Solidarität
Vor 25 Jahren, genau am 30. April 1975 wurde mit der Eroberung Saigons ganz Vietnam befreit. So sehr dieses Datum von welthistorischer Bedeutung für alle unterdrückten Völker der Welt ist, so sehr hat das vietnamesische Volk heute noch unter den Folgen dieses Krieges zu leiden. Einen Krieg, der maßgeblich von Deutschland aus unterstützt wurde. Es waren die Dioxinlieferungen der deutschen Konzerne, die dazu beitrugen, Vietnam bis auf den heutigen Tag nachhaltig zu schädigen.
Auszug aus der Presseerklärung der Freundschaftsgesellschaft Vietnam, vgl. Vietnam Kurier Nr.2/2000:
Während des Krieges der USA gegen Vietnam setzten die USA zwischen 1964 und 1975 mit Ausnahme der Atomwaffen alle militärischen Mittel, die ihr zur Verfügung standen, ein, um die vietnamesischen Befreiungskräfte im Süden und die frei gewählte Regierung im Norden zu zerstören. Mehr Bomben als während des ganzen II. Weltkrieges auf Europa niedergingen, fielen auf Vietnam. Alle Brücken, Eisenbahnanlagen, Straßen, die gesamte Industrie und große Teile der Bewässerungssysteme waren systematisch bombardiert worden. Millionen Menschen wurden getötet oder zu Invaliden.
Zusätzlich wurden weite Bereiche der Regenwälder und Reisfelder mit dioxinhaltigen Pflanzenvertilgungsmitteln besprüht. Die Menschen, die in diesen Regionen wohnten, werden bis heute von schwersten Leiden und Krebserkrankungen heimgesucht. Ihre Nachkommen sind noch auf unbestimmbar viele Generationen von körperlichen Missbildungen, geistiger Behinderung und Folgeerkrankungen bedroht. Bislang haben die USA und auch Deutschland keine staatliche Hilfe für diese Menschen geleistet. Lediglich private humanitäre Organisationen leisten Unterstützung.
Die Freundschaftsgesellschaft Vietnam bittet die Bundesregierung, ihre Hilfe zu überprüfen und aufzustocken. Gerade Deutschland trägt ein besonderes Maß an Verantwortung für die Dioxinopfer – kam doch ein Teil der von der US-Armee eingesetzten Chemikalien aus deutschen Unternehmen.
aus Vietnam Kurier Nr.1/2000:
Wie schon berichtet, war die Flutkatastrophe vom Oktober/November 1999 nicht nur die verheerendste des ganzen vergangenen Jahrhunderts. Sie wurde darüber hinaus nach kurzer Zeit gefolgt von einer fast ebenso schweren zweiten Flutwelle, die nicht nur neue Provinzen heimsuchte, sondern vor allem die gerade angelaufenen Rettungs- und Instandsetzungsarbeiten unterbrach und das bis dahin Erreichte wieder zerstörte. Eine abschließende Bilanz ist bisher nur für die Hauptauswirkungen möglich: 700 Tote, 4.000 Mrd. VND Schäden, 1,5 Mio. Menschen obdachlos, Ernten und Felder in fünf Provinzen vernichtet, Häuser, Krankenhäuser, Schulen, Straßen, Bahnlinien, Brücken, Kulturdenkmäler zerstört ...
Die Redaktion der Kommunistischen Arbeiterzeitung hat beschlossen, sich dem „Dringenden Aufruf zur Hilfe“ Vietnams durch die Freundschaftsgesellschaft Vietnam anzuschließen.