „Kompensation“ durchgesetzt werden konnte. Auf der Basis der 35 gilt für die dortigen Belegschaften der 7-Stunden-Tag bzw.: er ist möglich. Die müssten also in jedem Fall zu der Einsicht kommen, dass die Verteidigung des Achtstundentags ihre politische Aufgabe ist und dabei keinen Zweifel daran aufkommen lassen: Was, wie die Arbeitszeitverkürzung, jahrelang in Arbeitskämpfen durch Streiks gegen den Widerstand der Kapitalisten durchgesetzt werden musste, kann auch nur durch und mit Streik verteidigt und samt „Feierabend gerettet“ und gesichert werden.

Aber davon ist bei der IGM-Führungsspitze keine Rede. Sie hat jedenfalls bisher die Platte ohne Streik aufgelegt. Dabei wird auch nichts von einer Kampagne großer Vertrauensleute- und/oder anderer Funktionärskonferenzen aus den rund 145 IGM-Geschäftsstellen gemeldet. Was der IGM-Vorstand hierbei zur Verteidigung der „bewährten Arbeitszeitgrenzen“ auf die Schiene gesetzt hat, sieht eher nach einem mit Info-Materialbergen geplanten Ablenkungsmanöver aus. Mit der Organisierung der dazu gedachten Vorgehensweise hat er zum Ende letzten Jahres das sogenannte IGM-„Aktiven-Portal“ beauftragt. Das wird seit 2021 im IGM-Net als „Der Werkzeugkoffer für aktive Gewerkschafter“ geführt. Als „Aktive“ gelten in der IGM-Registratur hierbei in der Hauptsache Betriebsräte, Jugend- und Auszubildenden-und Schwerbehindertenvertreter sowie Vertrauensleute und andere IGM-Funktionäre. Außerdem jeder und jede „inaktive“, der/die sich ohne Funktion außerhalb der Betriebe gewerkschaftlich betätigen möchte und sich bei der IGM dafür gemeldet hat oder meldet. Für sie gibt es aus dem „Werkzeugkoffer“ oder woher auch immer, an ihre Internet-Adressen gerichtete „Newsletter“. Damit werden Vorstandsinformationen, Mitteilungen und Beschlüsse oder wie angegeben, Hinweise auf für die Gewerkschaftsarbeit wichtige Infos an die Aktiven, an die Kolleginnen und Kollegen übermittelt. Soweit sie nicht direkt zu lesen sind, müssen sie per Link im Internet, häufig auf Facebook mit der Aufforderung: „Meldet Euch an“ oder „schaut doch mal vorbei“ abgerufen bzw. gelesen werden. Der IGM-Führung steht damit nicht nur ein großer Info- sondern ein ebenso großer Einflussbereich zu Verfügung. Abgesehen von nützlichen Informationen lassen sich dabei auch die an der Basis nicht diskutierten Vorstandsbeschlüsse „unters Volk“ bringen. Dabei wird dann z. B. u. a. die Werbung für den Kauf von E-Autos (Vorsitzende Benner im Magazin) und der Einsatz für mehr E-Zapfsäulen als gewerkschaftliche Aufgabe verkauft. Für die Aktiven heißt es dazu im Portal: „Auf Social Media diskutieren wir mit Euch täglich über die Themen der Arbeitswelt“.

Am 4. Dezember 2025 ging es dabei um die Verteidigung des Achtstundentags. Nachrichtenübermittler, „Christian vom IGM-Aktivenportal“, hat hierbei die „Aktiven“ im an sie gerichteten Newsletter auf ein für den Klassenkampf um die Arbeitszeit abrufbares umfangreiches „Material-Feuerwerk zur Arbeitszeitdebatte“ hingewiesen. Z. B. auf den DGB-Index „Gute Arbeit mit 8 Infografiken“, „Faktenblätter für die Arbeitszeitdebatte“ und Plakate von der IGM. Wie Christian ihnen dazu erklärt, wurde das „Material-Feuerwerk“ zum „Jahresende gezündet: ... damit ihr diese klare Haltung in die Betriebe tragen könnt ... Mit diesem Feuerwerk an Argumenten lässt sich der Achtstundentag doch gut verteidigen und die neoliberalen Hirngespinste doch gut vertreiben“.

Dazu hat Christian eine Umfrage gestartet, bei der die Aktiven mit der Frage konfrontiert wurden oder auch noch sind: „Verbreitest Du im Betrieb unsere Argumente gegen die geplante Aufweichung des Arbeitszeitgesetzes?“

Die Antwort darauf ist aus den drei Nachstehenden auszuwählen.

