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KAZ-Fraktion: „Ausrichtung Kommunismus”

Die „Antideutschen“

Jede Aussage kann man durch Übertreibung ad absurdum führen. Aus der richtigen Losung: „Der Hauptfeind steht im eigenen Land“ kann man durch Übertreibung die Losung zimmern: „Der Hauptfeind ist das eigene Land“. So machen es verschiedene Gruppen, die sich plakativ als „antideutsch“ bezeichnen und seit einiger Zeit vor allem unter antifaschistisch engagierten Jugendlichen Verwirrung stiften.

Vorweg: Die „Antideutschen“ und deren provokante (und z.T. provokatorischen) Positionen haben mit den Erkenntnissen der großen Denker der marxistisch-leninistischen Theorie zur nationalen und sozialen Frage nichts gemein. Sie sind vielmehr Ausdruck der Verzweiflung in linken Kreisen des Kleinbürgertums, dass in der BRD bis hinein in die Arbeiterbewegung chauvinistische Standpunkte (wie z.B. die Gewerkschaftsführungen in der Standortdebatte) an Boden gewinnen.

Und bei aller notwendigen Abgrenzung zu den Positionen der „Antideutschen“ sollten wir nicht vergessen, dass aus diesen Kreisen – auch – der (schwache) Wider­stand in Westdeutschland gegen die Einverleibung der DDR mitgetragen wurde.

Aber damit fingen die Differenzen auch schon an, offenbar zu werden. Auf der bedeutendsten Aktion der westdeutschen Linken gegen die Einverleibung der DDR, der Demonstration vom 12. Mai 1990 in Frankfurt, stand die Losung „Nie wieder Deutschland“ gegen unsere Parole„Nie wieder Großdeutschland. Stoppt den Marsch ins 4. Reich!“

Im Folgenden versuchen wir den Weg der „Antideutschen“ relativ unpolemisch nachzuzeichnen, weil sie auch ein Spiegel – manchmal ein Zerrspiegel – der Auseinandersetzung innerhalb der Linken sind, im Ringen um Klarheit in zentralen politischen Fragen. Kritisch und polemisch befassen wir uns mit Positionen der „Antideutschen“ zur Arbeiterklasse, zur nationalen Frage (s. „,Antideutsche’ im Sumpf verrannt“ S. 12 ff. und „Unser Pariotismus“ S. 16), zu Antisemitismus und der sog. Wertkritik (siehe „Ausschwitz war eine Fabrik zur ,Vernichtung des Werts’ (M. Pastone)?“ S. 17 ff.), zu Islam und arabische Welt.

Vorgeschichte

Der Kommunistische Bund (KB), organisatorischer Vorgänger der Antideutschen.

Mitte der Siebzigerjahre änderte der KB seine politische Schwerpunktsetzung. Vom Proletariat enttäuscht, das für den KB keine revolutionäre Kraft mehr darstellte, wandte man sich den Neuen Protestbewegungen, wie die Anti-AKW-Bewegung zu und versuchte, diese „ein bisschen zu radikalisieren und effizienter zu formieren“, was den KB vergleichsweise erfolgreich machte. Der Marburger Politikwissenschaftler Georg Fülberth beschrieb den KB aufgrund seiner Fähigkeit, neue Themen, die in der Gesellschaft auftauchten, „in seine eigene Politik aufzunehmen, mit älteren Theorie-Elementen zu amalgamieren und sie somit zumindest für sich selbst nach links hin zu sortieren“, als „linkes Trüffelschwein“.

1979 wechselten einige zentrale Mitglieder als „Gruppe Z“ zu den Grünen.

1989/90 zu Zeiten der Einverleibung der DDR brach der Konflikt dann richtig auf. Es bildeten sich zwei einander ausschließende Positionen, die „Mehrheit“ und „Minderheit“ genannt wurden.

Die „Minderheit“ nannte sich nach der endgültigen Trennung 1991 „Gruppe K“. Ihre Mitglieder wie Jürgen Elsässer, Matthias Küntzel oder Heiner Möller spielten in der Folge eine herausgehobene Rolle in der „antideutschen“ Linken. Die Gruppe K gab auch die Zeitschrift „Bahamas“ heraus, die bis heute existiert und sich zur Plattform der extremsten „antideutschen“ Position entwickelte.

Aus der Ablehnung der so genannten Wiedervereinigung entstand in der Linken eine neue Strömung, die sich selbst antinational nannte.

Die Strömung bestand zunächst aus durch ihre Gegnerschaft zu einem vereinten Deutschland politisch heimatlos gewordenen Einzelpersonen, Mitgliedern des KB und anderer Organisationen. Diese sammelten sich in Diskussionszirkeln, wie dem im Dezember 1989 gegründeten Hamburger „Roten Forum“, das als erstes den Slogan „Nie wieder Deutschland“ in Umlauf brachte.

