KAZ
Lade Inhalt

Solidarität

Die Kündigung von Josef Lutz muss vom Tisch!

Am 16.10. beantragte die Geschäftsleitung der Firma Semikron die außerordentliche Kündigung des Betriebsrats und Mitglieds der Vertrauenskörperleitung Josef Lutz. Der Betriebsrat lehnte dies ab. Die Geschäftsleitung ging vor das Arbeitsgericht.

Als Grund für die geplante Kündigung wird genannt, dass er eine Solidaritätsadresse mit den ADtranz Kollegen und einen Protestbrief gegen die Bombardierung Jugoslawiens durch die NATO ins Internet gestellt hat. Damit wäre den Geschäftsinteressen der Firma Semikron geschadet worden. Der einzige „Beweis“ ist die angebliche Mitgliedschaft von Josef Lutz in der MLPD (Marxistisch-leninistische Partei Deutschlands). Das allein mache ihn „verdächtig“ die Veröffentlichung im Internet veranlasst zu haben. Unabhängig davon, wer das ins Internet gestellt hat, ist eine solche Veröffentlichung weder ein Verbrechen noch geschäftsschädigend.

Um diese willkürliche Kündigung zu rechtfertigen wird im Betrieb eine wüste antikommunistische Hetze veranstaltet. Aushänge der Geschäftsleitung am schwarzen Brett verkünden: „Semikron ist gegen jede Art von Extremismus, sei er von rechts oder links“. Wir verwahren uns entschieden gegen die demagogische Gleichsetzung mit faschistischen Schlägertrupps!

Jetzt wird die Katze aus dem Sack gelassen!

Semikron will die Arbeitsbedingungen der Belegschaft massiv verschlechtern. Geplant ist zunächst in der Chipfertigung die Einführung von Conti-Schicht unter Einbeziehung des Sonntags. Also maximale Flexibilisierung der Arbeitszeit. Für die Beschäftigten, in der Mehrheit Frauen, und für deren Familien sind die Auswirkungen ungeheuer.

Um den Widerstand der Belegschaft vorzubeugen, sollen bereits im Vorfeld aktive Gewerkschafter hinausgesäubert oder zumindest mundtot gemacht werden.

Ungeachtet aller politischen Meinungsverschiedenheiten sind wir der Meinung: das Eintreten für eine Alternative zu dem System, das wir derzeit in Deutschland haben, muss seinen festen Platz in der Arbeiterbewegung und den Gewerkschaften haben. Wir sind für die Einheitsgewerkschaft, wo christliche Kolleginnen und Kollegen, Sozialdemokraten, Marxisten-Leninisten und Parteilose ihren Platz haben. Keiner darf wegen seiner Weltanschauung gekündigt oder aus der Gewerkschaft ausgeschlossen werden – ausgenommen Faschisten. Wir fordern die IG Metall und Verwaltung auf ihr Ansinnen, Josef aus der IG Metall auszuschließen, sofort aufzugeben und ihm alle notwendige Unterstützung im Kampf gegen die politische Entlassung zu gewähren.

(Auszug aus einem Flugblatt des Solidaritätskreises)

Am 15.11. fand vor dem Arbeitsgericht eine Anhörung statt. Der „Gütevorschlag“ des Richters war, die beabsichtigte Kündigung in eine Abmahnung umzuwandeln. Die Geschäftsleitung der Firma Semikron beharrte auf dem Rausschmiss. Somit kam keine Einigung zu Stande.

Der nächste Termin vor dem Arbeitsgericht Nürnberg findet am 31. Januar 2001 um 14.30 Uhr im Sitzungssaal 315 statt.

Spenden unterstützen die Herausgabe der Kommunistischen Arbeiterzeitung
Email Facebook Telegram Twitter Whatsapp Line LinkedIn Odnoklassniki Pinterest Reddit Skype SMS VKontakte Weibo