KAZ-Fraktion: „Ausrichtung Kommunismus”
Als der 2. Weltkrieg mit der Vertreibung der japanischen Imperialisten aus China endete, mussten in einem vierjährigen Bürgerkrieg die Kräfte der chinesischen Kompradorenbourgeoisie niedergerungen werden. Diese Kräfte konzentrierten sich um Chiang Kai-shek und die „vier großen Familien“ mit ihren weitreichenden Verbindungen zu den imperialistischen Mächten. Nach 1945 wurden sie vor allem durch den US-Imperialismus gestützt, finanziert, aufgerüstet. China war ein halbkoloniales Land – politisch-formell zwar souverän, aber ökonomisch und damit politisch-inhaltlich vom Imperialismus abhängig.
Hinzu kam die nicht vollendete bürgerliche Revolution, die zwar 1911 die Monarchie abschaffte, aber ihre zentrale soziale Aufgabe nicht erfüllte: die Beseitigung des Feudalismus als Voraussetzung für eine rasche Entwicklung des Kapitalismus. Insofern war China vor 1949 auch ein halbfeudales Land, in dem 80% der Menschen unter der Knute von feudalen Großgrundbesitzern auf dem Lande und vorwiegend von der Landwirtschaft lebten. Das Handwerk war eng mit der Agrarwirtschaft verzahnt und die Entwicklung der Landwirtschaft bestimmte die der Gesamtwirtschaft.
Die große Aufgabe und Leistung der chinesischen Kommunisten war es, in einem mehr als 20 Jahre währenden bewaffneten Kampf gegen Imperialismus und Feudalismus die revolutionären Potenzen der Bauernschaft, des städtischen Kleinbürgertums und der Intelligenz sowie der nationalen Bourgeoisie zu wecken, zu fördern, und schließlich an der Seite der Arbeiterklasse zu organisieren. Der Staat, der 1949 geschaffen wurde, war demnach seiner Klassennatur nach eine Diktatur mehrerer revolutionärer Klassen. Es war ein Staat der „Neuen Demokratie“, wie ihn Mao Tsetung in der gleichnamigen Schrift gründlich analysierte und als notwendige revolutionäre Etappe für viele vom Imperialismus in Abhängigkeit und Rückständigkeit gehaltene Länder charakterisierte. Was ist neu an der „Neuen Demokratie“?;
Die gemeinsame Diktatur der vom Proletariat geführten revolutionären Klassen, die unter den Verhältnissen des Kampfes zweier Weltsysteme verwirklicht wurde, das war das Besondere, das diese Revolution auf eine neue historische Stufe hob, und zu einer Revolution von höherem Typus machte als alle vorangegangenen Revolutionen in China.
Die erste Weltrevolution – die weltweite Ablösung des Feudalismus durch die bürgerlich-kapitalistische Revolution – hatte mit dem Übergang zum Imperialismus, also spätestens mit dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges ihr Ende gefunden. Die „historische Mission“ der Bourgeoisie war zu Ende: statt Demokratie wie einst brachte sie nur noch Unterdrückung, statt Befreiung von Nationen wie ehedem konnte die Bourgeoisie nun nur noch Abhängigkeit und Versklavung anbieten. Die russische Oktoberrevolution 1917 markierte den Anfang der zweiten Weltrevolution – die sozialistische Weltrevolution des Proletariats. In dieser Revolution war das Proletariat in den kapitalistischen Ländern die Hauptkraft und die unterdrückten Nationen der Kolonien und Halbkolonien ihre Verbündeten.
Welche Klassen, Parteien und Einzelpersonen auch immer in den unterdrückten Ländern an der Revolution teilnahmen – sie waren bewusst oder unbewusst Teil der proletarisch-sozialistischen Weltrevolution. Die erste Phase der chinesischen Revolution – Beseitigung halbfeudaler Zustände und imperialistischer Abhängigkeit – musste daher ihrem Charakter nach eine bürgerlich-demokratische Revolution sein. Ebenso aber war sie als Etappe auf dem Weg zur proletarisch-sozialistischen Revolution Bestandteil derselben und agierte als Bundesgenosse der Sowjetunion und aller Länder, die gerade nach 1945 den Weg zum Sozialismus beschritten hatten.
Als erste Maßnahme nach der revolutionären Machtergreifung wurden die landwirtschaftlichen Pachten um 50 Prozent herabgesetzt. Leibeigenschaft, Zinswucher, Kriegsabgaben und sämtliche Steuern mit wenigen Ausnahmen wurden abgeschafft. Dieser Anstoß bewirkte zunächst einen erheblichen Aufschwung der Landwirtschaft. Dadurch wurden Nahrungsmittel und Rohstoffe für den nationalen Markt und den Export erzeugt.
So kam die Gesamtwirtschaft wieder in Schwung. Die neue Volkswährung, die nicht auf Gold- oder Silberreserven, sondern auf den gezielten Maßnahmen der kommunistischen Partei und dem Vertrauen des Volkes in sie basierte, erwies sich als stabil. Die loyal auf dem Festland verbliebene nationale Bourgeoisie erhielt von der neuen Regierung alle erforderliche Unterstützung beim Wiederaufbau ihrer Unternehmen, um die industrielle Produktion wieder in Gang zu setzen.
Die Erfahrungen der Oktoberrevolution in diesem auf allen gesellschaftlichen Ebenen zu führenden Kampf gegen die Bourgeoisie fasste Lenin folgendermaßen zusammen:
Worin besteht die Stärke der gestürzten Bourgeoisie? Erstens „in der Stärke des internationalen Kapitals, in der Stärke und Festigkeit der internationalen Verbindungen der Bourgeoisie“.
Zweitens darin, dass „die Ausbeuter noch lange Zeit nach dem Umsturz unvermeidlich eine Reihe gewaltiger tatsächlicher Vorteile behalten: Es bleibt ihnen das Geld (die sofortige Abschaffung des Geldes ist unmöglich), es bleiben ihnen gewisse, oft bedeutende Mobilien, die Beziehungen, die Routine der Organisation und Verwaltung, die Kenntnis aller ,Geheimnisse’ (Gebräuche, Methoden, Mittel, Möglichkeiten) der Verwaltung, es bleibt ihnen die höhere Bildung, die nahe Fühlung mit dem (bürgerlich lebenden und denkenden) höheren technischen Personal, es bleibt ihnen die unvergleichlich größere Routine im Militärwesen (das ist sehr wichtig) und so weiter, und so weiter“.
Drittens „in der Macht der Gewohnheit, in der Stärke der Kleinproduktion. Denn Kleinproduktion gibt es auf der Welt leider noch sehr, sehr viel; die Kleinproduktion aber erzeugt Kapitalismus und Bourgeoisie unausgesetzt, täglich, stündlich, elementar und im Massenumfang ...,“ denn „die Klassen aufheben heißt nicht nur die Gutsbesitzer und Kapitalisten vertreiben – das haben wir verhältnismäßig leicht getan –, das heißt auch die kleinen Warenproduzenten beseitigen, diese aber kann man nicht vertreiben, man kann sie nicht unterdrücken, mit ihnen muss man zurechtkommen, sie kann (und muss) man nur durch eine sehr langwierige, langsame, vorsichtige organisatorische Arbeit ummodeln und umerziehen.“[1]
Im Gefolge der Oktoberrevolution war das chinesische Proletariat eine selbstbewusste und unabhängige revolutionäre Kraft geworden. In Gestalt der Kommunistischen Partei Chinas setzte es die Beseitigung imperialistischer Abhängigkeit in die Tat um, erarbeitete das Programm für die gesamte bürgerlich-demokratische Revolution und führte die Agrarrevolution konsequent zu Ende.
Die „neue Demokratie“ sicherte zuerst das staatliche Monopol auf die wichtigsten Industrierohstoffe, Brotgetreide, Öle und Baumwolle und unterband die Spekulation mit diesen Waren. In den unterentwickelten Bereichen der nationalen Industrie, die noch keinen monopolisierten Charakter hatte, garantierte sie den Kapitalisten die regelmäßige Belieferung mit Rohstoffen und stützte über das staatliche System der Volksbanken die Vergabe von entsprechenden Krediten zur Förderung der Produktion.
Die Produktivkräfte der ländlichen Gebiete wurden von den erdrückenden Fesseln des feudalen Großgrundbesitzes vollständig befreit. In den Städten gab es wieder zu essen, das Bandenunwesen auf allen Landstraßen verschwand. „Man konnte das Gefühl der Erleichterung und Entspannung fast mit Händen greifen …“[2] schrieb Derek Bodde, ein sich damals in China aufhaltender amerikanischer Wissenschaftler.
Das Ringen um politische Klarheit, Umsicht und Kampfbereitschaft der organisierten Revolutionäre in Verbindung mit Disziplin, Ehrlichkeit, Tüchtigkeit und Zuverlässigkeit begeisterten die Massen. Verbesserung des alltäglichen Lebens und nationale Unabhängigkeit durch die eigenhändige Befreiung von Feudalismus und Imperialismus waren die Quelle eines großen Optimismus.