„Ja, auf jeden Fall mache ich das

Ja, hab ich schon und bleibe weiter dran

Nein, mir ist das Thema nicht so wichtig“

Zum aktuellen Jahresanfang gibt es vom Aktivenportal noch keinen Newsletter mit dem Ergebnis der Umfrage. Dabei stehen voraussichtlich im Jahr 2026 die von der CDU/CSU/SPD-Koalition angekündigten Streichungs-Gespräche mit den Sozialpartnern auf der Tagesordnung. Eine Gelegenheit für die fürs Aktivenportal auftretenden Sprecher Verena, Volker und Christian, die Aktiven im neuen Jahr mit der Frage zu konfrontieren: Verbreitet ihr im Betrieb die Tatsache, dass es in den Werkzeugkoffern in den über 140 IGM-Geschäftsstellen aber auch in denen bei euren Betriebsräten und bei euch selber, bei den Belegschaften Feuerwerkskörper gibt, um damit die gewerkschaftliche Position zu unterstützen und zu stärken? Das ist die Möglichkeit, ein Feuerwerk von Demonstrations- und Kundgebungs-Kampagnen, Betriebsversammlungen, Überstunden-, Zusatz- und Sonderschichten-Stopp, Warnstreiks sowie der Diskussion zur Durchsetzung politischer Streiks zu zünden. Ein gegen Kapital und Regierung gerichtetes Feuerwerk zur Verteidigung des Achtstundentags. Das ist aktuell wahrscheinlich die einzige Möglichkeit, die Gewerkschaftsführer daran zu hindern, in den angesagten Gesprächen die Gewerkschaften noch weiter als bereits geschehen nach rechts zu treiben.

Wie die ganze Clique der sozialdemokratischen Gewerkschaftsführer hat der IGM-Vorstand nach den Gräueltaten zweier von deutschem Boden ausgegangener Weltkriege den gesamten Waffenlieferungs-, Aufrüstungs- und Kriegsertüchtigungsplänen von Kapital und Regierung zugestimmt. Mit der Zustimmung zur DGB-Erklärung zum Antikriegstag am 1. September 2025 (KAZ 393) hat er gemeinsam mit allen Vorständen der anderen Einzelgewerkschaften, sein Ja dazu noch einmal demonstrativ bekräftigt. Das ist nicht nur die Zustimmung zu den Milliarden Kriegskrediten, sondern ebenso zu Kriegsgesetzen. Auf ihrer Basis werden alle Kriegsgegner – wie jetzt üblich – als Putin-Versteher oder auf andere Weise verleumdet. In dem Sinne wird dabei dann ebenso alles abgeräumt, was im Ernstfall, aber auch bereits vorher, der Aufrüstung und Kriegsertüchtigung im Wege stehen könnte. Dazu zählen auch die „bewährten Arbeitszeitgrenzen“. Sie sollen verschwinden und den Weg freimachen, für die im Krieg als notwendig festgesetzte Arbeitskraft-Ausbeutungszeit – 10- oder 12-Stunden-Schichten – durchzusetzen. Mit ihrem Einverständnis zu allem, was hier beabsichtigt ist und durchgesetzt wird, schlägt die IGM-Führung zum wiederholten Mal die Warnung Karl Liebknechts in den Wind, dass der Feind der Arbeiter nicht „der Russe“ oder sonst welche Völker sind, sondern: „Der Hauptfeind steht im eigenen Land!“ Und auf die Seite dieses Hauptfeindes schlägt sich die IG Metall, auf die Seite der Bourgeoisie. Dabei wirkt das aktive Mitmachen der „Aktiven“ aus Vorstand und sonstigem IGM-Kader beim Aufrüsten zur Vaterlandsverteidigung für die schwarz-rote Koalition sozusagen als Faustpfand für die Durchsetzung weiterer „Zugeständnisse“, nach denen wir später womöglich in den Ruinen zerbombter Städte suchen dürfen.

Ludwig Jost

Für einen Normalarbeitstag von 7 Stunden bei 35 Wochenstunden!

Die Arbeitszeitverkürzung durch die Revolution von 1918 ist die erste und bis heute einzige in der Geschichte Deutschlands, die durch ein „staatliches Zwangsgesetz“ erfolgte. Der Staat hat sonst immer nur eingegriffen, wenn es darum ging, die Arbeitszeit zwangsweise zu verlängern.

Die 40-Stunden-Woche ist hierbei eine Marke, die von der IGM 1967 – vor 58 Jahren – per Tarifvertrag durchgesetzt wurde. Sie liegt trotz aller Arbeitszeitverkürzungen – bei der IGM die 35 ab 1. Okt. 1995 in Westdeutschland – über allen nie Gesetz gewordenen tariflich durchgesetzten und darunter liegenden Wochenarbeitszeiten. Die werden mit den Koalitionsplänen jetzt als üblicherweise durch Tarifvertrag geregelte Arbeitszeiten – mit der SPD im Boot – ebenso angegriffen. Ebenso in Gefahr sind laufende Forderungen und Kämpfe, wie z.B. die 28-Stunden-Woche, oder die 35-Stunden-Woche im Osten, die jetzt sowieso schon im zerfledderten „Häuserkampf“ zu versanden droht.

