Diese Ausgabe der Kommunistischen Arbeiterzeitung steht ganz im Zeichen dessen, was vor 60 Jahren geschah: die Niederlage des deutschen Imperialismus im 2. Weltkrieg, die bedingungslose Kapitulation seiner Nazi-Kriegsknechte, die Befreiung Deutschlands und der Welt vom Hitlerfaschismus.
Eine Angelegenheit von Historikern? Ja, auch. Denn wir stützen uns auf solche Wissenschaftler wie Dietrich Eichholtz, Kurt Gossweiler, Joachim Pätzold u.a. und damit auf eine Geschichtswissenschaft, die in der DDR ihren Platz hatte, die vorgestoßen war zu den ökonomischen Wurzeln des Faschismus und die den Faschismus als Ausdruck des Klassenkampfs erforscht hatte. Mit der Zerschlagung der DDR wurden den marxistischen Wissenschaftlern die Arbeitsgrundlagen entzogen, ihre Werke wurden z.T. vernichtet und sind heute nur noch schwer zugänglich. Damit soll auch der Arbeiterbewegung, dem Proletariat, entzogen werden, was im „Kommunistischen Manifest“ einmal so beschrieben wurde: „... die Einsicht in die Bedingungen, den Gang und die allgemeinen Resultate der proletarischen Bewegung.“
Und diese Einsichten sollen ausgetrieben werden, denn man hat wieder „Großes“ mit uns vor. Der Kampf um die Neuaufteilung der Welt zwischen den imperialistischen Großmächten ist in vollem Gang. Größer-Deutschland will vorne mit dabei sein. Da muss man Nebelkerzen legen. Da muss von Deutschland der historische Geruch des „Schurkenstaats“ (worauf, wenn nicht auf Hitlerdeutschland, trifft dieser Begriff zu?) genommen werden. Da muss auf die anderen gedeutet werden, auf die Bomber der Alliierten, auf die Ströme deutscher Flüchtlinge, auf die Juden als „Tätervolk“, so als ob Hitler nicht von seinen Anstiftern freie Hand gegeben worden wäre und er sein Ziel offen verkünden konnte, ganze Völker auszurotten. (s. hierzu: „Die Anstifter und Profiteure des Vernichtungskrieges“). Man will „auf gleiche Augenhöhe“ mit den anderen Imperialisten kommen – und relativiert dazu die eigenen Schandtaten. Zur Verniedlichung dient dabei auch die Debatte um „Opfer und Täter“.
In den KZs und bei der Zwangsarbeit waren nicht nur die Häftlinge und die SS- und SA-Schergen präsent, dort wurde gearbeitet und ausgebeutet, dort wurden Kosten und Leistung kalkuliert, dort waren sie allgegenwärtig, die Musterknaben des deutschen Monopolkapitals. Als Beispiel behandeln wir die IG Farben. Der Weg dieses Weltkonzerns und seiner „Manager“ untermauert auch nach 1945, was Brecht einmal so ausgedrückt hat:
„Das da hätt’ einmal fast die Welt regiert,
Die Völker wurden seiner Herr.
Jedoch ich wollte,
daß ihr nicht schon triumphiert:
Der Schoß ist fruchtbar noch,
aus dem das kroch.“
Dass die Barbarei erst möglich wurde, nachdem die deutsche Monopolbourgeoisie die Nazi-Banden von der Kette gelassen hatte zur Vernichtung des „inneren Feinds“, zur Zerschlagung der Arbeiterparteien, der Gewerkschaften und zur Unterdrückung aller, die noch in den humanistischen Traditionen des deutschen Bürgertums standen, das soll vertuscht werden. Da macht heute Stoiber den Bundeskanzler verantwortlich für das Anwachsen der Faschisten, weil er die Arbeitslosigkeit nicht bekämpfe. Stoiber unterschlägt, dass das kapitalistische Eigentum an den Produktionsmitteln die Krise und in ihrem Gefolge die Erwerbslosigkeit erzeugt. Wir dagegen wollen auf die Kräfte zeigen, die Hitler an die Macht gebracht und zu Faschismus und Krieg angestiftet hatten. Den Weg der Unterdrückung, den Aufbau des KZs-Systems, wo zunächst an Deutschen getestet wurde, wie Menschen gequält, zerstört und vernichtet werden können und damit der Weg gebahnt wurde zur Vernichtung durch Gas und zur Vernichtung durch Arbeit zeigt der Artikel: „KZ-System und Vernichtung im Dienst des deutschen Imperialismus – ,Ein Deutschland, das an uns denkt, wird auch ein besseres Deutschland sein’“
Etwa 12 Millionen Menschen aus den Ländern Europas wurden in KZs und Zwangsarbeit getrieben. Wie man sieht, Deutschland hat wirklich nichts gegen Ausländer, aber wie es CSU/CDU, FDP im Chor mit den NPD-Nazis anlässlich der Visa-Affäre wieder hinausbrüllen: nach Deutschland kommt man nur zu deutschen Konditionen.
Als zentrales Beispiel für das KZ-System haben wir Buchenwald gewählt, weil es nicht nur die Barbarei zeigt, sondern auch dass selbst in dieser Hölle Solidarität, Widerstand möglich waren und die Voraussetzungen für den Aufstand und die schließliche Selbstbefreiung geschaffen werden konnten. Als dann die Häftlinge – noch in ihren KZ-Uniformen, aber endlich als freie Menschen – auf dem Appellplatz des KZs Buchenwald standen und die Hand zum Schwur erhoben: „Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel“ – haben sie den nachfolgenden Generationen den Weg gewiesen. Sie haben als Vermächtnis mitgegeben, uns durch Niederlagen, Leid, Qual und Tod nicht abhalten zu lassen, der faschistischen und imperialistischen Bestie entgegen zu treten in der Gewissheit, dass dies nicht das Ende der Geschichte sein wird.
Mit dem Artikel „Dank Euch, ihr Sowjetsoldaten“ der Arbeitsgruppe Zwischenimperialistische Widersprüche soll gezeigt werden, dass schon alleine das Schweigen über die Rolle des Arbeiter- und Bauernstaates Sowjetunion eine Geschichtslüge ist, ohne die es der herrschenden Klasse hierzulande nicht möglich wäre, sich als geläuterter Garant gegen Faschismus und berechtigter Ankläger jeglichen „Unrechts“ hinzustellen.
Die Gründung des Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes (FDGB) in Aachen (noch vor der Selbstbefreiung in Buchenwald) und in Berlin nach der bedingungslosen Kapitulation Hitlerdeutschlands sind das Thema der Arbeitsgruppe „Stellung des Arbeiters in der Gesellschaft heute“. Für den Artikel über Berlin konnte die Arbeitsgruppe einen kompetenten Kenner des FDGB gewinnen. Die Mahnung am Schluss seines Artikels, den Schwur von Buchenwald endlich umzusetzen, muss auch Ziel des Kampfes um die Gewerkschaften heute sein.
Wir wünschen allen Lesern mit diesen Artikeln (und den weiteren Beiträgen) Erkenntnis- und Kraftgewinn, um der Hetze und den Lügen, die in den nächsten Wochen und Monaten auf uns niederprasseln werden, standzuhalten und entgegenzutreten.
Gruppe Kommunistische
Arbeiterzeitung