Über diese Phase der Revolution schrieb Mao Tsetung: „Die staatliche Wirtschaft einer vom Proletariat geleiteten neudemokratischen Republik trägt sozialistischen Charakter, sie ist die führende Kraft der gesamten Volkswirtschaft, doch wird diese Republik das übrige kapitalistische Privateigentum nicht beschlagnahmen, und sie wird auch eine Entwicklung der kapitalistischen Produktion nicht untersagen, soweit diese nicht die Lebenshaltung der Nation kontrolliert (Hervorhebung durch Verf.), denn die Wirtschaft in China ist noch außerordentlich rückständig.“[3]
Das bedeutete, dass die politische und die soziale Revolution nicht auf einen Schlag gleichzeitig vollendet werden konnten und die Entwicklung keineswegs gleichmäßig verlaufen würde. Sozialisiert werden konnten nur bereits monopolisierte Bereiche von Produktion und Handel. Der bisher in der Entwicklung strangulierte Sektor der nationalen Industrie, des Handwerks und vor allem der landwirtschaftlichen Kleinproduktion wurden nicht dadurch produktiver, dass jede Form der Kleinproduktion geächtet und alles bis zum letzten Besenstil einfach zu „Volkseigentum“ erklärt wurde.
Doch zunächst hätte niemand es gewagt, offen diese Volksdemokratie, diesen Weg zum Sozialismus in Frage zu stellen, schließlich waren sie Gegenstand eines revolutionären „Volksentscheids“ gewesen – die überwältigende Mehrheit des Volkes hatte unter Einsatz des eigenen Lebens dafür „gestimmt“.
„Die großen Massen der potentiellen Bundesgenossen – die halbproletarischen, kleinbürgerlichen Schichten der chinesischen Stadt und des Dorfes, kann das Proletariat für die sozialistische Revolution nur mit Hilfe eines solchen Werkzeuges erobern wie es die Staatsmacht ist. Wenn Millionen Menschen, die von Not und der Knechtschaft der Bourgeoisie und der Gutsbesitzer erdrückt werden, in der Praxis sehen, dass die Macht im Lande den unterdrückten Klassen zugefallen ist, dass die neue Macht dem Imperialismus und der bürgerlich-gutsherrlichen Reaktion das Rückgrat bricht, dann werden die mächtigen Kräfte der bedrücktesten und ausgebeutetsten Schichten , die zum Sozialismus streben, auf den geschichtlichen Kampfplatz treten und dann wird das zutage treten, was Engels den „latenten Sozialismus“ der Massen nannte.“[4]
Hinzu kam, dass die Sowjetunion – trotz Differenzen über den konkreten Weg zu dieser Befreiung – durch ihren großen Sieg über den aggressiven deutschen Faschismus und mit Hilfe der an diesem Sieg beteiligten Völker eine günstige Ausgangsposition geschaffen hatte, die auf der Grundlage des proletarischen Internationalismus durch entsprechende politische und wirtschaftliche Unterstützung gestützt wurde. So blieb der VR China gerade am Anfang die schwere Bürde der imperialistischen Interventionen erspart.
Natürlich musste auch die VR China die Erfahrung machen, dass imperialistische Infiltration in Verbindung mit versteckt agierenden Vertretern der entmachteten Kompradorenbourgeoisie bis hinein in die Partei den Aufbau des Sozialismus sabotierten und das Rad der Geschichte zurückzudrehen versuchten. Die SU war das Vorbild als erstes und einziges Land, in dem alle für den Aufbau notwendigen konkreten Schritte erprobt und Fehler in der Praxis sehr schnell und unmittelbar analysiert und korrigiert werden mussten.
Es war also gerade die sowjetische Erfahrung bei der Kollektivierung der Landwirtschaft, dem damit verbundenen Aufbau einer eigenen Schwerindustrie und die dabei gemachten Fehleinschätzungen und daraus resultierenden Widersprüche, die für die chinesischen Genossen von größter Wichtigkeit sein mussten. Mit der Analyse dieser Entwicklung leisteten sie auch einen wichtigen und äußerst wertvollen Beitrag zur Entwicklung des Marxismus/Leninismus für die gesamte internationale revolutionäre Bewegung.
Eine wesentliche Leistung war es, die Widersprüche zwischen Produktivkräften und Produktionsverhältnissen, zwischen Überbau und Basis, zwischen Sein und Bewusstsein konkret für China analysiert zu haben und die Möglichkeit herausgearbeitet zu haben, dass je nach Entwicklungsphase etwa das Bewusstsein zur hauptsächlichen Seite des Widerspruchs gegenüber dem Sein werden kann; oder die Produktionsverhältnisse erst verändert werden müssen, bevor die Produktivkräfte sich weiter entwickeln können.
Eine wichtige Erkenntnis aus der politischen Praxis war, dass es neben den antagonistischen Widersprüchen zur reaktionären Kompradorenbourgeoisie und zum imperialistischen Weltsystem auch nichtantagonistische Widersprüche im Volk und zwischen Volk und der Partei gibt. Und dass gerade die nichtantagonistischen Widersprüche bei falscher Behandlung gewissermaßen die Farbe wechseln und sich in antagonistische Widersprüche verwandeln konnten.
„… im Prozess ihrer Entwicklung [kann] das Problem von ‚an ihren Interessen festthaltenden Gruppen’ auftreten, die mit dem bereits bestehenden System zufrieden sind und [deshalb] dieses System nicht verändern wollen. Beispielsweise hat die Anwendung [des Prinzips] ‚Jedem nach seiner Leistung’, ‚Für mehr Arbeit mehr Lohn’ für sie große Vorteile, sobald man aber zum [Prinzip] ‚Jedem nach seinen Bedürfnissen’ übergeht, wird ihnen wahrscheinlich unbehaglich. Beim Aufbau eines jeden neuen Systems müssen immer Teile des alten zerschlagen werden. Nur aufzubauen ohne zu zerschlagen; das geht nicht an. Will man aber zerschlagen, so führt das bei einem Teil der Bevölkerung zur Konfrontation.“[5]
Wenn Widersprüche zum Motor der revolutionären Entwicklung werden sollten, dann mussten die revolutionären Kräfte in China die Dialektik, die „Einheit der Widersprüche“ beachten und handhaben. Dem Streben der Werktätigen und Bauern nach gesellschaftlichem Fortschritt auf der Grundlage der fortschreitenden Entwicklung der Produktivkräfte stand die nationale und internationale Konterrevolution gegenüber. Unter den Werktätigen und Bauern mussten – selbst wenn sie ehrliche Verfechter der Revolution waren – Tendenzen überwunden werden, auf einem bestimmten Niveau der Entwicklung revolutionäre Prozesse als abgeschlossen zu betrachten.
Von der russischen Revolution wussten sie nicht nur von Lenin auf die Frage, wo sich denn die Bourgeoisie aufhalte und wo sie am entschiedensten bekämpft werden müsse, auch die richtige Antwort: mitten in der Partei, wo sonst konnte sie sich noch politisch „legal“ betätigen? Die KPCh vertrat jedoch die Interessen der großen Masse des Volkes, der Arbeiterklasse, der landlosen Bauern, der armen und unteren Mittelbauern und aller revolutionären Elemente aus allen Gesellschaftsschichten – somit rund 90 Prozent der Gesamtbevölkerung.
Innerhalb der Gesellschaft gab es immer wieder Elemente, die zu verschiedenen Zeitpunkten daran interessiert waren, die Revolution zum Stillstand zu bringen.
Mao Tsetung empfahl dringend, um die Agrarreform zustande zu bringen, solle man die Bauernschaft so weit aktivieren, dass sie ihre Ausbeutung aufkündige und sich gegen die Grundbesitzer erhob. Dies würde der politischen Erziehung und der Vollendung der nötigen Veränderung gleichermaßen dienen. Aber die Bauern mussten selbst handeln, die Partei konnte ihnen das nicht abnehmen.
Auf der einen Seite stand die Auffassung, dass revolutionäres Bewusstsein und Handeln die Grundlage für die Entwicklung der Produktivkräfte schafft: „Der Bauer muss zum Sozialismus erzogen werden.“ Landwirtschaftliche Genossenschaften seien „der einzige Weg zur Befreiung des Volkes, der einzige Weg von der Armut zum Wohlstand ... Die Landwirtschaft kann und muss überlegt, Schritt für Schritt und doch aktiv angeleitet werden, damit sie sich zur Modernisierung und Kollektivierung hin entwickelt; die Ansicht, man könne sie auch ihren eigenen Kurs einschlagen lassen, ist falsch ... Es müssen größte Anstrengungen unternommen werden, um verschiedene Genossenschaften zur gegenseitigen Hilfe und zur Verbesserung der landwirtschaftlichen Methoden zu organisieren.“[6]
Die andere in der Partei vertretene Ansicht – deren Wortführer der stellvertretende Parteivorsitzende Liu Shaoqi war – forderte, man müsse den „natürlichen Kräften“ des Landes freie Hand lassen. Das spiegelte sich in seinem Vorschlag wider, „vier Freiheiten“ zu gewähren: den An- und Verkauf von Land, die Einstellung von Pächtern, freie Wahl bei der Anpflanzung, freie Märkte und freie Preisgestaltung. Diese Anregung war zwar nicht offiziell, zirkulierte aber bei den Kadern und hatte zur Folge, dass die Aktivität und Effektivität der neu gegründeten Bauernverbände bei der Durchführung der Agrarreform beeinträchtigt und letztlich gestoppt wurden.