Bereits im April 1989 hatte eine Gruppe von Linken in Hamburg beschlossen, eine neue strömungsübergreifende Plattform mit dem Namen „Radikale Linke“ (RL) ins Leben zu rufen. Die Gründungsmitglieder dieser Plattform beschrieb der Journalist und Mitbegründer Oliver Tolmein als „Noch-Grüne, Kommunisten, Unorganisierte“. Initiatoren der RL waren vor allem Teile des ökosozialistischen Flügels der Grünen. Einige, wie Rainer Trampert und Thomas Ebermann, traten 1990 mit der Perspektive der „Radikalen Linken“ aus ihrer Partei aus. Andere wie Jutta Ditfurth blieben vorerst bei den Grünen.

Die Radikale Linke war zunächst nicht antideutsch ausgerichtet. Der Schwerpunkt lag in der Auseinandersetzung mit den Grünen, die sich immer deutlicher in Richtung Regierungsbeteiligung orientierten.

In den „Grundlagen der Radikalen Linken“ wurde daher vor allem der „rosa-grüne“ Anpassungsdruck als gesellschaftlicher Trend kritisiert. Für die RL bleibe nur die Rolle der „Opposition im Zeitalter der rosagrünen Besoffenheit“. Den Grünen gehe es um eine „Modernisierung des Kapitalismus“: Gleichzeitig mit dem Versuch, ihn umweltverträglicher, frauenfreundlicher und friedlicher zu machen, setze eine soziale Deregulierungsoffensive ein. Der Konsens für diese Modernisierung sei weit gefächert und reiche von den Grünen über DKP und SPD bis zum Heiner-Geißler-Flügel der CDU. Die Radikale Linke wollte dagegen die „Kraft der Negation“ sein.

Kurze Zeit später wurde dieser Text von den historischen Ereignissen überholt. Infolge der Maueröffnung am 9. November 1989 radikalisierte sich die RL und wandte sich mit Blick auf die Einverleibung gegen die „nationale Besoffenheit“. So wurde beim vierten Treffen der RL im Januar 1990 kurzfristig die Tagesordnung geändert und unter dem Titel „Nie wieder Deutschland“ eine Erklärung gegen die Wiedervereinigung beschlossen.

Auch auf den Kommunistischen Bund hatte die neue Situation beträchtliche Auswirkungen. In der letzten gemeinsamen Erklärung im Dezember 1989 erklärte das Leitende Gremium (LG) des KB: „Wir lehnen die Wiedervereinigung nicht gezwungenermaßen oder unwillig, nicht bedrückt oder als Verzicht von etwas ab, das man eigentlich gern hätte. Wir lehnen sie ab, weil es nach dem dritten kein viertes Reich geben darf und weil wir Internationalisten sind. [...] zusammen wollen wir ‚Deutschland’ bekämpfen und durchsetzen, was ansteht: Die Anerkennung der DDR!“ In der folgenden Debatte bildeten sich, wie bereits anfangs angeführt, zwei Richtungen heraus, die nach den Mengenverhältnissen „Mehrheit“ und „Minderheit“ genannt wurden. Die Mehrheit war der Ansicht, dass man mit der Tatsache Wiedervereinigung umzugehen habe und orientierte sich in Richtung PDS, während die Minderheit die Auffassung vertrat, die Vereinigung dürfe nicht akzeptiert werden und müsse bis „fünf nach zwölf“ bekämpft werden. Die BRD-Linke müsse „den Hass auf das eigene Vaterland schüren und es bekämpfen“.

Die Minderheit lehnte die Orientierung auf die PDS und die Zusammenarbeit mit DDR-Linken ab, weil das eine Akzeptanz des Einheitsprozesses darstellen würde. Sie befürchtete, dass nach einer Wiedervereinigung die „innerimperialistischen Widersprüche beim Wegfall des gemeinsamen Gegners wieder aufbrechen und eskalieren würden – bis hin zum Krieg“. Ihre uneingeschränkte Ablehnung der Wiedervereinigung brachte die „Minderheit“ wieder mit einigen ehemaligen KB- und Grünen-Mitgliedern der „Gruppe Z“, wie Thomas Ebermann und Rainer Trampert in der RL zusammen.

Die „Minderheit“, versuchte die „antideutsche“ Position in der RL voranzutreiben. Die „Mehrheit“ kritisierte die sich als „Kraft der Negation“ verstehende RL: Für eine solche Art der Opposition seien die Bahamas oder die Kanarischen Inseln „der hinreichend weit entfernte und klimatisch bekömmliche Ort“.

Für den 12. Mai 1990 mobilisierte die RL zusammen mit der KB-Minderheit und Einzelpersonen zu einer „Demonstration gegen deutschen Nationalismus, Kolonialisierung Osteuropas und die Annexion der DDR“ nach Frankfurt. Unter dem Motto „Nie wieder Deutschland“ (Die Äußerung „Deutschland? Nie wieder!“ wurde Marlene Dietrich zugeschrieben) sollte die „Initiative ergriffen werden, den Widerstand gegen die Wiedervereinigung“ sichtbar zu machen und die „Volksgemeinschaft der Demokraten“ zu provozieren. Die linken Gegner der Wiedervereinigung befürchteten ein „Viertes Reich“ und einen aggressiven deutschen Nationalismus. Dazu beigetragen hatten die Wahlerfolge der Republikaner und Äußerungen von Regierungsmitgliedern zur deutschen Ostgrenze, die als unverhohlene Drohung gegenüber Polen interpretiert wurden.

