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Nahrungsmittelknappheit bedroht noch immer die Demokratische Volksrepublik Korea

Nach der Hungersnot im vorigen Jahr als Folge von Überschwemmungen und Dürre in drei aufeinanderfolgenden Jahren, sowie des Orkans, der im August 97 die Westküste Koreas ge­troffen und ein Großteil der Reisernte in den Küstenprovinzen vernichtet hat, hat das Land noch immer große Probleme mit der Nahrungsmittelversorgung seiner Bevölkerung. Die ko­reanische Presseagentur KCNA berichtete, daß die Getreiderationen Anfang Februar 98 auf 200 Gramm pro Person reduziert werden mußten.[1]

Durch die Hungersnot im vergangenen Jahr und den Schaden an der landwirtschaftlich nutz­baren Fläche (das sind nur ca. 20% des Landes, der Rest ist bewaldet, bzw. besteht aus Ber­gen) ist das Land nicht in der Lage gewesen, ausreichende Vorräte anzulegen, um die Zeit bis zur nächsten Ernte zu überbrücken.

Das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen hat erneut einen Aufruf zu internationaler Unterstützung bei der Wiederherstellung der Lebensmittelproduktion erlassen. Das Welternäh­rungs­programm der UNO beabsichtigt, das Land zunächst mit einer Nothilfe zu unterstützen.

Im Kampf gegen die Hungersnot...[2]

Um den Kapitalismus in Südkorea zu retten, hat der kapitalistische Westen in Form des Internatio­nalen Währungsfonds (IWF) 57 Milliarden Dollar locker gemacht. Zur Behebung der Lebensmittel­knappheit in Nordkorea hatte er dagegen 1997 kaum 100 Millionen Dollar übrig. Noch immer ist das ganze Land im Einsatz, um den Schaden zu beheben, der durch die vergangenen Katastrophen entstanden ist.

„Auf dem flachen Land sahen wir, wie Arbeiter, Angestellte und Soldaten halfen die Ernte einzuho­len. Flüsse wurden ausgebaggert, Deiche verstärkt. In der Küstenprovinz Süd-Huangoe bauten zehntausende Arbeiter einen 104 km langen Deich und bewegten dabei tausende Tonnen Erde.

Alle Bauernhöfe im Bezirk Sinchow der Provinz legten neue Hühnerzuchtstationen, Fischweiher und Gewächshäuser an. ,Die Arbeiterpartei Nordkoreas brachte 100.000 Menschen auf die Beine, dar­un­ter 3.000 Sodaten der Volksarmee, um uns bei der Wiederherstellung der Deiche im ganzen Be­zirk zu helfen’, erzählte uns ein Verantwortlicher für einen Bauernhof, der durch den Orkan ver­nich­tet worden war.

...tausende Kinder vor dem Hungertod gerettet

Die Regierung der DVRK konnte tausende Kinder dank der im ganzen Lande kostenlosen Gesund­heitsvorsorge vor dem Tod bewahren.

Beim Besuch der Kinderkrippen von zwei landwirtschaftlichen Kooperativen konnten wir mit eigenen Augen sehen, daß es ihnen trotz der Lebensmittelknappheit gelungen war, die unterernährten Kin­der rechtzeitig aufzunehmen und zu versorgen. Aber darüber schweigen die westlichen Regierun­gen und ihre Medien. Sie behaupten das Gegenteil, nämlich, daß ,das nordkoreanische Gesund­heits­sys­tem zusammengebrochen ist’, (Internationales Rotes Kreuz, zit. nach CNN, 6.11.97) und daß das ,sozialistische System einfach nicht mehr funktioniert’. (Washington Post, 19.10.97)

Wir besuchten auch das Frauenkrankenhaus der Hauptstadt Pyongyang, das 1996 von der UNICEF einen Preis für die hohe Qualität der Säuglingsversorgung erhalten hatte. Das Hospital war restlos belegt: 1500 Frauen und 500 Babys. Der Aufenthalt und alle Behandlungen sind kostenlos. Für Frühgeburten stehen modernste Einrichtungen zur Verfügung.

Es mangelt jedoch an ausreichend Medikamenten. Trotzdem konnten im Herbst 97 alle Kinder ge­gen die wichtigsten Kinderkrankheiten geimpft werden. Das Land stellt selbst wirksame Medika­mente her, die allerdings zur Zeit nur 40% des Bedarfs decken.

,Wegen der Lebensmittelknappheit und den ökonomischen Schwierigkeiten ist es in jedermanns In­teresse, daß Nordkorea Verbindungen zu anderen Ländern herstellt’, sagt Amnesty International. (News 169/97, Oktober 97)

Aber niemand protestiert gegen das amerikanische Embargo, das es Nordkorea verbietet, bezahlte Lebensmittel und Ausrüstungen einzuführen oder eigene Produkte auszuführen. ,Korea hat seine Türen nicht geschlossen, sie werden von außen abgeschlossen’, sagt uns ein nordkoreanischer Di­plomat in Paris.