Liu bestand darauf, „dass es nicht zur Requirierung von überschüssigem Land und Eigentum der reichen Bauern kommt … Das ist eine langfristige Politik ... Erst wenn die Bedingungen reif sind für den umfassenden Einsatz mechanisierter landwirtschaftlicher Methoden, für die Organisierung von Kollektivbetrieben und für die sozialistische Reform der ländlichen Gebiete, ist die Notwendigkeit der Reichen-Bauern-Ökonomie nicht mehr gegeben, und es wird einige Zeit dauern, bis das erreicht ist.“[7]
Die Kampagne zur Agrarreform kam schließlich schwungvoll in Gang. Im Ausland wurde sie als erbarmungslose Säuberung hingestellt, obwohl viele Grundbesitzer nicht nur mit heiler Haut davonkamen. Wie jeder Kleinbauer erhielten sie eine Nutzfläche, um von eigener Arbeit zu leben. Sie hatten auch das Stimmrecht, blieben aber unter politischer Kontrolle der Dorfgemeinschaft. Nur die schlimmsten Tyrannen und die des Mordes überführten Bauernschinder wurden vor Volksgerichte gebracht und zum Tode verurteilt.
Mit dieser Agrarreform begann jedoch der Veränderungsprozess. Die Agrarreform-Gruppen – auch Arbeitsgruppen genannt – bestanden vor allem aus Armeekadern, Intellektuellen und Studenten aus der Stadt, die durch Teilnahme an der Bodenreform erzogen werden sollten. „Wir müssen verbieten, dass irgend jemand geschlagen oder Eigentum mutwillig zerstört wird; wir müssen mit dem Kampf ... den Umständen und dem Grad der Aktivierung und Organisierung der Massen gemäß beginnen ... Von den Realitäten der Lage abzusehen und den Kampf auszudehnen, ist gefährlich.“[8]
In einigen Gebieten dauerte es Wochen und Monate, bis die armen Bauern sich gegen die Grundbesitzer erhoben. In einem Dorf, in dem alle Bewohner den „Familien“namen ihres Feudalherren trugen – formaler Ausdruck ihrer vollständigen Abhängigkeit, musste von den Arbeitsgruppen zuerst diese langandauernde Knebelung durch Diskussion aufgebrochen werden. Erst dann kam die Reformbewegung zustande. In anderen Gebieten dagegen waren die Bauern bereits spontan dazu übergegangen, das Grundbesitzersystem zu zerschlagen.
Die Bauernverbände, die sich zu 70 Prozent aus armen Bauern und Bauern ohne Grundbesitz rekrutierten, erhielten die Vollmacht, die Reform weiter zu betreiben, Zwar waren die Grundbesitzer unterlegen, aber die reichen Bauern und die wohlhabenderen Mittelbauern blieben. Sie hatten immer noch besseres Land, besseres Gerät, Zugtiere, Kapital, Geltung und Einfluss. Noch war Zinswucher möglich, Läden und Werkstätten der Grundbesitzer wurden nicht angetastet.
Aber hier zeigt sich das dialektische Grundprinzip: die vorhandenen Möglichkeiten zu erkennen und vollständig durchzuführen, Grenzen zu erkennen und Fehler einzusehen und zu korrigieren. Nicht zu klagen über das unzureichende „revolutionäre Bewusstsein“ der Bauern und dann die Entwicklung dem „spontanen Zufall“ zu überlassen mit dem Ergebnis der Resignation vor der „Macht des Faktischen“. Oder aber so weit übers Ziel hinaus zu schießen, dass am Ende Großgrundbesitzer und reiche Bauern vollständig enteignet wurden. Mit dem Ergebnis, dass sie in die Städte flohen, von dort aus über ihre zurückgebliebenen ärmeren Verwandten weiter Wühlarbeit leisteten oder gar als Straßenräuber das Land unsicher machten.
Doch wie es ist, bleibt es nicht. Die neu geschaffenen Produktionsverhältnisse sollten bald zum Hemmnis für die weitere Entwicklung der Produktivkräfte werden. Binnen eines Jahres nach Beginn der Agrarreform hatte die Ausbeutung durch die reichen Bauern allmählich zu einer neuen Polarisierung auf dem Lande geführt. Landesweite Untersuchungen in den Jahren 1951 und 1952 zeigten, dass die armen Bauern und die Bauern ohne Grundbesitz, selbst wenn sie Land erhalten hatten, nicht effektiv arbeiten konnten, weil Geräte und Kapital knapp waren – daher fielen sie wieder den wohlhabenderen Bauern zum Opfer.
Um dieser Rückwärtsentwicklung entgegenzuwirken, schlossen sich im Frühjahr 1951 die armen Bauern in der Provinz Schansi selbständig und ohne Direktiven der KPCh zu Genossenschaften zusammen. Doch in einem Zeitraum; der zwei Ernten umfasste, verloren viele arme Bauern ihr neu erworbenes Land auf Grund der von Liu Shaoqis Politik, die „freien An- und Verkauf von Land“ befürwortete und förderte. Während des Koreakrieges (1950—1953) entstanden durch die Preismanipulationen in den Städten, die durch den von Liu geförderten „freien Markt“ möglich wurden, wieder Schwarzmärkte. Die Hamsterei lebte von neuem auf. Grundbesitzer und reiche Bauern, die Beziehungen zu den Städten hatten – viele von ihnen waren auch Getreidehändler, führten ländliche Produkte der Spekulation in den Städten zu.
„Wenn nicht der Sozialismus an der ländlichen Front Einzug hält, dann wird es der Kapitalismus gewisslich tun“, warnte Mao Tsetung und forderte: „Unser Ziel ist es, die Großbauernwirtschaft und die Kleinbauernwirtschaft auf dem Lande, zu eliminieren, damit es der gesamten ländlichen Bevölkerung besser geht.“[9]
Maos „Entwurf der Resolution über gegenseitige Hilfe und den genossenschaftlichen Zusammenschluss in der landwirtschaftlichen Produktion“ (vorgelegt im Dezember 1951) befürwortete die Bildung von Gruppen zur gegenseitigen Hilfe. Mao analysierte die Mentalität der Kleinbauern: „Ihre Begeisterung für die Produktion äußerte sich einerseits im individuellen Wirtschaften und andererseits in der gegenseitigen Hilfe und Zusammenarbeit ... In diesen beiden Tendenzen spiegelt sich der Doppelcharakter des Bauern wider ... insbesondere der des Mittelbauern ... der sich daraus ergibt, dass der Bauer gleichzeitig Schwerarbeiter und Besitzender ist.“ Der Schlüssel zur Lösung dieses Widerspruchs lag in der aktiven Bestärkung der Tendenz zur gegenseitigen Hilfe und Zusammenarbeit. „In keiner Weise darf man den spontanen Kräften der ländlichen Gebiete freies Spiel gewähren.“[10] Angesichts der eingefleischten Gewohnheiten, Gebräuche und Einstellungen der Vergangenheit bedeutete eine solche „Freiheit der Spontaneität“ lediglich die Festschreibung der Ausbeutungsverhältnisse und im Ergebnis die politische Demoralisierung der Kleinbauern.
Doch auch dieses System stieß bald an seine Grenzen. Die Armen und Grundbesitzlosen – 70 Prozent der bäuerlichen Bevölkerung – wollten Genossenschaften. Bis zum Januar 1952 hatten 43 Prozent der Bauernschaft Gruppen zur gegenseitigen Hilfeleistung gebildet, um der Armut und dem Ruin zu entgehen. Mit der Aufteilung des Landes war das grundsätzliche Problem der auf vier Monate im Jahr beschränkten Arbeit noch nicht gelöst. Die ländlichen Gebiete litten nicht nur unter der Geldentwertung und Ausbeutung, sondern auch unter latenter Arbeitslosigkeit. Im Durchschnitt wurde nur vier Monate im Jahr wirklich gearbeitet, und das war keine Frage der Faulheit – es lag an der Rückständigkeit, am Mangel an Geräten, am selten praktizierten Anbauwechsel, am Fehlen von Zweitbeschäftigungen und von infrastruktureller Arbeit mit arbeitsintensiven Methoden, am Mangel von Kapital und Darlehen, am Fehlen von Bankmaßnahmen zur Finanzierung der Entwicklung auf dem Lande, am Mangel von Werkstätten und Betrieben, die das geförderte Rohmaterial an Ort und Stelle zu Fabrikprodukten verarbeiteten, am Fehlen von Verkehrs- und Transportmöglichkeiten zur Erschließung brachliegenden Landes.
„Die unumgängliche Folge war, dass ein Kampf zwischen ... diesen beiden Tendenzen ... zwischen Kapitalismus und Sozialismus ... in den ländlichen Gebieten entbrannte.“[11] Auch hier konnte nur eine revolutionäre d. h. voranschreitende Politik den Kampf zugunsten der Bauern entscheiden und das Bündnis aller revolutionären Kräfte sichern: „Auf dem Gebiet der Landwirtschaft muss unter den in unserem Land herrschenden Bedingungen ... zuerst der genossenschaftliche Zusammenschluss erfolgen, dann erst können große Maschinen angewendet werden ... die sozialistische Industrialisierung und die sozialistische Umgestaltung der Landwirtschaft [dürfen] unter keinen Umständen getrennt, voneinander isoliert betrachtet werden.“[12]
Wie führten die reichen Bauern ihren „Klassenkampf“ gegen die armen Bauern? Einerseits wehrten sie sich gegen die Staatsankäufe von Getreide, Baumwolle und Öl zu festgesetzten Preisen. Sie schlossen Verträge mit städtischen Organisationen ab, die unter dem von Teilen der KPCh empfohlenen Schema des „freien Marktes“ arbeiteten. Die Einkünfte einiger weniger reicher Bauern stiegen schneller als die Gesamteinkünfte der Dörfer, zu denen sie gehörten. Andererseits stachelten sie in den anfangs unerfahrenen und instabilen Genossenschaften zu Verschwendung und Unmäßigkeit an, hielten ihre Zugtiere und ihre Geräte zur Zeit der Ernte oder der Aussaat zurück und sagten: „Warum sorgt ihr euch? Wenn ihr eure Schweine aufesst, gibt der Staat euch neue ... Der Genossenschaft beitreten – das ist, als hätte man Söhne. Man kann sich niederlegen und ausruhen … Jetzt habt ihr eine Garantie (gegen den Hunger) und braucht euch keine Sorgen mehr zu machen.“[13] Gleichzeitig nutzten sie ihre Beziehungen zu Instanzen der staatlichen Verwaltung, um die Auflösung „ineffektiv“ arbeitender Genossenschaften in Gang zu setzen.