Neben der Vergangenheit war auch die vermutete ökonomische Stärke eines vereinigten Deutschlands zu befürchteten. „Ein vereinigtes Deutschland wird die ökonomische Hegemonie über West- und Osteuropa besitzen und die politische Führung behaupten. Imperialistischer Größen- und Eroberungswahn und eine auch militärische Dynamik könnten die Folge sein.

Das zentrale Argument gegen die „Wiedervereinigung“ war die deutsche Vergangenheit. So hieß es im Aufruf zur Demonstration: „Es ist das Land, in dem selbst der Faschismus in einer einzigartigen niederträchtigen, von Vernichtungswillen geprägten Form, als Nationalsozialismus an die Macht gebracht wurde. Allein in der Teilung Deutschlands war eine friedlichere Entwicklung angelegt.“ Der Aufruf beschreibt diese Position als „antideutsche“: „Wir halten die antideutsche Haltung für die einzig richtige. Nicht weil wir uns überwiegend hier geborene als die besseren Deutschen profilieren möchten oder glauben, uns aus der Geschichte dieses Landes stehlen zu können. Sondern weil wir in der entschiedenen Opposition gegen die Wiedervereinigung die einzige Möglichkeit sehen, uns der Verlängerung der blutigen deutschen Geschichte entgegenzustellen.

Die Demonstration wurde von einem breiten Bündnis der westdeutschen Linken getragen; mehr als 100 Organisationen und Gruppen hatten sich zur Teilnahme entschlossen. Dem Aufruf folgten etwa 14.000 Menschen.

Die Demonstration stellte knapp ein Jahr nach ihrer Gründung auch den Höhepunkt der „Radikalen Linken“ dar. In der sehr heterogen zusammengesetzten Koalition aus Linken unterschiedlicher politischer Herkunft gab es Einigkeit nur in Bezug auf die Ablehnung der sog. Wiedervereinigung.

Diese Übereinstimmung wurde derart unterschiedlich begründet, dass spätere Auseinandersetzungen abzusehen waren. Die Uneinigkeit im Bündnis zeigte sich schon während der „Nie-wieder-Deutschland“-Demonstration.

Einige autonome Gruppierungen erwarteten in ihren Redebeiträgen einen massenhaften Widerstand von unten gegen das sich entwickelnde neue Deutschland, während beispielsweise die KB-Minderheit die deutsche Bevölkerung von Rassismus und Nationalismus getrieben sah.

Kurz nach der als Erfolg gewerteten Großdemonstration begannen die Widersprüche in der RL aufzubrechen. Auf ihrem Juni-Kongress 1990 beschloss die RL eine nächste Großdemonstration für den 3. November. Diese Demonstration fand nicht mehr unter dem Motto „Nie wieder Deutschland“ statt, sondern benutzte eine Zeile aus Paul Celans „Todesfuge“ als Slogan:

„Der Tod ist ein Meister aus Deutschland“. Der „antideutsche“ Flügel in der RL hatte versucht, die provokante „Nie-Wieder-Deutschland“-Kampagne fortzuführen und dafür am geschichtsträchtigen 9. November in der „Heldenstadt“ Leipzig zu demonstrieren. Jedoch wurde dies von einer Mehrheit in der RL abgelehnt. Die Unterlegenen werteten dies als Verzicht auf eine antinationale Schwerpunktsetzung.

Auch in Bezug auf die ersten gesamtdeutschen Wahlen am 2. Dezember 1990, auf die sich Teile der RL und andere Gruppen konzentrierten, existierte keine übereinstimmende Position. Die Minderheitsfraktion des KB rief mit der Parole „Keine Stimme für Deutschland – Reichstagswahlen ohne uns“ zum Wahl-Boykott auf: „Nicht weil es Wahlen sind, sondern weil es diese Wahlen sind [Hervorhebung i. O.].“ Jedwede Beteiligung an den Wahlen stelle eine Legitimation der Wiedervereinigung dar. „Wir müssen versuchen, den Wahlkampf zu nutzen, antinationale Politik ins Bewusstsein zu rü­cken.“ Während die „Minderheit“ eine „PDSierung in der bundesrepublikanischen Linken“ befürchtete, hatte sich ein Teil der RL ähnlich wie die KB-Mehrheit inzwischen auf die PDS zu bewegt. Andere wie Jutta Ditfurth traten als Kandidaten der Grünen an.

Nach erfolgter Einverleibung klang das Interesse an antideutscher Politik bei vielen Linken schnell ab.

