KAZ
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Editorial

-Globalisierung-, der ultramoderne Ausdruck für die Verschärfung der gesellschaftlichen Gegensätze soll heißen: absolute Flexibilität, d.h. Akzeptieren des Kapitalismus als „natürlich”; soll heißen: Verwischung der Grenzen von oben und unten; soll heißen: alle an einem Strang ziehen für die Profitinteressen der wenigen auch und gerade in diesem Land; soll heißen: Verbeugung vor der vermeintlich unumstößlichen Allmacht der herrschenden Klasse; soll heißen: Abstrahierung der Machtverhältnisse oder „es soll kein Siemens mehr verantwortlich und haftbar gemacht werden für Entlassungen, Stillegungen und Verlagerungen und kein Kohl mehr für Sozialraub und Steuerlast.

Im Zuge der Globalisierung schaffen die Herrschenden Begrifflichkeiten zur Verdrehung der Wirklichkeit:

- Kriegseinsätze der Bundeswehr zur Neuaufteilung der Welt heißen friedenssichernde Maßnahmen.

- Massenentlassungen heißen Stand­ortsicherung und Kampf um Erhalt von Arbeitsplätzen „Besitzstandswahrung“.

Wer, wenn nicht die Arbeiter und Angestellten bekommen hierzulande unter der permanenten Bedrohung der Entlassung am heftigsten die Auswirkungen der Globalisierung am eigenen Leib schmerzhaft zu spüren: Reallohneinbußen, Kürzungen der Schichtzulagen, Kürzungen des Weihnachtsgeldes, verminderte Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und die damit zum Teil verbundene Bespitzelung seitens der Unternehmer, stetige Erhöhung der Sozialabgaben wie z.B. die Er­höhung der Krankenkassenbeiträge, die Ein­­führung der Pflegeversicherung, Notopfer-Krankenkasse, Heraufsetzung des Rentenalters usw. usw.

Trotz dieser erheblichen Mehrbelastungen wird Arbeit immer mehr zu einem Privileg und soll als Gnadenakt der Unternehmer erscheinen.

Die Arbeit, Ausgangspunkt menschlicher Existenz wird zum Fluch für die Arbeitenden.[1]

„Wenn in einem Betrieb eine neue Maschine zum Einsatz kommt, kann mehr produziert werden in weniger Zeit. Das ist gut.

Wenn die gesamte Produktion mit neuer Technologie neu umgestaltet wird, kann mehr produziert werden in weniger Zeit. Auch das ist an sich sogar sehr gut !?

Wir müßten also, so gesehen, alle weniger arbeiten und könnten besser leben, Ist das zuviel verlangt? Warum zum Teufel, müssen dann 800 Millionen in der Welt hungern, warum grassiert bei uns die Ausweitung der Obdachlosigkeit, warum steigt in den reichsten Ländern die Erwerbslosigkeit, d.h., immer weniger müssen an immer längeren Arbeitstagen immer mehr produzieren; selbstverständlich ohne Wegfall der klassischen, unter den Decknamen ,Gruppenarbeit’ oder ,Lean-Production’ getarnten, ,Antreiberei.’ “

Mit dem Schwerpunktthema „Globalisierung” wollen wir einen Beitrag leisten, die neueren Entwicklungen im Imperialismus faßbar zu machen und die sich hinter dem Rauchvorhang dieser Propagandaformel verbergenden Interessen und Klassen sichtbar machen.[2]

Der Spendenaufruf unserer letzten Ausgabe hat bisher 4.000 DM eingebracht, die persönlich bei der Botschaft der Demokratischen Volksrepublik Korea überreicht werden. Auf diesem Wege möchten wir uns bei den Spendern bedanken und hoffen, daß weiterhin zahlreich ihrem Beispiel gefolgt wird.

Spendenkonto 109 406 - 859
B. Danner, Postbank Nürnberg
BLZ 760 100 85

1 Folgender Textauszug wurde dem Entwurf zu dieser KAZ entnommen und von streikenden Studenten auf einer Betriebsversammlung von Opel Bochum für eine Rede benutzt. (vgl. auch den Beitrag: „Tragt den Streik in die Betriebe“. Ein Student aus Bochum berichtet.)

2 Eine Materialsammlung mit Presseausschnitten, Schaubildern, Statistiken und Zitaten kann bei der Redaktion für 10,- DM (=Kopierkosten) zzgl. Versandkosten bestellt werden.

Und so geht’s weiter:

Die Liste der Schwerpunktthemen: (Änderungen vorbehalten)

KAZ 288 Euro
Redaktionsschluß: 4.4.1998

KAZ 289 Sozialstaat
Redaktionsschluß: 10.7.1998

weitere Schwerpunktthemen:
Bahn AG

Standortdebatte und Gewerkschaften
Militarisierung

Klassenstruktur in Deutschland

Wer zu den einzelnen Themen in einer Arbeitsgruppe mitarbeiten möchte, kann sich gerne an die Redaktion wenden.

Redaktion der
Kommunistischen Arbeiterzeitung

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