1954/55 hatte man nur den reichen Bauern den Zutritt zu den Genossenschaften verwehrt, nicht aber den Mittelbauern. Doch nun wurden die wohlhabenderen Mittelbauern zum Hindernis. Sie unterstützten – mal heimlich, mal unverhohlen – die ausgeschlossenen Grundbesitzer und reichen Bauern. Grundbesitzer, reiche Bauern und obere Mittelbauern wurden aus den Bauernverbänden ausgeschlossen: Mao Tsetung nannte diesen Kampf „friedlich“, weil es kaum Tote gab, aber es war ein schwerer und harter Kampf. Es gab Prozesse und Hinrichtungen auf Grund von Sabotage, Brandstiftung, Giftmischerei und Mord.
Es folgte bis zum Beginn der Kulturrevolution eine hartnäckige und immerwährender Auseinandersetzung um Bestand und weitere Entwicklung dieser halbsozialistischen Genossenschaften hin zu den Volkskommunen – sie waren die Basis für das gesetzte Ziel: Gleichzeitig mit der allmählichen Verwirklichung der sozialistischen Industrialisierung schrittweise die sozialistische Veränderung der gesamten Landwirtschaft zustande bringen.
1949 wurden die Unternehmen der mit dem japanischen Imperialismus liierten Kompradorenbourgeoisie ersatzlos enteignet – sie bildeten die Grundlage für den Staatssektor in der Industrie. Die Betriebe der nationalen Kapitalisten blieben dagegen in den Händen der Besitzer.
Bei der Enteignung zugunsten des nationalisierten Staatssektors wurden 59 Prozent des gesamten Bankkapitals übernommen. Enteignet wurden außerdem sämtliche Eisenbahnen, Fernstraßen und der ganze Luftverkehr, 45 Prozent der Schiffstonnage (weitere 50 Prozent besaßen ausländische Gesellschaften), 67 Prozent der elektrischen Versorgung, 33 Prozent der Kohlenbergwerke, 90 Prozent der Stahlindustrie (140.000 Tonnen Gesamtproduktion im Jahre 1949), die gesamte Metallindustrie mit Ausnahme der eisenverarbeitenden Industrie und 60 Prozent der Textilindustrie.
1929 hatte Mao bereits über die Bedeutung der nationalkapitalistischen Klasse für Chinas zukünftige Entwicklung und über ihren zweigesichtigen Charakter nachgedacht: auf der einen Seite eine Ausbeuterklasse, auf der anderen Seite Patrioten im Kampf gegen den Imperialismus. Ihre weitere Bedeutung für den Wiederaufbau Chinas bestand in ihrem umfassenden Wissensfundus: sie kannten sich mit Groß- und Kleinhandel, Geschäftsführung und Bankwesen aus; sie hatten Beziehungen zur Intelligenz, sie verfügten über das dünngesäte Know-how. „Wir müssen uns mit der nationalen Bourgeoisie zum gemeinsamen Kampf vereinigen.“ Aber sie durfte nicht die Macht haben, die Lebensumstände des Volkes zu bestimmen.[14]
Einerseits musste sich erst einmal eine nennenswerte nationale Industrie herausbilden. Andererseits „die Bourgeoisie wagt es nicht gegen uns zu rebellieren“, sagte Mao Tsetung, der sich dieser Dualität bewusst war. Es war durchaus möglich, eine „friedliche Veränderung“ dieser Klasse zu bewirken. Erst musste man sie wieder der Arbeit zuführen und ihren Lebensunterhalt sichern (viele hatten Schulden), dann musste man ihre Aktivitäten ohne willkürliche Nationalisierung und ohne Blutvergießen kontrollieren und regulieren.
„Nach dem landesweiten Sieg ... wird es immer noch zwei Grundwidersprüche in China geben“, meinte Mao im März 1949. „Der erste ist intern, ein Widerspruch zwischen Arbeiterklasse und Bourgeoisie; der zweite ist extern, ein Widerspruch zum Imperialismus.“ Dieser interne Widerspruch konnte für eine bestimmte Periode zu einem nichtantagonistischen werden und friedlich gelöst werden. Man würde gegen die Kapitalisten kämpfen, gegen Profitdenken und Selbstsucht, „Einigkeit“ durch Überredung und Erziehung erzielen, durch Umerziehung ihre soziale Haltung verändern und sie als Klasse ideologisch „liquidieren“.
Doch diese Entwicklung war nicht kampflos zu haben. Sobald der Feudalismus 1952/53 beseitigt war, hätte die Mehrheit der Kapitalisten und bürgerlichen Intellektuellen sich am liebsten mit einer bürgerlich-demokratischen Republik und ihren sozialen „Segnungen“ begnügt. Das erwarteten auch die Händler und Handwerker sowie der meisten mittleren und reichen Bauern. Was auch auf dem Land geschah, wo die Söhne von Grundbesitzern und reichen Bauern Buchhalter und manchmal sogar stellvertretende Direktoren der Genossenschaften wurden, wiederholte sich in den Städten: junge Leute aus der bürgerlichen Intelligenz wurden von den wieder eröffneten Schulen und Universitäten weg auf Verwaltungsposten in der neuen Regierung befördert. Der kapitalistische Privatsektor beklagte stets und ständig die „wirtschaftlichen Restriktionen, die die Produktion hemmen“ und das spiegelte sich in Teilen der Parteipresse kommentarlos wider.
So argumentierte etwa Fan Hung, der Dekan für Wirtschaftswissenschaften an der Beijinger Universität in der Zeitschrift Guan Tscha dahingehend, dass die nationale Bourgeoisie immer noch eine „historische Aufgabe“ habe: „Die Entwicklung des Kapitalismus durch Ausbeutung.“ (eine Wiederholung von Lius Behauptung: „Die Ausbeutung hat ihre Verdienste“). „Das Wohl der Arbeiter und die weitestgehende Vollbeschäftigung der Arbeiter sind vom Recht auf Ausbeutung nicht zu trennen“, unterschrieb Fan Hung seine politische Einladung an die Bourgeoisie, sich zu bereichern.[15]
Das im Mai 1951 wegen der Parteinahme für Nordkorea auf Betreiben der USA von der UNO über die VR China verhängte Embargo bestärkte die Bourgeoisie in der Annnahme, im Namen der Sicherstellung der Produktion noch mehr Druck auf die Regierung auszuüben zu können.
„Die alten Ausbeuterklassen werden versuchen, wieder hochzukommen ... Wir müssen wachsam bleiben“, hatte Mao im Juni 1949 gewarnt. Durch ihre Gier hatten die nationalen Kapitalisten – schneller als sie dachten – den Sturz ihrer eigenen Klasse herbeigeführt; sie hatten „einen Stein aufgehoben, um ihn sich selbst auf die Füße fallen zu lassen“.[16]
1951 wurde der Kampf zunächst gegen die verbliebenen Konterrevolutionäre eröffnet. Die wachsende Zahl von Sabotageakten der Guomindang (es gab noch ca. 400.000 Agenten) und Angriffe auf das Festland durch Chiangs Truppen von Taiwan aus gehörten zu den auslösenden Faktoren.
Zwei weitere Ausrichtungs-Kampagnen fanden statt: die San Fan ,(Anti-Drei-Übel) und die Wu Fan (Anti-Fünf-Übel). Diese beiden Bewegungen hatten spezifische Ziele; die San Fan richtete sich gegen Parteimitglieder, die mit Privatkapitalisten Komplotte geschmiedet oder sich anderweitig hatten korrumpieren lassen; die Wu Fan richtete sich gegen nationale Kapitalisten, die Sabotage oder Betrug verübt hatten. Die Bewegung „Anti-Fünf-Übel“ (die fünf kapitalistischen Übel: Bestechung, Steuerhinterziehung, Diebstahl von Staatseigentum, Betrug bei mit dem Staat geschlossenen Verträgen und Diebstahl von Wirtschaftsinformationen) war der „Entscheidungskampf“, der das Ende der nationalen Kapitalisten als Klasse besiegelte. Die Bewegung endete mit der 50%igen oder vollständigen Übernahme der Privatbetriebe durch den Staat. Bis 1966 arbeiteten Kapitalisten als angestellte Manager oder Experten in den Betrieben, bezogen ihr Gehalt, wenn sie auch keine Profite mehr machten. Sie behielten ihre Häuser und viele hatten noch 1975 einen höheren Lebensstandard als der Durchschnitt.