Der Teil der RL, der an einer „antideutschen“ Ausrichtung festhalten wollte, begründete seine Haltung mit immer aggressiveren antisemitischen Aktionen, einer von Regierungsseite initiierten Diskussion um die Oder-Neiße-Grenze, der Asylrechtsdebatte und drohenden Bundeswehreinsätzen außerhalb des NATO-Territoriums.

Während der „Nie-wieder-Deutschland“-Kampagne waren Israel und der Antisemitismus innerhalb der Linken noch kein Thema.

In diesem Zusammenhang bildete der Golfkrieg von 1991 gleich eine doppelte Zäsur. In den Debatten um den Golfkrieg spaltete sich die neue Bewegung sofort, und es bildete sich eine Position, die bisher für eine radikale Linke nicht vorstellbar gewesen wäre: Die Unterstützung des Kriegs gegen den Irak durch die USA und ihre Verbündeten. Begründet wurde diese Haltung mit der Bedrohung Israels durch irakisches, mit deutscher Hilfe produziertes Giftgas. Diese Position konnte zwar auch innerhalb der damaligen „antideutschen“ und antinationalen Linken keine Mehrheit finden, aber ihre Bedeutung kann als immens beurteilt werden. Sie bildete das Analyseraster, das für alle kommenden Debatten und Konflikte wieder angewandt wurde: die Analogiebildung zu den Frontstellungen des Zweiten Weltkriegs. Der positive Bezug auf die USA als Gegner des Nationalsozialismus konnte sich bis 1995 in der „antideutschen“ Linken durchsetzen. Als in diesem Jahr der fünfzigste Jahrestag der Bombardierung Dresdens und der Kapitulation der Wehrmacht anstand, glorifizierten die „Antideutschen“ die Rolle der Alliierten und rechtfertigten auch die Bombardierung der Zivilbevölkerung. Zuvor hatte die Zerstörung Dresdens innerhalb der Linken zwar als unvermeidliche Rückkehr des Kriegs an seinen Ausgangspunkt und als Vergeltung für die Bombardierungen von Guernica, Warschau, Rotterdam, Coventry usw. durch die Nazi-Luftwaffe gegolten; aber es wurde auch als Kriegsverbrechen der westlichen Alliierten gewertet.

Aber nicht nur damit wurde ein Bruch vollzogen. Entscheidender war die Abkehr vom Proletariat. Nach der Analyse der „Antideutschen“ hatte die deutsche Arbeiterklasse (!) das Dritte Reich bis zuletzt unterstützt. Die Konsequenz der Auseinandersetzung um diese Frage war, dass sich Teile der Autonomen von den „Antideutschen“ entfernten.

Die politische Grundlage für die behauptete Verstrickung eines Großteils der Deutschen in die Verbrechen des Nationalsozialismus und die Ablehnung des traditionellen Marxismus vermeinten die „Antideutschen“ 1996 in Goldhagens Studie „Hitlers willige Vollstrecker“ zu finden, der die Ursachen für den Holocaust im Antisemitismus „der“ Deutschen begründet sah.

Der Kosovo-Krieg führte 1999 zu einer weiteren Spaltung. Die Kriegsbegründung der rot-grünen Bundesregierung, die mit der deutschen Vergangenheit argumentierte, bereitete der „antideutschen“ und antinationalen Position Probleme. Waren bisher bislang beide Bezeichnungen nahezu synonym verwandt worden, trennten sie sich jetzt an der Frage des serbischen Nationalismus. Die „Antideutschen“ forderten bedingungslose Solidarität mit Milosevic, während die Antinationalen auch die nationalistische Politik Serbiens kritisierten. Auch in dieser Auseinandersetzung, parallel zum Golfkrieg, wurde das Raster des Zweiten Weltkriegs angelegt, um die eigene Position zu bestimmen: Die Deutschen kämpften mit ihren ehemaligen Verbündeten, den Kosovo-Albanern, wieder gegen Jugoslawien, die Opfer von einst. Dazu musste eine eigenständige interessegeleitete Rolle der USA im Kosovo-Krieg negiert werden.

Erst mit dem 11. September 2001 rückte für die „Antideutschen“ Israel endgültig in den Mittelpunkt. Sie ordneten den Anschlag als antisemitisch und gegen Israel gerichtet ein. Hiermit verschärfte sich die Debatte um den arabischen Antisemitismus, die schon mit der 2. Intifada und der Eskalation im Nahost-Konflikt begonnen hatte. Die „Antideutschen“ forderten unbedingte Solidarität mit Israel und den USA und forderten die USA erstmals sogar zu Militärschlägen auf und kritisierten sie dafür, dass diese nicht konsequent genug ausfielen. Die Kriege gegen den Irak und Afghanistan seien zum Schutz Israels notwendig. Der Schwerpunkt verlagerte sich auf die Kritik des arabischen ’Terrorismus’ und Antisemitismus, der ähnlich bedrohlich wie der deutsche eingeschätzt wurde. In der Konsequenz wurde der Islamismus als neuer Faschismus eingestuft. Im Irak-Krieg zeigte sich ein weiteres Mal die Analogiebildung zum Zweiten Weltkrieg: Bushs „Koalition der Willigen“ wurde mit den Alliierten identifiziert, der Irak als „Frontstaat der islamischen Welt“ mit dem Dritten Reich.

