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Solidarität

Verlogenheit im Bundestag – Asyl für alle Jesiden (Êzîden)!

Am 19. Januar dieses Jahres wurde im Bundestag einstimmig ein Antrag angenommen,[1] in welchem die Gräueltaten, die der sog. Islamische Staat 2014 gegen die Jesiden im Irak verübte, als Völkermord anerkannt werden.[2] Mit diesem Antrag wurde die Bundesregierung u. a. aufgefordert, „Êzîdinnen und Êzîden weiterhin unter Berücksichtigung ihrer nach wie vor andauernden Verfolgung und Diskriminierung im Rahmen des Asylverfahrens Schutz zu gewähren[3]. Wie aus einer Antwort auf Anfrage von Die Linke hervorgeht, hat das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) allerdings andere Vorstellungen. So wurden 2022 nur noch 49 % der Asylanträge von Jesiden aus dem Irak bewilligt, gegenüber 90 % im Jahr 2017.[4] Auch werden bereits zuerkannte Schutzformen vermehrt widerrufen.[5] Seit 2017 geht das „Bundesministerium des Innern und für Heimat“ nicht mehr von einer „Gruppenverfolgung“ der Jesiden aus.[6] Dass die Bundesregierung die Lage im Irak „dauerhaft aufmerksam beobachtet[7], darf indes bezweifelt werden, denn in erwähntem Antrag wird die Möglichkeit einer sicheren Rückkehr verneint.[8] Alle Solidaritätsbekundungen dieses Staates sind wieder einmal leere Worte.

Wir fordern:

– Asyl für alle Jesiden!

– Keine Abschiebungen, weder in den Irak noch sonst wohin!

– Bleiberecht für alle!

Um deren Selbstorganisation zu unterstützen, kann direkt an den Zentralrat der Jesiden in Deutschland gespendet werden. Hier der Aufruf:

„Um das große Leid unseres Volkes auch nur ansatzweise lindern zu können, ist es wichtig, dass auch Geld in die Hand genommen und dort eingesetzt wird, wo es benötigt wird: vor allem, um es zur Förderung der Völkerverständigung, des Miteinanders und des Wiederaufbaus unserer alten Heimatregion einzusetzen. Bitte helfen auch Sie.“[9]

Spendenkonto:

Name: Zentralrat der Êzîden
IBAN: DE37 3225 0050 0700 5280 29
BIC: WELADED1GOC

Wir verwenden hier die Bezeichnung Jesiden, weil dies die in Deutschland übliche Beschreibung dieser Religionsgemeinschaft ist. Die Menschen selbst bezeichnen sich als Êzîden, dies ist die aus dem Kurdischen abgeleitete Schreibweise.

1 Deutscher Bundestag. Stenografischer Bericht. 79. Sitzung. Plenarprotokoll 20/79, Köln 2023, S. 9443, dserver.bundestag.de/btp/20/20079.pdf#P.9429 [20.03.2023].

2 Antrag der Fraktionen SPD, CDU/CSU, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und FDP: Anerkennung und Gedenken an den Völkermord an den Êzîdinnen und Êzîden 2014, in: Deutscher Bundestag. 20. Wahlperiode. Drucksache 20/5228, Köln 2023, S. 4, dserver.bundestag.de/btd/20/052/2005228.pdf [20.03.2023].

3 Ebd., S. 7.

4 Johann Saathoff: Ihre Frage 2/36 für die Fragestunde des Deutschen Bundestages am 08.02.2023, Berlin 2023, cms.clarabuenger.de/uploads/MF_36_Bleiberecht_Jesidinnen_29dcfd3cab.pdf [20.03.2023].

5 Mahmut Özdemir: Schriftliche Frage Monat Januar 2023. Arbeitsnummer 1/228, Berlin 2023, cms.clarabuenger.de/uploads/SF_228_BAMF_Entscheidungen_Jesiden_dd09c10af3.pdf [20.03.2023].

6 Saathoff [Anm. 4].

7 Ebd.

8 Antrag der Fraktionen SPD, CDU/CSU, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und FDP [Anm. 2], S. 2.

9 o. V.: Zentralrat der Êzîden in Deutschland. Spende, zentralrat-eziden.com/spende [21.03.2023].

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