Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten – VVN-BdA –
Die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) unterstützt mit allen Kräften die Aktivitäten des Auschwitzkomitees. Das Komitee hat im Namen überlebender Auschwitzhäftlinge und Angehöriger von in Auschwitz Ermordeten zur Insolvenz der IG-Farben in Abwicklung erklärt, sich nicht damit abzufinden, dass nun durch undurchsichtige Machenschaften kein einziger Cent zur Entschädigung der Opfer übrig bleibt. Das Auschwitzkomitee erinnert daran, dass 1952 die Abwicklungsgesellschaft der IG-Farben ins Leben gerufen wurde, um mit dem verbliebenen Restvermögen von mehreren Hundert Millionen DM die Opfer der IG-Farben zu entschädigen.
Statt ihrer eigentlichen Aufgabe nachzukommen, wurde sie in eine Aktiengesellschaft umgewandelt, die mit den Geldern, die eigentlich den Opfern gehören, spekulierte. Gegen diese Praxis protestieren Überlebende seit 20 Jahren bei allen Aktionärsversammlungen. Immer wieder forderten sie die sofortige Liquidierung der Gesellschaft und die Verwendung des Vermögens zur Entschädigung der Opfer. Damit wäre auch der Handel mit Aktien beendet worden, an denen das Blut von eineinhalb Millionen Ermordeter klebt.
Dass sich die Abwicklungsgesellschaft eines Unternehmens, das an den entsetzlichsten Verbrechen des Naziregimes beteiligt und deren Nutznießer war, über ein halbes Jahrhundert auf Kosten der Opfer unendlich „abwickeln“ konnte, muss als eine Schande für die deutsche Gesellschaft gelten.
Wir stehen dem Auschwitzkomitee bei allem, was es juristisch und politisch unternehmen wird, um den Opfern gerecht zu werden, zur Seite.
Für uns ist es nicht das Ende der Geschichte der IG Farben.
Im Namen von Überlebenden von Auschwitz, von Angehörigen von Opfern von IG Farben werden wir uns nicht mit der Bankrott-Erklärung der Abwicklungsgesellschaft abfinden.
Wir fragen: „Wo ist das Geld für die Opfer geblieben?“ Angeblich bleibt kein einziger Cent für die für sie eingerichtete Stiftung der Abwicklungsgesellschaft.
Die Insolzvenzverwalterin der IG Farben Angelika Amend bittet sogar Verfolgtenorganisationen verzweifelt um Hilfe, da auf dem Konto der abgewickelten Gesellschaft nur noch 10.000 EUR übriggeblieben sind, aber 250.000-300.000 EUR seien für die Eröffnung des Insolvenzverfahrens nötig.
Wir erinnern uns sehr gut an den Beschluss der Alliierten von 1952 die Abwicklungsgesellschaft der IG Farben zu gründen, das vorhandene Vermögen von hunderten Millionen DM den Opfern zugute kommen zu lassen. Statt dessen verwandelte sie sich in eine Aktiengesellschaft und spekulierte mit diesem Vermögen, womit die Opfer schamlos und mit kriminellen Machenschaften betrogen wurden. Daran änderte auch nichts, dass wir seit 20 Jahren anlässlich der Aktionärsversammlung immer wieder die sofortige Auflösung der Gesellschaft fordern, als auch die Übertragung aller verbliebener Vermögen in die Hände der Opfer.
Ist es nicht eine Schande für die Bundesrepublik, dass eine Gesellschaft in unendlicher Abwicklung, über ein halbes Jahrhundert mit Aktien handelt, an denen das Blut von anderthalb Millionen Ermordeter klebt?
Wir werden uns mit diesem Ende nicht abfinden!
Alle möglichen Wege werden wir einschlagen, juristisch und politisch, um an das Geld zu gelangen, das den Opfern gehört.
Kontakt: Auschwitz-Komitee, Pf 304185, Hamburg 20324
Aktuelle Informationen zum Insolvenzverfahren sind erhältlich beim „Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre“
Sie erreichen uns für Anfragen, Hinweise, Kritik etc.: bundesbuero@vvn-bda.de