Vordenker

Die „antideutsche“ Linke konnte sich in den Neunzigerjahren mit ihrer Kritik an der deutschen Linken auf einige Denker beziehen, die bereits in den Siebzigerjahren und Achtzigerjahren Antisemitismus, Antizionismus und Geschichtsvergessenheit der Linken kritisiert hatten. Dies waren vor allem der Holocaust-Überlebende Jean Améry sowie Wolfgang Pohrt und Moishe Postone.

Jean Améry

Jean Améry (1912–1978) war Kulturkritiker, Philosoph, Schriftsteller und ist durch seine Essays über Auschwitz und das Weiterleben danach bekannt geworden. Geboren als Hans Maier in Österreich emigrierte er 1938 nach Belgien. Dort wurde er nach dem Einmarsch der Deutschen interniert und nach Frankreich gebracht. Er konnte fliehen und kehrte nach Belgien zurück, wo er sich dem Widerstand anschloss, verhaftet, gefoltert und nach Auschwitz deportiert wurde. Nach dem Krieg zog er nach Brüssel und nahm den Namen Jean Améry an, um seine Verbundenheit mit Frankreich zu demonstrieren. Da er seine Texte weiterhin auf Deutsch verfasste, zunächst aber nicht in der BRD publizieren und die Bundesrepublik auch nicht betreten wollte, veröffentlichte er seine journalistischen Arbeiten in der Schweiz.

Zu einer Ikone der „Antideutschen“ ist Améry neben seiner Biografie als Nazi-Opfer und seiner Unversöhnlichkeit mit Deutschland vor allem durch seine Kritik am Antizionismus der Linken geworden.

Moishe Postone

Der US-amerikanische Historiker und Sozialwissenschaftler Moishe Postone lebte und studierte zwischen 1972 und 1983 in Frankfurt am Main, wo er an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität promovierte. Früh wurde er zu einem Kritiker der deutschen Linken und ihres Verhältnisses zum Nationalsozialismus.

Bereits 1979 veröffentlichte er seinen Text „Antisemitismus und Nationalsozialismus“ in der Frankfurter Zeitschrift „Diskus“. In diesem kritisierte er die Geschichtsvergessenheit der deutschen Linken. Er warf ihr vor, sie würde sich auf die Geschichte der Arbeiterbewegung und des Widerstands gegen den Nationalsozialismus beschränken. Damit würde sie einer „historische[n] Konfrontation mit dem Dritten Reich“ aus dem Weg gehen. Postone forderte die deutsche Linke auf, sich mit dem konkreten Prozess der Vernichtung zu beschäftigen, um die ,QUALITATIVE BESONDERHEIT’ des Holocaust verstehen zu können [Hervorhebung i.O.]“. Da sie diese Konfrontation vermied, sei die deutsche Linke nicht fähig, die Besonderheit der deutschen Vergangenheit zu erkennen. Das zeige sich unter anderem darin, dass sie lieber den Terminus Faschismus anstatt Nationalsozialismus verwendet. Dadurch ginge die spezifisch deutsche Komponente des Nationalsozialismus, nämlich die Vernichtung der europäischen Juden, verloren.

1985 wandte Postone sich mit einem offenen Brief an die deutsche Linke, in dem er sich „nicht nur von Grund auf enttäuscht und erbittert, sondern emotional erschüttert“ zeigte. Der Grund für seine Erschütterung lag im Desinteresse, das die deutsche Linke am Besuch von Helmut Kohl und Ronald Reagan auf dem Soldatenfriedhof in Bitburg zeigte, auf dem auch SS-Mitglieder begraben sind. Dieses Ereignis war von der deutschen Linken nahezu unbeachtet geblieben, während sie zu einer großen Anti-Reagan-Demonstration in Hamburg mobilisierte. „Wenn Hunderttausende bereit sind, gegen den amerikanischen Imperialismus zu demonstrieren, und nur ein paar Hundert gegen die Rehabilitierung der Nazi-Vergangenheit, denke ich schon, dass der erste Anlass instrumentalisiert worden ist.“ Der Besuch in Bitburg war für Postone ein Symbol dafür, dass mit der Nachkriegszeit und den damit verbundenen Beschränkungen Deutschlands endgültig abgeschlossen werden sollte. „Dass so viele auf der Linken die ganze Angelegenheit offenkundig als eine zweitrangige Störung betrachten, als ein Stück Show-Business ohne politische Bedeutung, bringt ein Maß von Blindheit zum Ausdruck, das seinerseits nur bestätigt, wie weitgehend die fundamentale Verdrängung im Kern des nachkriegsdeutschen sozialen Bewusstseins die Gegenwart durchdrungen hat und an eine neue Generation übertragen worden ist.“

