Buchbesprechung
Jürgen Elsässers letztes Buch („Kriegsverbrechen. Die tödlichen Lügen der Bundesregierung und ihre Opfer im Kosovo-Konflikt“) ist bei Leuten, die sich für die Wahrheit über den Angriffskrieg gegen Jugoslawien interessieren, mittlerweile zum Standardwerk geworden. Daher durfte man gespannt sein, was er als Nächstes vorlegen würde. Ein Buch über die Grünen und ihr Gefolge ist es geworden, über den Aufstieg einer bestimmten Sorte Menschen, die eines gemeinsam haben: eine mit reinem Gewissen gelebte Prinzipienlosigkeit und Biegsamkeit, solange nur die Kohle stimmt und der Dienstwagen vor der Tür steht. Beispiele gibt es reichlich, denkt man etwa an Claudia Roth, die „Schmerzensmutter“ der grünen Partei, die gleichzeitig den Atom„kompromiss“ mitträgt und medienwirksam auf dem Traktor die Castor-Proteste begleitet. Wir kennen sie alle, erkennen manche nicht wieder – so versuche man mal, sich die Aussagen Fischers zur deutschen Außen- und Militärpolitik vor und nach der Wahl ins Gedächtnis zu rufen – und so bleibt eigentlich nur herzliche Verachtung übrig. Elsässer hilft uns dabei, indem er viele der großen (Kriege) und kleinen Sauereien z.B. Postenschiebereien) benennt.
Und jetzt die schlechten Nachrichten. Wen Druckfehler nerven, der wird viel Grund zum Ärgern haben. Auch werden einige der Kapitel dem aufmerksamen KONKRET-Leser sehr bekannt vorkommen. Die Metapher von den „Killerviren auf der Startdiskette der Grünen“ gefiel Elsässer offensichtlich so gut, dass sie im Buch gleich mehrfach auftaucht, und die Exkurse über die philosophischen Grundlagen der 68er sowie seine Kritik an Lenins Nationalitätenpolitik mag man mehr oder weniger hilfreich finden. Ein Buch, das gut unterhält und Munition für den Kampf gegen den grünen Sumpf liefert, an sein Letztes jedoch nicht heranreicht. Das dürfte allerdings auch in Zukunft nur schwer gelingen.
Jürgen Elsässer:
Make Love and War.
Wie Grüne und 68er die Republik verändern.
Pahl-Rugenstein Verlag 2002,
172 Seiten, 14,50 €