Die neue Offensive der sog. Vertriebenenverbände begann im Krieg gegen Jugoslawien, wo die Nato sich den albanischen Separatisten als „Luftwaffe für den ethnischen Bürgerkrieg“ (Henry Kissinger) andiente. Auf dem Höhepunkt des Bombardements Ende Mai 1999 - beim Jahrestreffen des Bundes der Vertriebenen (BdV) im Berliner Dom – nutzte Erika Steinbach, BdV-Präsidentin und CDU-Bundestagsabgeordnete, die Gelegenheit und forderte die Schröder-Regierung auf, die „Trennung von Vertreibungsdekreten“ und die „Heilung von Vertreibunsverbrechen“ zur Voraussetzung einer Aufnahme der osteuropäischen Nachbarn Tschechien und Polen zu machen.
Im Mai 2002 schloss sich Innenminister Schily auf dem Sudetendeutschen Tag der Forderung nach Aufhebung der sog. Vertreibungsdekrete an – zunächst noch ohne die Forderung, die Aufhebung der Beneš-Dekrete zur Aufnahme-Bedingung Tschechiens in die EU zu machen. Der damalige Unionskanzlerkandidat Stoiber machte auf dem Ostpreußen-Tag klar, dass die Niederlassungsfreiheit, die Tschechien und Polen als EU-Mitglieder allen EU-Bürgern und somit auch den deutschen Revanchisten gewähren müssen, ihm nicht genügt – sie müssen auch ein „Recht auf Heimat“ erhalten.
Der vage und künstlich geschaffene Begriff bietet den Revanchistenverbänden genau den rechten Rahmen für ihre Forderungen: Entschädigungsforderungen in Milliardenhöhe, Rückgabe von Grundstücken und Fabriken, weit reichende Territorialautonomie für die zurückströmenden Exkolonialisten.
In den folgenden beiden Artikeln wird die politische Wühlarbeit der „Sudetendeutsche Landsmannschaft“ und der „Landsmannschaft Schlesien“ unter den veränderten Bedingungen seit 1989 näher beleuchtet.
(Zitate aus: J. Elsässer - Achse des Bösen, Konkret Nr.8/August 2002, S.12 ff.)
Arbeitsgruppe Faschismus