Wolfgang Pohrt

Der Stuttgarter Publizist und Sozialwissenschaftler, der als „Konkret-Autor seit den Achtzigerjahren die deutsche Linke immer wieder provozieren konnte und laut Konkret-Herausgeber Gremliza ihre „linke deutsche Gemütlichkeit“ gestört hatte, inspirierte in den Neunzigerjahren mit seinen Polemiken die „antideutsche“ Linke; er wurde zu deren eigentlichem Vordenker, was sich auch darin zeigt, dass die „Antideutschen“ bis heute häufig aus seinen Texten zitieren. In den Achtzigerjahren wandte sich Pohrt hauptsächlich gegen die damalige Friedensbewegung, die er eine „deutschnationale Erweckungsbewegung“ nannte, da er in ihr einen neuen gegen die USA gerichteten Nationalismus sah. „Eine Friedensbewegung, die keine Parteien und Klassen mehr, sondern nur noch Deutsche kennt, kann nur einen Teilerfolg erringen: die endgültige Niederlage der Linken.“ Pohrt vermutete, dass in Deutschland weiterhin der Antisemitismus virulent sei, da es in Deutschland aber kaum noch Juden gäbe, würde sich dieser Hass auf Israel richten. So bezeichnete er die Solidarität mit der PLO als eine Parteinahme für einen „großen militanten Heimatvertriebenenverband“ und als Ausdruck des Bedürfnisses, die beschädigte nationale Identität wiederherzustellen.

Im Zweiten Golfkrieg gehörte Pohrt zu den Kriegsbefürwortern. Pohrt hat sich in der Zwischenzeit von den „Antideutschen“ abgewandt und äußerte scharfe Kritik an ihnen. Er bezeichnete seine damaligen Analysen als Fehler: „Ich habe 1989 ff. in den Kategorien von 1933 interpretiert – ich hatte keine anderen. Damals war es ein Irrtum, heute ist es Ideologie geworden.

Positionen der „Antideutschen“

Arbeiterklasse:

Améry, Postone und Pohrt sind im Gegensatz zu den heutigen „Antideutschen“ einer gesellschaftsverändernden linken Perspektive verbunden geblieben und es finden sich viele Positionen, die mit den Einschätzungen unserer Organisation übereinstimmen. Auch wir hatten, wie Postone, das Treffen Kohl/Reagan in Bitburg und ihre Verbrüderung über den SS-Gräbern als Rehabilitierung des Hitlerfaschismus gesehen. Unsere Antwort war die Aufführung von Brechts „Totem Soldaten“, die in Bitburg verboten in Bonn in Szene gesetzt wurde. Postone hat in einem offenen Brief die Friedensbewegung wegen ihres Desinteresses heftig gescholten und damit doch gezeigt, dass sie ihm nicht gleichgültig ist.

Für diejenigen aber, die sich auf Améry, Postone und Goldstein berufen, existiert keine linke Bewegung mehr, aus der sie selbst entstanden sind.

Wir haben anfangs die Entwicklung von Teilen des KB zu den „Antideutschen“ aufgezeigt und dabei festgestellt, dass sich der KB schon in den 70er Jahren enttäuscht von der Arbeiterklasse abgewandt hat. Viele linke Strömungen, Zirkel, Organisationen, entstanden Ende der 60er im Hochgefühl der Studentenproteste, getragen durch kleinbürgerliche Intelligenz, durchliefen ähnliche Schwankungen: Mal war die Arbeiterklasse der Hero, mal war das Kapital übermächtig und nicht zu stoppen, mal war das Proletariat träge und der deutsche Arbeiter schon immer unfähig aufzubegehren. Die Ereignisse 89/90 hinterließen tiefe Spuren bei der Linken: die Vernichtung der DDR, der SU und damit hemmungsloser werdendem deutschen Imperialismus, mit nationalistischer Welle in Deutschland, orgiastischem Abfeiern des Kapitalismus und Verschärfung der Widersprüche weltweit, Revolutionen standen nicht auf der Tagesordnung, Sozialismus war diskreditiert. Der Gegner war übermächtig geworden, doch der entschiedene Protest blieb aus. Der Gegner musste bekämpft werden, doch wo waren die Bataillone?

Im Entstehen der „Antideutschen“ zeigt sich, dass die anfänglichen Versuche, Proteste gegen Groß-Deutschland zu organisieren, bald resigniert eingestellt und statt dessen begonnen wurde, sich ein Weltbild zu schustern, das erklären musste: Es lohnt die Mühe nicht. In diesem Land kann nichts bewegt werden. Hilfe kann nur noch von außen kommen, jeder Feind Deutschlands wird zum Freund und das vermeintlich einzige Hindernis auf dem Weg zum 4. Reich, die imperialistische Weltmacht USA, wird zum rettenden Anker. „Das Großmachtstreben Deutschlands hat einen besonders aggressiven und reaktionären, eben deutschen, Charakter. Die Deutschen, im völkischen Konsens befangen, identifizieren sich vollständig mit der Nation und bilden damit keine Hoffnung mehr auf Opposition“.