Die San-Fan-Bewegung gegen die Parteikader war sehr viel härter. Mao rief das Volk dazu auf, sich „in Wind und Donner“ gegen die Korruption in der Partei, gegen Verschwendung und Bürokratie zu erheben, die eine neue Tyrannei aus ihr machten. Eine Million Kader wurden ausgeschlossen oder anderweitig bestraft.
Ebenso wie in der Landwirtschaft wurden Fragen der Leitung und Betriebsführung in der Industrie das entscheidende Schlachtfeld für den Kampf zwischen den zwei Linien. Das Ganze begann 1949 in der Mandschurei. Während des ersten Fünfjahresplans wurden komplette Fabriken samt Beratern aus der UdSSR in den Nordosten importiert und die Vorschläge der russischen Spezialisten ohne Diskussion übernommen. In der Mandschurai herrschte bezüglich Verantwortung und Betriebsführung das „Einmann-System“. Entschlüsse und Betriebsführung oblagen dem Direktor, dem ein beratendes Gremium aus technischem Personal zur Seite stand. Die Arbeiter hatten – ähnlich wie in der Sowjetunion seit Chruschtschows „Reformen“ – keine Möglichkeit, Entscheidungsprozesse in umgekehrter Richtung zu beeinflussen. Man praktizierte das System der individuellen Verantwortlichkeit des Arbeiters – dazu gehörten Akkordarbeit, Prämien, materielle Anreize und eine vertikale Hierarchie und Organisation. Im Juli 1953 wurde das „Einmann-System“ vom Ministerium für Schwerindustrie in Beijing in einer Weisung als Modell für den Staatssektor übernommen.
Doch die chinesische Arbeiterklasse stieß sich sehr an der einseitigen Einmann-Führung. Sie reagierte mit Missfallen auf das System der „Belohnungen und Bestrafungen“, auf das Arbeitstempo, auf die Normen, die ohne Rücksicht auf die unterschiedlichen Leistungskapazitäten der Betriebe und ohne Konsultationen mit der Arbeiterschaft aufgestellt wurden. Die Methode, „vorbildliche“ Arbeiter zu Vorarbeitern mit Kapo-Manieren zu ernennen, stand im Widerspruch zum ihrem kollektiven Verständnis, in Gruppen zu arbeiteten und die Verantwortung für ihre Arbeit als Kollektiv zu übernehmen. Das „neue“ an alten kapitalistischen Leitungsmethoden angelehnte System zerstörte das Gruppengefühl und schuf Konflikte. Es führte zur Paragraphenreiterei, zu endlosen Verzögerungen bei der Reparatur von Maschinen, es blähte den Verwaltungsapparat auf und ließ keinen Zusammenhalt, keine Verbindung zwischen den einzelnen Abteilungen aufkommen.
Anfang 1954 sollte das bisherige System wegen zunehmender Kritik durch die „Stärkung der kollektiven Führung“ ersetzt werden. Doch der am 6. Mai 1954 vom Staatlichen Verwaltungsrat angenommene Entwurf der Betriebsvorschriften für staatliche Unternehmen betonte die Arbeitsdisziplin und die Notwendigkeit „des Wachstums der Produktivität zur Erfüllung der Ziele des ersten Fünfjahresplans“. Die Akkordarbeit, eingeführt um „die Produktion anzuregen“, wurde beibehalten, ebenso die Prämien.
Im Sommer 1955 wurde die Einmann-Führung erneut verurteilt. Der Achte Parteitag der KPCh hatte 1950 ein neues System eingeführt, die sog. Verantwortung des Fabrikdirektors unter der kollektiven Führung des für die Fabrik zuständigen Parteikomitees. Doch auf dem Parteitag behauptete Liu Shaoqi, der als ehemaliger Gewerkschafter am meisten mit der industriellen Entwicklung zu tun hatte, die Direktoren, die ehemaligen Kapitalisten und das höhere technische Personal hätten sich tatsächlich grundlegend gewandelt und sich durch „die Arbeit für den Sozialismus“ eine „proletarische Auffassung“ angeeignet. „In China ist die Frage, wer gewinnt, der Sozialismus oder der Kapitalismus, bereits gelöst“, meinte er. Mao sagte zu dieser Zeit das genaue Gegenteil.
Die wichtigste Aufgabe von Partei und Staat (man beachte die Unterscheidung) sei es, so Liu Shaoqi, „die Produktion so schnell wie möglich zu entwickeln“, denn der Hauptwiderspruch sei der „zwischen dem Sozialismus und den rückständigen Produktivkräften der Gesellschaft“. Der achte Parteitag übernahm das im September 1956 in seinen Entschließungen.[17] Doch im Klartext hieß das, dass es mit der Einmann-Führung, nunmehr verschleiert als „Verantwortlichkeit des Fabrikdirektors unter der kollektiven Führung des für die Fabrik zuständigen Parteikomitees“, weitergehen würde.
Der Plan war in weiten und wichtigen Bereichen zunächst ein Erfolg. 1957 hatte sich die Eisen- und Stahlproduktion vervierfacht, die Kohle- und Zementproduktion verdoppelt. Die jährliche Wachstumsrate war beeindruckend. Lässt man 1953 außer Betracht, betrug sie 12 Prozent (1954 - 57). Bei Auslaufen des Planes 1957 machten die Abgaben der Industrie in Form von Steuern und Erträgen über 70 Prozent der Gesamteinnahmen der Regierung aus. Warum waren dann viele chinesische Planer, also nicht nur Mao Tsetung, trotz der „glänzenden Ergebnisse“ so beunruhigt?
Auch das kapitalistische System konnte das quantitative Wirtschaftswachstum fördern, nur geschah das durch die Ausbeutung der Mehrheit durch die Minderheit auf der Grundlage eines hierarchischen Kommando-Systems. Der Reichtum konzentrierte sich in den Städten und die ländlichen Gebiete verarmten. Mao sah, dass dieses nach China importierte und im Kern revisionistische System genau dahin tendierte, die Widersprüche zwischen Stadt und Land zu verschärfen anstatt sie zu beseitigen. Er sah, dass sich das sowjetische „Management“ nicht mehr vom kapitalistischen nur auf den Einzelbetrieb bezogene Management unterschied.
Dieses „System“ erhöhte den Verwaltungsaufwand und verursachte gesamtgesellschaftlich hohe unproduktive Kosten. So gab es z. B. 1956 in einer Fabrik mit 800 Mann Belegschaft 126 administrative Kader, die sich völlig ausgelastet fühlten, obwohl sie nie eine Maschine anlangten. „Sie lesen Zeitung“, spotteten die Arbeiter. Ein weiteres Problem zeigte sich in der Tatsache, dass die Industrie entgegen dem gegebenen Plan nicht die Millionen junger Menschen beschäftigen konnte, die jedes Jahr als neue Arbeitskräfte zur Verfügung standen.
Die Produktionsverhältnisse blieben hier hinter der möglichen Entwicklung der Produktivkräfte zurück und verschärften diesen Gegensatz durch: (1) die Depolitisierung der Arbeiterklasse; (2) die Belastungen, die diese kapitalintensive Technologie einem armen, rückständigen Agrarland langfristig und einseitig aufbürdete, (3) die der Industrie aufgepfropfte Elite aus Managern und Technokraten, deren individualistischer bourgeoiser Denkansatz keinen Bezug zur Lösung der gesellschaftlichen Probleme Chinas mehr hatte.
„Das heutige Problem“, schrieb Mao am 27. Dezember 1955, „betrifft die landwirtschaftliche Produktion und die industrielle Produktion. Umfang und Geschwindigkeit der Investitionen ... die Koordinierung des Handels mit anderen Wirtschaftszweigen … die Koordinierung der Arbeit mit der Wissenschaft, die Kultur, Erziehung, Volksgesundheit ... in all diesen Bereichen wird die Lage unterschätzt.“[18]
Der „große Sprung“ war vor allem ein ständiger Kampf gegen Selbstzufriedenheit, Aberglauben, Vorurteile, bürokratische Trägheit, intellektuelle Arroganz, schematisches Wiederkäuen allgemeiner Erfahrungsgrundsätze und ein Kampf gegen die Natur – die Umgestaltung gesellschaftlicher und individueller Normen stand im Zentrum der Auseinandersetzung. Er war trotz vieler Missgeschicke und Irrtümer ein Erfolg für die weitere Entwicklung der chinesischen Revolution und ein Wegweiser für alle, die den revolutionären Weg beschreiten wollten.
Dank größtmöglicher Anstrengungen machte ein Viertel der Menschheit einen Sprung über 2.000 Jahre – vom konfuzianischen feudalen China zum modernen sozialistischen China, vom vorwissenschaftlichen mystischen Denken zum wissenschaftlichen nüchternen Denken. Dieser Sprung konnte Barrieren niederreißen und tat dies auch in bestimmten gesellschaftlichen Zusammenhängen. Es wurden die Grundsätze für ein neues Wirtschaftssystem und neue gesellschaftliche Verhältnisse, für neues Denken und eine neue Lebensweise geschaffen.
Die Barriere zwischen geistiger und körperlicher Arbeit konnte teilweise niedergerissen oder zumindest als überwindbar kenntlich gemacht werden. Arbeiter beschäftigten sich mit Philosophie, Bauern machten wissenschaftliche Experimente. Arbeiter und Bauern hielten an den Universitäten Vorlesungen für junge Studenten. Tausende von Artikeln aus der Feder von Arbeitern und Bauern erschienen in den Zeitungen. Derartiges hatte es vorher in China nicht gegeben.