Westliche Hilfe in der Regel nur gegen „Reformen“

Fünfzig Jahre lang stellten die imperialistischen Länder, allen voran die USA, Südkorea als das Mo­dell gegen den sozialistischen Norden dar. Doch dieses Modell ist heute bankrott. Trotzdem bedau­erte das Europäische Parlament, in dem die Sozialisten und Sozialdemokraten die Mehrheit haben, daß ,das Regime in Pyongyang so wenig Willen an den Tag legt, um ernsthafte ökonomische Refor­men zu beginnen’. Europa wolle die Lebensmittelhilfe abhängig machen vom ,Vorankommen der Reformen in der Wirtschafts- und der Landwirtschaftspolitik’. (Europäisches Parlament, 23.10.97)

Die Menschen in der Demokratischen Volksrepublik Korea wissen jedoch all zu gut, wie viel besser der Sozialismus gegenüber den sog. Reformen, d.h. der Einführung der kapitalistischen Profitwirt­schaft für sie ist.

Einen kleinen Lichtblick stellt die Vereinbarung dar, die nach dreitägigen Verhandlungen am 27.März 98 in Peking zwischen den Rot-Kreuz-Verbänden aus Nord- und Südkorea getroffen werden konnte: Mit einer Lieferung von 50 000 Tonnen Nahrungs- und Düngemittel an den notleidenden Norden soll Ende Mai begonnen werden. Nach Einschätzung der FAO werden die Getreidevorräte Nordkoreas aber schon Ende April aufgebraucht sein. Bis zur nächsten Ernte im September und Oktober wird das Land vollkommen abhängig von Hilfslieferungen aus dem Ausland sein. (AFP, 28.3.98)

1 Nach der ersten Überschwemmung 1995 hat die DVRK ein öffentliches Verteilungssystem eingeführt. Es garantiert eine ehrliche Verteilung des verfügbaren Getreides an alle Nichtbauern. Die UNO bestätigt die Effi­zienz dieses Systems. Die normale tägliche Ration beträgt 700 Gramm Getreide pro Erwachsenen, 600 Gramm pro Kind im mittleren Schulalter und 500 Gramm in den ersten Schuljahren. Die deutliche Verringerung der Rationen beeinträchtigt vor allem die Entwicklung der Kinder und die Gesundheit der Alten.

2 Die Informationen und Zitate im folgenden sind dem Bericht einer Delegation der Partei der Arbeit Belgiens (PVDA) von einer Reise im Oktober 97 entnommen, veröffentlicht in der Zeitschrift „Internationale Solidarität“ vom Februar 98.

Spendenaufruf

Liebe Leserinnen und Leser,

noch immer leidet ein ganzes Volk unter den Folgen von Naturkatastrophen, die sich gerade des­halb so verheerend ausgewirkt haben, weil der sozialistische Teil Koreas, die DVRK, einem weltwei­ten US-Embargo unterworfen ist und nicht einmal mit seinen Landsleuten im Süden Handel trei­ben kann. Die Hilfe der reichen kapitalistischen Länder ist bis heute völlig ungenügend und wird zyni­scherweise oft an politische Bedingungen („Reformen“) geknüpft.

Man muß es zur Kenntnis nehmen: der Hunger wird von Imperialisten aller Schattierungen als politi­sche Waffe benutzt, um ein kleines sozialistisches Land zu erdrosseln!

Die Demokratische Volksrepublik Korea braucht mehr denn je die internationale Solidarität der Völ­ker, d.h. für uns, die praktische Solidarität aller fortschrittlichen Menschen in unserem Land!

Die Kommunistische Arbeiterzeitung (KAZ) ruft erneut zu Spenden für das Volk von Nordko­rea auf.

(Der Spendenaufruf in der KAZ 286 hat 4000,-DM erbracht, die von der diplomatischen Vertretung der DVRK in Berlin mit großem Dank entgegengenommen wurden.)

SPENDENKONTO: 109 406 - 859 B. Danner, Postbank Nürnberg, BLZ 760 100 85

STICHWORT: „Demokratische Volksrepublik Korea”

1997 wurde die Amerikanerin Jody Williams als Initiatorin der Internationalen Kampagne gegen Minen mit den Friedensnobelpreis ausgezeichnet. 123 Länder haben bisher den Vertrag über das Verbot von Landminen unterzeichnet. Jetzt hat Williams Südkorea aufgefordert, dem Vertrag beizutreten und die Minen an der Grenze zwischen den beiden Teilen des Landes zu räumen.

Die US-Regierung, Auslöser des Koreakrieges und der Teilung des Landes und seitdem bestrebt, den sozialistischen Norden politisch wie wirtschaftlich zu isolieren, ist da nach wie vor anderer Meinung.

aus: FAZ vom 22.01.1998

Ob das koreanische Volk diese mörderische Teilung seines Landes auf die Dauer hinnimmt? Immerhin hat der südkoreanische Präsident Kim Dae Jung Anfang April ein zugesagtes bilaterales Treffen mit hochrangigen Vertretern Nordkoreas als „bedeutenden Fortschritt und Wandel“ in den Beziehungen zwischen Norden und Süden der koreanischen Halbinsel bezeichnet. (AFP)

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