Solidarität
Horst Seehofer hat volles Verständnis, wenn braunes Pack sich zusammenrottet und rassistische Aufmärsche veranstaltet. Schließlich handelt es sich um besorgte und verängstigte Bürger, denn: die Migration sei, so Seehofer, die Mutter aller Probleme. Das heißt: Jeder Pogrom, jeder rassistische Mord, jede Brandstiftung an Flüchtlingsunterkünften, jedes Sterben im Mittelmeer von Männern, Frauen und Kindern – allein über 1.400 in diesem Jahr – dient nur der Problemlösung.
So sollen wir zu hirnlosen Bestien, zu egozentrischen Mordgehilfen zugerichtet werden. Und nicht nur der gemeine Straßenpöbel schreit „Absaufen, absaufen“, wenn von den Katastrophen im Mittelmeer die Rede ist. In den bürgerlichen Salons wird bei einem Tässchen Tee über die Möglichkeit geplaudert, die seit 1776 geübte und übliche Seenotrettung einfach mal sein zu lassen. Die bildungsbürgerliche ZEIT hat diesem mörderischen Disput – immer schön kultiviert, versteht sich – ihre Spalten geöffnet.
Tausende ertragen das nicht mehr und protestieren – wöchentlich, in verschiedenen Städten, immer wieder. Seebrücke heißt das Bündnis von Seerettungs- und anderen demokratischen Organisationen. „Seebrücke statt Seehofer“ steht auf vielen Schildern der Demonstrierenden. Die Bundesregierung – von Seehofer getrieben – trägt ein gewaltiges Maß an Mitverantwortung dafür, dass Schiffe mit Flüchtlingen an Bord nicht anlegen dürfen, und wenn doch, die Crew festgesetzt und kriminalisiert wird. Seenotrettung ist eine Pflicht und kein Recht! Aber inzwischen werden die Lebensretter zu Straftätern erklärt. Wann wird Feuerwehrleuten verboten, den Brand in einer Flüchtlingsunterkunft zu löschen?
Erhebt eure Stimme, in der Gewerkschaft, unter Arbeitskollegen, bei Freunden und Verwandten. Unterstützt den Protest!
Hier findet ihr die Termine der Demonstrationen und Veranstaltungen: https://seebruecke.org
Wer die Proteste der Seebrücke finanziell unterstützen will, kann das hier tun:
Mensch Mensch Mensch e.V., IBAN: DE07430609671167120503, BIC: GENODEM1GLS, GLS Gemeinschaftsbank
Direkt die Seenotrettung finanziell unterstützen kann man bei verschiedenen Organisationen, zum Beispiel bei https://sea-watch.org/spenden/. Hier könnt ihr direkt online spenden und nachsehen, was mit eurer Spende bewirkt werden kann.
Natürlich reicht all das nicht aus. Die Bundesregierung arbeitet bereits an einem neuen Konzept. Sie hat mehreren afrikanischen Regierungen viel Geld dafür bezahlt, dass sie die Fluchtwege zusperren. Statt Ertrinken im Mittelmeer – Verdursten in der Sahara! Das macht einen besseren Eindruck. Und es wird noch schwerer, unmittelbar zu helfen.
Die kapitalistische Ausbeutung ist die Mutter all unserer Probleme. Ihre furchtbarsten Ausgeburten sind Faschismus und Krieg. Unser gemeinsamer Kampf ist gefordert!