Politische Diskussionen in den Betrieben, an den Universitäten und in den Dörfern standen nicht mehr in Verdacht, die Effektivität der Arbeit zu behindern. Vielmehr wurden sie zur Grundlage, die Einheit der Entwicklung von Produktionsverhältnissen und Produktivkräften immer wieder aufs Neue herzustellen und voranzutreiben. Der Erfahrungsaustausch zwischen Stadt und Land, zwischen Arbeitern, Bauern und revolutionärer Intelligenz änderte nicht nur die Sicht auf die Verhältnisse und ihre Entwicklung. Er half bei der Konkretisierung der Erwartungen für eine neue und bessere Zukunft und lüftete den Schleier der Ungewissheit durch klärende Verbindung von Theorie und Praxis.
Der Übergang der Genossenschaften in die Volkskommunen als neue gesellschaftliche Grundeinheit Chinas war 1958 nicht nur eines der drei ,Roten Banner‘[19] des ,Großen Sprung nach vorn‘, er bewies, wie gerechtfertigt das Vertrauen in den revolutionären Enthusiasmus der Massen seitens Mao und seiner Genossen war – vorausgesetzt er wurde durch die eigene Initiative und die Beständigkeit der Revolutionäre gestützt und befördert.
Die Gründung der Volkskommunen vollzog sich mit einem beachtlichen Tempo, das gegen den erklärten Widerstand der betroffenen Bauern nicht möglich gewesen wäre. Insgesamt organisierte sich fast eine halbe Milliarde Menschen zwischen August und Dezember 1958 in rund 26.000 Kommunen.[20] In dieser Zeit entstanden auch die großen Bewässerungs- und Regulierungsprojekte, die den Volkskommunen die ökonomische Basis lieferten.
Die Entscheidungsbefugnisse in den Betrieben wurden der technokratischen Managerelite zum Großteil entrissen. In der Industrie war es eine Zeit eigenständiger technischer Höchstleistungen und es gab bemerkenswerte Höhepunkte von hoher organisatorischer und wirtschaftlicher Effektivität im gesamten Produktionsprozess. Die vorantreibende Entwicklung in der zentralisierten Industrie sprang auf die ländlichen Gebiete über – überall entstanden neue dezentrale Fabriken, die den Gegensatz zwischen Stadt und Land tendenziell aufhoben oder für die Zukunft als überwindbar kenntlich machten.
Die Weisung „Auf zwei Beinen gehen“ – vorhandene traditionelle Methoden und Techniken mit modernen Methoden und technischen Neuerungen zu verbinden – regte die Arbeiter dazu an, Leistungen mit vorhandenen Mitteln zu erbringen. Das trieb die technische Revolution voran, Lücken und Mängel wurden mit Einfallsreichtum überbrückt um sie später schließen zu können.
Im Bildungssektor entstanden landwirtschaftliche Universitäten, die in Teilzeitarbeit und Teilzeitstudium aufgegliedert waren und sich mit den Genossenschaften und Volkskommunen verbanden – damit Theorie und Praxis vereint wurden (die sog. „Halb-Arbeit-halb-Studium-Schulen“). Es gab erste Ansätze, die Intelligenz mit körperlicher Arbeit und so mit den Lebensbedingungen der Arbeiter und Bauern vertraut zu machen.
All dies war möglich, weil aufgrund der vergangenen neun erfolgreichen Jahre (mit sehr guten Ernten, ausreichender Versorgung mit Nahrung und Konsumgütern, dem ersten erfolgreichen Fünfjahresplan, usw.) das Vertrauen in die eigene Kraft ebenso wie in die eigene Führung durch die KPCh gewachsen war. Es wäre ein Wunder gewesen, wenn bei einem derartigen Strom von neuen Aktivitäten und Versuchen keine Übertreibungen vorgekommen wären – die allgemeine positive Stimmung war „wir können alles!“. So sollte bereits in etwa 10 – 20 Jahren der Kommunismus auch im industriell unterentwickelten ländlichen Bereich erreicht werden können. Produktionsziffern wurden gerade in der Landwirtschaft ohne präzise Erfassung im Schwung allgemeiner Begeisterung nach oben „korrigiert“.
Die Folge war, dass ansonsten zuverlässige Kader erkennbare Widersprüche zunächst ignorierten, denn wer wollte angesichts des Massenheroismus von Genossen vom Schlage Lius (damals bemerkenswerterweise ein begeisterter und kritikloser Verehrer des Großen Sprungs) als „Rechter“ kritisiert oder gar „entlarvt“ werden.
Mit Vorliebe wird die große Stahlkampagne Ende Oktober 1958 als Beispiel für die utopische Zielsetzung der Kampagne herbeizitiert. 600.000 mit Koks oder Kohle betriebene Schmelzöfen wurden in leer stehenden Tempeln, auf Sportplätzen und sogar in städtischen Hinterhöfen errichtet. Die Stahl- und Roheisenproduktion – insgesamt über 7 Mio. Tonnen Roheisen und 3 Mio. Tonnen Stahl – war zum großen Teil nicht sehr hochwertig. Aber es ging darum, „auf zwei Beinen gehend“ das Verständnis für die Wichtigkeit der Stahlproduktion zu fördern. 1961 wurden immerhin 5.000 dieser einfachen Anlagen zu modernen Hochöfen und Bessemerbirnen für die hochwertige Stahlproduktion umgebaut. Und wenn es zu solch fragwürdigen Aktionen wie Stahlproduktion durch Einschmelzen von vorhandenen Produkten (Heizkörper und Blechgeschirr) kam, spielte die kopflose und formale Umsetzung von Anweisungen im Namen der „Parteigesinnung“ eine größere Rolle als die angeblich utopische Sinnlosigkeit der Generallinie des großen Sprungs. In dieser Zeit wurden hunderttausend Techniker und Stahlarbeiter durch Kompaktkurse oder einfach durch die Praxis herangebildet – eine bedeutende Zahl für das industriell zurückgebliebene China.
1958 führte die Regierung neben anderen Vorhaben eine weitere Industrialisierungsphase mit dem Bau von 500 weiteren Industrieprojekten durch. Somit datiert der Große Sprung als Entstehungszeit sehr vieler Fabriken. Man schätzt die jährliche Zuwachsrate 1958 auf 31 Prozent, 1959 auf 26 Prozent und 1960 auf 4 Prozent.[21]
Vielfältige Gründe zwangen zum Abbruch der Phase des Großen Sprungs: Naturkatastrophen führten zu schlechten Ernten und Engpässen bei der Versorgung der Stadtbevölkerung mit Nahrungsmitteln sowie der Bauern mit Saatgut. Schließlich wurde der Abzug der sowjetischen Berater entscheidend für das Einbrechen der Industrieproduktion.
1960 und 1961 wurden bittere Jahre für die VR China, die zudem die Kredite der UdSSR bediente – und bis 1964 vollständig zurückgezahlt hatte. Vom Imperialismus geächtet und bekämpft, von der UdSSR und den sozialistischen Bruderländern weitgehend im Stich gelassen, bezahlte die KP China mit Hungersnöten ihre Kühnheit im Kampf gegen Rückständigkeit, Imperialismus und modernen Revisionismus. Die reaktionären und bürgerlichen Kräfte im Land bekamen Auftrieb.
KAZ-Fraktion „Ausrichtung
Kommunismus“, Karlchen
1 Lenin, Ausgewählte Werke in zwei Bänden, Bd. II, S. 434, 672 und 691
2 Han Suyin, Der Flug des Drachen, Verlag Ullstein Frankfurt/Berlin 1993, S. 39
3 Mao Tsetung, Über die Neue Demokratie, Verlag für fremdsprachliche Literatur, Beijing 1968, S. 35
4 Joachim Schickel, Dialektik in China, Mao Tsetung und die Große Kulturrevolution, Kursbuch 9 – Juni 1967, Suhrkamp Verlag Frankfurt a. M.
5 Mao Tsetung, Das machen wir anders als Moskau!, Rororo aktuell Hamburg August 1975, S. 39
6 zit. nach: Han Suyin, Der Flug des Drachen, Verlag Ullstein Frankfurt/Berlin 1993, S. 42
7 14. Juni 1950 zit. nach: a.a.O., S. 42
8 Mao Tsetung, 6. Juni 1950 zit. nach: a.a.O., S. 43
9 Han Suyin, Der Flug des Drachen, Verlag Ullstein Frankfurt/Berlin 1993, S. 45
10 zit nach.: a.a.O, S. 44
11 Resolution verabschiedet vom ZK der KPCh am 16. Dezember 1953, zit. nach: Han Suyin, Der Flug des Drachen, Verlag Ullstein Frankfurt/Berlin 1993, S. 46
12 zit. nach: a.a.O, S. 50 - Mao Tsetung, Zur Frage des genossenschaftlichen Zusammenschlusses in der Landwirtschaft (1968),
13 zit. nach: a.a.O., S. 52
14 Wie wenig es zudem in diesem Bereich zu sozialisieren gab, belegen die folgenden Zahlen. 1949 gab es 123.165 von nationalen Kapitalisten betriebene Unternehmen; sie beschäftigten 1.640.000 Arbeiter und Personal. Von diesen Unternehmen hatten 70 Prozent eine Belegschaft von weniger als 10 Arbeitern, nur knappe 10 Prozent beschäftigten über 500 Arbeiter. 97 Prozent davon waren handwerkliche Betriebe ohne nennenswerten Maschinenpark.