Es ist genau das passiert in den letzten über 100 Jahren, was Marx schon lange vorhergesehen hat: dass in dieser Gesellschaft die Arbeiter sich durch den Kampf um den Normalarbeitstag vor sich selbst davor schützen müssen, „sich und ihr Geschlecht in Tod und Sklaverei zu verkaufen“. Das ist diese „Freiwilligkeit“, die keine ist und die alle wachen und aufmerksamen Gewerkschafter kennen und hassen. Das heißt, nicht nur die notwendigen Abwehrkämpfe sind zu führen und zu organisieren, sondern auch die Frage des Normalarbeitstags ist wieder in den Gewerkschaften aufzuwerfen.

(Siehe KAZ 392)

Was „in Zeiten akuter Bedrohung“ als Friedenssicherung verkauft wird – Einsatz beim Aufrüsten von Luftwaffe und Marine

Deutschland wieder Weltspitze in der Kriegsvorbereitung?

In einem etwas längeren Bericht des Nachrichten-Magazin Reuters vom 10. Dezember 2025 heißt es unter der Überschrift: „IGM für eigenständigen deutschen Kampfjet ohne Dassault“: Die IG Metall spricht sich für ein Ende der Entwicklung eines gemeinsamen europäischen Kampfflugzeugs mit dem französischen Partner Dassault aus. In einem Brief an SPD-Finanzminister Klingbeil und SPD-Kriegsminister Pistorius stellen Jürgen Kerner, der 2. IGM-Vorsitzende und IGM-Sachverständige für Rüstungsfragen und entsprechende Einkäufe und der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Thomas Pretzl von Airbus Defence and Space fest: „Wir sind fest überzeugt: Dassault hat sich als verlässlicher Partner innerhalb Europas in Zeiten akuter Bedrohung komplett disqualifiziert“.

Die beiden schlagen deswegen „eine Zwei-Kampfflugzeuge-Lösung als gangbaren Weg“ vor, bei dem Franzosen und Deutsche jeder ein Kampfflugzeug baut. Kerner und Pretzl erklären dazu: „Wir trauen den Belegschaften in Deutschland ein Kampfflugzeug der nächsten Generation zu, wir werden so die Kompetenzen der deutschen Industrielandschaft erhalten und weiterentwickeln – und nicht Steuergelder zum Aufbau sicherheitsrelevanter, wettbewerbsbeherrschender Kapazitäten an anderer Stelle verschwenden.“

Das ist ein kurzer Auszug aus dem genannten Brief der „Reuters“ vorliegt.

„Gemeinsames Positionspapier von SPD-Wirtschaftsforum, IG Metall und Bundesverband der Deutschen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie (BDSV)“

„Die deutsche Marineindustrie steht vor einem Technologiesprung: Es geht dabei nicht nur um Schiffe und Boote, sondern auch um unbemannte Fahrzeuge, den Einsatz von Künstlicher Intelligenz, um Konnektivität, Combat Cloud und Multi Domain Operations. Hohe Investitionen in Forschung und Entwicklung sind unabdingbar, will man weiter in der Weltspitze agieren.

Angesichts der sicherheitspolitischen Lage ist es im Interesse Deutschlands, seine maritimen Schlüsseltechnologien langfristig zu sichern und weiterzuentwickeln. Dazu gehört der Unter- und Überwasserschiffbau. Der deutsche Marineschiffbau ist heute Weltspitze – aber er muss es auch morgen bleiben.“

Schuften für zwei Weltkriege

Bis 1914 gehen in der Industrie durch Arbeitskämpfe und gesetzliche Maßnahmen die Arbeitszeiten auf etwa 10 Stunden am Tag zurück und ab August 1914 sprunghaft wieder hoch. „,Ich kenne keine Parteien mehr, ich kenne nur noch Deutsche.’ Mit dem ,Burgfrieden’, dem auch die gesetzlichen Arbeitsschutzbestimmungen zum Opfer fallen, schwört Kaiser Wilhelm der Zweite alle Parteienvertreter auf den ersten Weltkrieg ein. Während des Krieges ist die breite Mehrheit der Ansicht, müsse nicht weniger, sondern mehr gearbeitet werden. Das bedeutet 12 Stunden pro Tag schuften für den Krieg. In Einzelfällen auch mal 16 Stunden.

(IGM 7. September 2016 – „Wem gehört die Zeit?“)

Die Machtergreifung der Nationalsozialisten und der Rüstungswettbewerb setzten sämtliche Arbeitszeitregelungen außer Kraft. Unter staatlicher Kontrolle erhöhte sich die Arbeitszeit auf etwa 50 Stunden pro Woche, ab 1943 auf bis zu 70 Stunden.

(Katrin Baumer Redakteurin, Historischer Rückblick 08.03.2016)

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