Gedicht
Könnte es nicht sein,
dass wir noch mal geboren werden
und dann als Engel wiederkehren?
Könnte es nicht sein,
es gibt das Glück nicht hier auf Erden
und erst im Himmel wird es fein?
Nein sagen wir, so wird‘s nicht sein.
Ich will schon heute Engel sein,
dass hier das Leben besser werde.
Für eure edlen deutschen Werte
schlagt ihr mir nicht den Schädel ein.
Ich will kein Vieh sein in der Herde
für Völkermord, Krieg, Not und Pein.
Hier, diese Welt muss menschlich sein.
Durch eignes Handeln stärker werden;
dann wird, was heut‘ sich aufbläht – klein.
Es bilden sich humane Werte
nicht ohne Kampf, nicht von allein.
Der Traum vom Himmel hier auf Erden
geträumt, solang sich Jahre jährten,
kann nur durch Menschen wirklich sein.
Text: Claudio Sperandio
Der Verfasser dieses Gedichts ist tot. Wer ihn zum Freund und Genossen hatte, kann stolz sein. Er wurde durch Claudio immer überreich beschenkt. Er schrieb mit am großen Buch vom guten Leben jenseits der Zwänge von Kapital und Herrschaft und war doch immer vorne dran, wenn es darum ging, den Herren auch das Geringe abzuringen – grantig, schelmisch, voller Lust zu kämpfen, zu streiten und dadurch zu leben.
Wenn einmal der große Appell kommt und Claudio Sperandio wird aufgerufen, dann wird die Antwort laut und von vielen Stimmen kommen: Presente!
Ein letztes Salut, Genosse, von Deinem Corell, stellvertretend für die mit Dir verbundenen Genossen der Kommunistischen Arbeiterzeitung.