Vier Millionen besaßen nur einen Betrieb (auch sie wurden zu den „Kapitalisten“ gerechnet). Lediglich 3,3 Prozent davon waren Gesellschaften mit Aktienkapital. 96,7 Prozent waren Einzelpersonen, Kleinhändler, die nur ihr eigenes Kapital investierten. 96 Prozent der nationalen Kapitalisten hätten Investitionen unter 10.000 Yuan (5.000 Dollar nach dem eingefrorenen Kurs von zwei zu eins vor 1949). Nur 98 nationale Kapitalisten in ganz China hatten Investitionen über 1 Millionen Yuan und von diesen 98 hatten nur 7 Investitionen über 10 Millionen Yuan (5 Millionen Dollar).
In Schanghai gehörten nur 18 Fabriken mit einer Belegschaft von mehr als 100 Arbeitern nationalen Kapitalisten. Nur 7 davon hatten einen kompletten Maschinenpark, die anderen 11 waren Montage- und Reparaturbetriebe. Von den 443 Strickwarenfabriken in China hatten nur 9 einen kompletten Maschinenpark und diese Fabriken gehörten Kompradoren, die überdies den gesamten Import von Maschinen aus dem Ausland kontrollierten (vor der Befreiung produzierte China keine eigenen Maschinen), ebenso die Rohstoffe aus den ländlichen Gebieten. (Zahlen zit. nach: Han Suyin, Der Flug des Drachen, Verlag Ullstein Frankfurt/Berlin 1993, S. 60 f.)
15 zit. nach: Han Suyin, Der Flug des Drachen, Verlag Ullstein Frankfurt/Berlin 1993, S. 64
16 zit. nach: a.a.O., S. 66
17 zit. nach: Han Suyin, Der Flug des Drachen, Verlag Ullstein Frankfurt/Berlin 1993, S. 73
18 zit. nach: Han Suyin, Der Flug des Drachen, Verlag Ullstein Frankfurt/Berlin 1993, S. 77
19 1. Die „Generallinie des sozialistischen Aufbaus“ sollte die gleichzeitige Entwicklung von Industrie und Landwirtschaft bei gleichzeitiger Nutzung moderner und herkömmlicher Produktionsmethoden vorantreiben. 2. Der „Große Sprung nach vorn“ 3. Banner: Die Errichtung von Volkskommunen
20 (Hartmut Steffens - Politik und Ökonomie in der Landwirtschaft Chinas, in „China – Ein sozialistisches Entwicklungsland?“, Studienverlag Dr. N. Brockmeyer Bochum 1979, S. 108)
21 vgl. die Ausführungen des französischen Ökonoms Jan Deleyne: Deleyne, Jan: Die chinesische Wirtschaftsrevolution, Hamburg (rororo aktuell), 1972, S. 18 f.
1949 Mao Tsetung, Vorsitzender der Kommunistischen Partei, ruft am 1. Oktober auf dem Tian’men-Platz die Volksrepublik aus: „China ist aufgestanden!“
1950 Erste grundlegende Maßnahmen der revolutionären Regierung: Aufteilung des Bodens, Erlass aller Pachtschulden, Enteignung aller ausländischen Monopole, Verstaatlichung des Bankwesens, des Handels, der Bodenschätze.
1951 Die erste große erzieherische Massenkampagne, die die Grundlage für eine moderne sozialistische Landwirtschaft schaffen soll, die Bodenreform („Das Land den Pflügern“) wird in Gang gesetzt. Gleichzeitig wird auf kulturellem Gebiet, z.B. mit der Alphabetisierungskampagne oder mit der landesweiten Kritik an dem Film „Das Leben des Wu Hsun“ versucht, die immer noch vorhandenen Folgen und ideologischen Einflüsse des Feudalismus zu beseitigen.[1]
1952 Weitere wichtige Massenbewegungen zur Erziehung und Umerziehung, zur Schaffung des neuen Menschen, den die Volksrepublik brauchte, sind hauptsächlich auf die Städte ausgerichtet: die San-Fan („Anti-3-Übel-Kampagne“ und die Wu-Fan („Anti-5-Übel-Kampagne“).
1953 Der erste Fünfjahresplan wird verabschiedet (und vorzeitig 1957 mit dem Gleichziehen der Industrieproduktion mit der Landwirtschaft erfüllt). Ende der Periode der „Neuen Demokratie“ und Beginn des „Übergangs zum Sozialismus“.
1954 Der Kampf des Neuen gegen das Alte in der gesamten Gesellschaft spiegelt sich auch in den Richtungskämpfen innerhalb der KPCh wider und führt dazu, dass zahlreiche Kader für schuldig befunden werden, Fraktionen gebildet, konspirativ gearbeitet und versucht zu haben innerhalb der führenden Partei die Macht zu ergreifen. Ein Beispiel ist der Kampf gegen Gao Gang und Jao Shu-Shih, zwei sog. „lokale Machthaber“, von denen sich z.B. Gang, ein ehemaliger, verdienter General der Volksbefreiungsarmee wie ein Warlord aufführte.[2] Die Politbürokonferenz der KPCh beschließt die beschleunigte Kollektivierung der Landwirtschaft.
1955 Mao Tsetung holt zum Schlag gegen die aus, „die den Fortschritt der ökonomischen Basis obstruieren.“ Zusammen mit Chen Boda (Chefredakteur des theoretischen Parteiorgans „Die Rote Fahne“ und während der Kulturrevolution Mitglied des Politbüros der KPCh) polemisiert er gegen die Auffassung, man solle die sozialistische Entwicklung zunächst nur in der Industrie vorantreiben und diese durch Zulassung von kapitalistischer Kleinproduktion in der Landwirtschaft finanzieren: „Wenn die Stellungen auf dem Lande nicht gehalten werden, wird der Kapitalismus sie mit Sicherheit besetzen.“ Im Dezember, auf dem Höhepunkt der Genossenschaftsbewegung, sind 70 Millionen Bauernhöfe kollektiviert.
1956 Soziale Ummodelung der Kapitalisten durch Gründung gemeinschaftlicher, halbsozialistischer Staats- und Privatunternehmen, an denen der Staat mit je 50 Prozent beteiligt ist und in denen fachlich qualifizierte Kapitalisten arbeiten und normales Gehalt beziehen können. Der achte Parteitag nimmt ein neues Parteistatut und den zweiten Fünfjahresplan an. Liu Schaoqi, stellvertretender Parteivorsitzender, Vertreter des rechten Flügels, der lange als Maos vertrautester Waffenkamerad betrachtet wurde, hält die Hauptrede. Diese Tatsache und, dass sein Rechenschaftsbericht von den Delegierten gebilligt wird, zeigt das damalige Übergewicht des rechten Flügels in der KPCh. Die vom Plenum des achten ZK verabschiedete Entschließung spricht demzufolge auch vom „... endgültigen Sieg ... bei der sozialen Umgestaltung“ und davon, dass „... der Widerspruch zwischen Proletariat und der Bourgeoisie in unserem Land im Wesentlichen gelöst“ sei.[3]
1957 Obwohl die Wirtschaft Chinas jetzt in ihren Grundlagen sozialistisch ist, gibt es noch starke gesellschaftliche Kräfte, die dem sozialistischen Aufbau feindlich gesinnt sind und ihn zu untergraben versuchen. Am 27. Februar, auf der Erweiterten Sitzung der Obersten-Staatskonferenz, hält Mao Tsetung die richtungsweisende Rede „Über die richtige Behandlung der Widersprüche im Volk“. Darin betont er, dass Widersprüche (Meinungsverschiedenheiten, Konflikte) im Volk gänzlich anders als Widersprüche zwischen dem Volk und seinen Feinden (verbliebene aktive Guaomindang-Reaktionäre, feindlich gesinnte Angehörige der ehemaligen Grundbesitzer- und Kapitalistenklasse, die sich nicht mit dem Verlust ihres Besitzes und ihrer Privilegien abfinden konnten, die imperialistischen Mächte, die solche Konterrevolutionäre unterstützen...) gelöst werden müssen: die ersteren mit demokratischen Methoden (Diskussion, Kritik, Überzeugung und Erziehung) die letzteren, wenn nötig, mit diktatorischen Methoden, wie Zwangs- und Unterdrückungsmaßnahmen. Die Auseinandersetzungen zwischen der KPCh und der KPdSU werden in der Folge der „Moskauer Erklärung“ (die den gemeinsamen Standpunkt aller kommunistischen Parteien verkündet hatte), zu einem sich ständig verschärfenden Konflikt, bei dem es um die Inhalte von Marxismus und Revisionismus, die Entwicklung von Revolution und Sozialismus, das Wesen der Kriege und die Haltung zu den nationalen Befreiungsbewegungen der unterdrückten Völker geht. Die Polemik der KPCh gegen den sowjetischen Revisionismus gipfelt in der Feststellung, es handele sich hier um eine Art Imperialismus, der sich als Sozialismus tarne. Eine weitere landesweite Kampagne in, gerichtet gegen bürokratischen Arbeitsstil, Subjektivismus, Sektierertum (Abweichung von und Nichtbeachtung der Massenlinie) von Kadern, Partei- und Regierungsmitgliedern, sowie Intellektuellen, die rechtsopportunistische oder bürgerlich-reaktionäre Standpunkte vertreten, trägt den Namen: „Lasst hundert Blumen blühen, lasst hundert Schulen miteinander wetteifern“.
