In der Nacht vom 14.Mai auf den 15. Mai wurde das Ernst-Thälmann-Denkmal, in der Greifswalder Strasse, Berlin- Prenzlauer Berg mit nazistischen Symbolen beschmiert und geschändet. Dies geschah zum wiederholten Male – wann kommen die Verantwortlichen endlich ihrer Aufgaben nach?
In besagter Nacht wurde das Denkmal mit Hakenkreuzen und SS-Runen beschmiert. Da neben den Nazisymbolen auch mit Schablonen gesprüht wurde (das Gesicht Adolf Hitlers und den für die SS bekannten Totenkopf) kann davon ausgegangen werden, dass es sich um eine gemeinschaftlich vorbereitete Tat gehandelt haben muss. Schon in den letzten Jahren gab es Schändungen durch Nazisschmierereien, mit solchen nationalsozialistischen Symbolen (Hakenkreuze, Runen, Totenkopf) und Parolen aus dem NS, wie „Juden raus“ und „Rotfront verrecke“.
Nachdem die Denkmal-Schändung am Samstag von einem Passanten gemeldet wurde, hat die Polizei die Nazi-Symbole mit Dispersionsfarbe übermalt, was nicht dazu führte, die NS-Symbole ganz zu verdecken – bsp. sind die Schablonen-Sprühereien grösstenteils noch sichtbar. Ganz abgesehen davon, haben wir, das Aktionsbündnis Thälmann-Denkmal, der Polizei und dem Naturschutz- und Grünflächenamt (NGA) angeboten, uns sofort bei faschistischen Schmierereien zu informieren, da wir die Kapazitäten und Kräfte haben, solche Graffiti in kürzester Zeit restlos zu entfernen. Die Dispersionsfarbe der Polizei erschwert diese Arbeit nur, weil diese mühseliger zu entfernen ist, als Lackfarbe. Dazu kommt, dass wir für unsere Reinigungsaktionen monatelang prüfen mussten, welche Reinigungsmittel und -methoden das Denkmal nicht beschädigen, während die Polizei Farbe benutzt, die die Bronze des Denkmals angreift. Auch darauf wurde die Polizei bereits hingewiesen.
Die Verunstaltung des Denkmals mit Nazi-Symbolen wurde und wird begünstigt durch den völlig unzureichenden Schutz (z.B.: keine Beleuchtung) des Denkmals und durch die nicht ausreichende Obhutspflicht der dafür zuständigen Organe und Institutionen. Wir betreuen im Rahmen unserer Möglichkeiten das Thälmann-Denkmal nun schon seit 5 Jahren, dabei haben wir nicht nur geredet und gefordert, sondern selbst auch zugepackt.
Wir denken, dass bei allen unterschiedlichen Positionen, die man zu diesem Denkmal haben kann, seine derzeitige Behandlung hochgradig kultur- und würdelos ist. Die Hauptstadt Berlin muss mit einem Thälmann-Denkmal leben können. Die Traditionen der Stadt wurden nicht nur durch die Hohenzollern, sie wurden auch durch die Arbeiterbewegung geprägt.
Und wer heute gegen Rechtsextremismus auftritt und dabei jedoch bedeutende antifaschistische Persönlichkeiten missachtet und diskreditiert, macht sich unglaubwürdig.
Wir sind ein linkes Bündnis von Parteien, Organisationen, Einzelpersonen und Anwohnern des Thälmann-Parks, das sich zur Aufgabe gemacht hat, das antifaschistische und Arbeiterdenkmal für Ernst Thälmann zu betreuen. Wir sehen unsere Tätigkeit als Weiterführung des Kampfes der Anwohner des Thälmann-Parks, die sich 1997 für den Erhalt des Namens „Ernst-Thälmann-Park“ und damit auch für das Denkmal ausgesprochen haben. Unsere Arbeit besteht aus ehrenamtlichen Reinigungsaktionen – von denen wir seit 1999 mehr als 15 durchgeführt haben! – Veranstaltungen zu der Person Ernst Thälmann, zur Geschichte der Arbeiterbewegung und zu antifaschistischem Widerstand. Wir haben seit unserem Bestehen 10 Kundgebungen vor dem Denkmal organisiert und die Person Thälmann und das von dem sowjetischen Künstler Lew Kerbel geschaffene Denkmal in Presse und Medien bekannt gemacht.
Es gibt also Menschen in dieser Stadt, die sich seit Jahren um dieses Denkmal kümmern, wann kümmern sich die Verantwortlichen (Polizei, Bezirksamt, Denkmalschutzbehörde und Bezirksverordnetenversammlung)?
Email: thaelmanndenkmal@yahoo.de