Anfangs wurde das Wort Arbeiterklasse noch in den Mund genommen:

Heute ist aus dem „an sich“ guten Proletariat das „an sich“ schlechte, eben deutsche Proletariat geworden.“

Inzwischen geht es nicht mehr um das Proletariat, es geht um „die Deutschen“ und ihre Beteiligung an den Naziverbrechen. Dafür meinten sie, liefere das Buch von Goldhagen (Goldhagen, Daniel Jonah: Hitlers willige Vollstrecker. Ganz gewöhnliche Deutsche und der Holocaust, Berlin 1996) reichlich Beweise.

Goldhagen versucht darin zu erklären, wie es zum Holocaust, der für ihn das „entscheidende Charakteristikum des Nationalsozialismus“ darstellte, kam, und warum dieser nur in Deutschland passieren konnte. Wie der Titel bereits andeutet, lenkte er den Blick auf die Täter selbst und ihre Motivation, er wollte die „Männer und Frauen, die wissentlich an der Ermordung der Juden mitwirkten“, in den Mittelpunkt wissenschaftlicher Analysen des Holocaust rücken. Dabei stellte er fest, dass die „antisemitischen Auffassungen der Deutschen [...] die zentrale Triebkraft für den Holocaust“ waren. Die Vernichtung der europäischen Juden bezeichnete Goldhagen als „nationales Projekt“ der Deutschen:„keine Deutschen, kein Holocaust“. Es sei „vernebelnd und unangemessen“ von „Nazis“ oder SS-Männern als Tätern des Holocaust zu reden. „Der einzig angemessene allgemeine Begriff für diejenigen Deutschen, die den Holocaust vollstreckten, lautet ‚Deutsche’“. Goldhagen folgerte, dass „die große Mehrheit der Deutschen“ nicht anders gehandelt hätte, wären sie in die entsprechenden Positionen gelangt, weil sie genauso antisemitisch dachten. „Man muss den Tatsachen ins Auge sehen: Die deutsche Politik und Kultur hatte sich bis zu einem Punkt entwickelt, an dem die meisten Deutschen hätten werden können, was eine ungeheure Zahl ganz gewöhnlicher Deutscher tatsächlich wurde: Hitlers willige Vollstrecker.“ (vgl. S. 531).

Es folgten heftige Auseinandersetzungen und mehrheitlich ablehnende Kritik bei der Linken. Hierauf meinten die „Antideutschen“ die Beweise gefunden zu haben und eröffneten Debatten durch das Buch „Goldhagen und die deutsche Linke“, (Küntzel, Matthias/Thörner, Klaus: Goldhagen und die deutsche Linke, Berlin 1997) verfasst von einer Gruppe um Matthias Küntzel. Die Autoren hatten die Reaktionen der Linken auf die Goldhagen-Studie untersucht und waren zu dem Schluss gekommen, dass die „deutsche Linke Wege gesucht und gefunden“ hat, „um der Auseinandersetzung mit Goldhagens zentralen Thesen aus dem Weg zu gehen“.

Als Grund für diese „Abwehr“ sahen die „antideutschen“ Autoren, dass Goldhagen mit seiner Arbeit die Möglichkeit für „den Glauben der Linken an das Volk“ und „die Unschuld der Arbeiterbewegung“ zerstört habe. Die Ursachen hierfür sahen sie in der ‚traditionsmarxistischen’ Faschismusforschung, die sich immer noch auf die Thesen von Georgi Dimitroff berufe. Der Holocaust sei für die „Traditionsmarxisten“ nur ein „politischer Nebenschauplatz“, der zudem erst mit der Zerschlagung der Arbeiterbewegung, die frei von Antisemitismus gewesen sei, ermöglicht wurde.

Sie stellen noch einmal fest, warum sie die Debatte um Goldhagen für entscheidend halten. „Die Auseinandersetzung mit Goldhagens Thesen war (und ist) für uns vielmehr ein Gradmesser für die Bereitschaft der deutschen Linken, sich mit der Schoa und deren Ergründung auseinanderzusetzen.

Araber und Islam

Mit dem 11. September verlagerte sich der Schwerpunkt auf die Kritik sogenannter arabischer Terroristen und des arabischen Antisemitismus, der ähnlich bedrohlich wie der deutsche eingeschätzt wurde. In der Konsequenz wurde der Islam als neue faschistische Ideologie („Islamismus“) eingestuft.

Im Irak-Krieg zeigte sich ein weiteres Mal die Analogiebildung zum Zweiten Weltkrieg: Bushs „Koalition der Willigen“ wurde mit den Alliierten identifiziert, der Irak als „Frontstaat der islamischen Welt“ mit dem Dritten Reich.

Um die Zeitschrift „Bahamas“, sammelten sich die expliziten Kriegsbefürworter. Diese begründeten ihre Position mit der „Verteidigung der Zivilisation“ gegen die islamischen Länder. „Nicht weil der Feind meines Feindes mein Freund ist, sondern weil die USA selbst in Gestalt eines Präsidenten Bush im Vergleich zu islamischer Herrschaft oder deutschem Antiimperialismus noch fast ein Menschheitsversprechen darstellen.“ Es geht dabei um Verteidigung des Kapitalismus gegenüber vermeintlich rückschrittlichen Ländern.

„Grundbedingung für eine emanzipatorische Befreiung sind die in den Metropolen zu findenden „zivilisatorischen Fortschritte“. In der momentanen akuten Bedrohungslage gilt es diese zu verteidigen.“

Auch Matthias Küntzel unterstützte die Militärschläge: „Selbstverständlich müssen die amerikanische und die britische Politik weiterhin kritisiert werden. Jedoch nicht deshalb, weil sie die Djihadisten verfolgt, sondern weil sie diese nicht zielgenau und konsequent verfolgt.

Wohin geht der Weg?

Zum 50. Jahrestag der Befreiung vom Hitlerfaschismus sollte nochmals Mobilisierung laufen, was sie als „letztes regressives Aufscheinen dieses falschen Traums von der politischen Praxis“ ansahen. Doch es blieb bei der kurzzeitigen Kampagne und damit der endgültigen Abkehr von der politischen Praxis. In der Folge dieser Diskussionen löste sich ein knappes halbes Jahr nach dem 8. Mai auch die „Gruppe K“ auf, die mit der von ihr herausgegebenen Zeitschrift „Bahamas“ zu den Hauptträgern der Aktivitäten gezählt hatte. In ihrer Auflösungserklärung konstatierte sie, dass der Ansatz „einer kommunistischen Organisation, die mehr sein sollte als der Herausgeberkreis einer Zeitung“, gescheitert sei.

Die neue Redaktion der „Bahamas“ erklärte, zukünftig könne ihre politische Praxis nur noch darin bestehen, sich mit „Texten und Diskussionsbeiträgen“ an „die Köpfe jener Linken zu wenden, die auch nach 1989 nicht bereit waren, ihren Frieden mit den Verhältnissen zu machen“.

Mit der Auflösung der „Gruppe K“ und der Neuformierung der Redaktion des führenden „antideutschen“ Theorie-Organs „Bahamas“ mit Anhängern der Werttheorie wurde ein Grundstein für die zukünftige Dominanz der Wertkritik in der „antideutschen“ Linken gelegt. (siehe „Auschwitz war eine Fabrik zur ,Vernichtung des Werts’ (M. Pastone)?“ S. 17 ff.) Sie bildete das theoretische Fundament für die Politikverachtung, die sich in der „antideutschen“ Linken nach der 8.-Mai-Kampagne ausbreitete.

Nach dem 11. September und den sich häufenden Selbstmordattentaten in Israel bildeten sich in vielen deutschen Städten „antideutsche“ Gruppen, die sich zumeist an der „Bahamas“ orientierten. Vielerorts wurden auch bestehende antifaschistische Organisationen antideutsch‚ umfunktioniert’, Diskussionen um Israel und den Antisemitismus zum Schwerpunkt gemacht. Eigenständige praktische Arbeit erschöpfte sich mit Gegendemonstrationen zu linken Veranstaltungen, und auch tätliche Angriffe zwischen Angehörigen verfeindeter Gruppen sind keine Seltenheit mehr.

Der Vorwurf, sie begäben sich auf den Weg zurück in die „bürgerliche Wertegemeinschaft“, wird den „Antideutschen“ zu Recht schon seit ihren Anfängen gemacht. Für Teile der „Antideutschen“ scheint dies mittlerweile eine wahrscheinliche Entwicklung zu sein. Sie publizieren bereits in konservativen Zeitungen wie der „Welt“. Die „Welt“ wurde auch von der „Bahamas“- Redaktion mit Lobeshymnen überschüttet: „umso bewundernswerter ist ..... das, was Redakteure wie etwa Mariam Lau und Alan Posener in der „Welt“ leisten – deren Artikel werden aber regelmäßig immer noch übertroffen von den scharf durchdachten, polemisch treffsicheren und sachlich lehrreichen Artikeln des Redakteurs Hannes Stein.“ Letzteren vergleichen sie sogar mit Eike Geisel. Auch für die Neo-Konservativen in den USA bringen sie Bewunderung auf. Der „Konkret“-Verlag lehnte kürzlich sogar ein unter anderem von Thomas von der Osten Sacken herausgegebenes Buch ab, weil ihm die Sympathie für die amerikanischen „Neoconservatives“ zu übertrieben war.

Anzeigen gegen Kriegsgegner, die eine US-Flagge verbrannt hatten, tätliche Angriffe gegen Antifaschisten und schließlich Zusammenarbeit mit der faschistischen Organisation Pro Köln, um den Bau einer Moschee zu verhindern. Das sind Ausschnitte aus jüngster Zeit, die eindeutig zeigen, wohin die Reise geht, in den sumpf.de

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