1958 Gründung der ersten Volkskommune im April. Der „Große Sprung nach vorn“ beginnt. Lin Biao wird Vorsitzender des ZK. Auf dem sechsten Plenum des VIII. Parteitages in Wuhan wird Mao Tsetungs Entschluss, als Staatspräsident zurückzutreten angenommen. Liu Shaoqi wird sein Nachfolger.
1959 Wie in allen anderen Bereichen herrscht auch in der Volksbefreiungsarmee (VBA) der Kampf zwischen zwei Linien. Seit dem Eingreifen der Freiwilligentruppen in den Koreakrieg (Oktober 1955) wird in der VBA die Auseinandersetzung darum geführt, ob die Volksrepublik konventionelle, professionelle und hochtechnisierte Streitkräfte nach sowjetischem Vorbild, gestützt auf eine starke industrielle Basis benötigt oder eine Volksarmee, in der die Partei („Primat der Politik“) das Kommando über die Gewehre haben soll und die mit der Miliz eng verbunden ist. Im Kampf um die Massenlinie in der Militärfrage, der der Verteidigungsminister Peng Dehuai (ein geachteter General aus der Zeit des Langen Marsches) auch in Fragen von Atomwaffen die Abschreckungsdoktrin Chruschtschows übernommen hatte, erreichen Mao Tsetung und Chu Te (Oberbefehlshaber während des Langen Marsches) und andere Veteranen des Volkskrieges, dass die VBA wieder eine Arbeits- und Produktionstruppe wird, die, bei Kürzungen des Militärbudgets, Millionen Arbeitstage für den Aufbau des Sozialismus erbringt. Sommer 1959: VIII. Plenum des ZK der KPCh in Lushan. Peng Dehuai, als Wortführer der Gegner Mao Tsetungs und auf der Linie Chruschtschows (der Große Sprung und die Volkskommunen seien „kleinbürgerliches Abenteurertum“ gewesen)[4] attackiert er auf der Grundlage einer schon im Juli veröffentlichten „Denkschrift“ die gesamte Politik Mao Tsetungs, die vom ZK gebilligt worden war und damit Parteilinie darstellte. „Peng Dehuais Angriff war keine redliche Kritik am Großen Sprung; es war ein Angriff gegen die Grundprinzipien des sozialistischen Aufbaus, gegen sämtliche Konzepte Maos und implizit auch gegen Maos Haltung beim Problem der militärischen Forderungen Moskaus, denen Mao Widerstand leisten wollte, selbst wenn China dadurch der sowjetischen Hilfe verlustig ging.“[5] Mao Tsetung stellt auf der Konferenz überzeugend dar, dass in äußerst bedrohlicher Weise rechte Gedanken, rechte Ideologie, rechte Aktivitäten die Partei ergriffen haben und weist auf die Gefahr eines Aufstandes von Grundbesitzern, reichen Bauern und Konterrevolutionären hin. Er räumt ein, dass beim Großen Sprung Fehler gemacht worden sind, auch solche für die er mitverantwortlich sei, aber insgesamt war diese gesamtgesellschaftliche Anstrengung aller Kräfte gut, die Massen hätten selbst die Initiative übernommen und die Kader würden aus den Fehlern lernen. Das Plenum erkennt sowohl den Ernst der Lage als auch die Tatsache, dass Liu Shaoqi der eigentliche Verantwortliche für die Ausführung der Weisungen des ZK war. Es stellt sich hinter den Parteivorsitzenden und dessen Überzeugung, dass „Der Kampf, der in Lushan entbrannt ist, ein Klassenkampf ist .... die Fortsetzung des Kampfes auf Leben oder Tod zwischen Bourgeoisie und Proletariat im Verlauf der sozialistischen Revolution während des letzten Jahrzehnts.“[6] Peng Dehuai und seine Anhänger werden kritisiert und amtsenthoben. Lin Biao wird Verteidigungsminister.
1960 Abzug sowjetischer Techniker und Berater, unter Mitnahme von Plänen und Ersatzteilen; über 300 industrielle Entwicklungsprojekt-Verträge mit der Volksrepublik werden dadurch gebrochen. Aufgrund massiver Naturkatastrophen (Dürre und Überschwemmungen) bahnt sich eine Ernährungskrise an.
1961 In dieser schweren wirtschaftlichen Situation werden unter Führung von Liu Shaoqi grundsätzliche Änderungen der wirtschaftlichen Entwicklungsstrategie eingeleitet, die Liberalisierung, d.h. Schritte zurück in Richtung Kapitalismus bedeuten. Zu nennen ist hier z.B. die Bestimmung „Drei Freiheiten und eine Festlegung“[7] für die Volkskommunen, die auf Deng Xiao-Peng zurückgeht
1962 Eine Periode des Wiederaufschwungs beginnt; die Volkskommunen haben sich konsolidiert, die Agrarproduktion steigt stetig an, die Mängel fehlender sowjetischer Unterstützung in der Industrie sind behoben. Das Wirtschaftswachstum hat eine jährliche Zuwachsrate von 7 Prozent.
Beim zehnten Plenum des VIII. Parteitages greift Mao Tsetung wieder zur „Waffe des Klassenkampfes“. „Vor diesem Plenum konnten wir die Stimme des Vorsitzenden nicht mehr hören ... sie wurde uns vorenthalten.“[8]
Zur Steigerung der wirtschaftlichen und politischen Stoßkraft beschließt das Plenum eine „Sozialistische Erziehungskampagne in Stadt und Land“, eine schon häufiger in der chinesischen Revolution eingesetzte Methode, um verfestigte, rückwärtsgewandte Strukturen aufzubrechen. Sie ist konkret eine Antwort auf die„3 Freiheiten und eine Festlegung“ und von Anfang an mit einer weiteren Kampagne verquickt, den „Vier Säuberungen“[9]. Während im gleichen Jahr Liu Shaoqis moralisierende, den Klassenkampf bagatellisierende Schrift von 1939 „Über die Selbstschulung der Kommunisten“ massenhaft auch in der Armee verbreitet wird, lässt Verteidigungsminister Lin Biao täglich Zitate[10] aus Reden und Weisungen Mao Tsetungs in der Zeitung der VBA veröffentlichen, um auch unter den Soldaten die sozialistische Erziehung voranzutreiben.
1963 Der Kampf geht weiter. Im Mai wird auf Mao Tsetungs Initiative hin der „Beschluss des ZK der KPCh über einige Fragen der gegenwärtigen Arbeit im Dorf“ (späterer „Zehn-Punkte-Beschluss“) vom ZK bewilligt, doch er wird nur begrenzt veröffentlicht, bzw. als parteiinterner behandelt.
1964 Auf einer Zentralen Arbeitskonferenz wird Liu Shaoqis Durchführung der Erziehungskampagne kritisiert.
1965 Im Januar legt Mao Tsetung dem Politbüro den Entwurf zu einem Programm für die Kulturrevolution und den Entwurf zu einem Programm für den Fortschritt der chinesischen Wirtschaft vor.[11] Der erstere wird später als der „23-Punkte-Beschluss“ bekannt. Die 23 Artikel wiederholen alle Thesen Mao Tsetungs, die sich immer wieder um die Frage drehen, welche Maßnahmen notwendig sind, um der Restauration des Kapitalismus in der Volksrepublik China keine Chance zu geben: „Es ist unbedingt erforderlich, den Klassenkampf, den Kampf zwischen dem sozialistischen Weg und dem kapitalistischen Weg als den Schlüssel zur Auflösung des Widerspruchs zwischen Sozialismus und Kapitalismus zu erfassen...“ [12] Die scharfe öffentliche Auseinandersetzung um ein von Hu Wan (stellvertretender Bürgermeister von Peking) geschriebenes Bühnenstück, das bürgerliche Ideen verherrlicht, wird zum Auftakt für die Kulturrevolution. Ins Zentrum der Kritik rückt dabei das Pekinger Parteikomitee der KPCh, das unter der Leitung von Peng Chen[13] steht. Wortführer der Kritik sind Yao Wenyuan und Zhang Chunqiao aus Shanghai mit Unterstützung von Mao Tsetung und Jiang Qing, seiner Frau.
1 Wegen historischer Falschdarstellung schrieb Mao Tstetung in der „Volkszeitung“ dazu: „Menschen wie Wu Hsun ...rührten nicht im geringsten an der ökonomischen Basis des Feudalismus und ihrem Überbau. Im Gegenteil, sie popagierten fanatisch die feudale Kultur und schmeichelten fleißig den herrschenden reaktionären Feudalherren...“ Außerdem attackierte er das Lob für den Film, das selbst aus den Reihen der Partei kam mit Fragen wie: „Ist es nicht Tatsache, dass in die kämpfende KP reaktionäre Ansichten der Bourgeoisie eingedrungen sind?“
2 Chen, Jack: Chinas Rote Garden, 1975, S. 64 f.
3 Suyin, Han, Der Flug des Drachen, 1977, S. 128
4 Suyin, Han:a.a.O., S. 209
5 Suyin, Han: a.a.O., S. 210 f
6 Suyin, Han: a.a.O., S. 215
7 1. erhöhte Zuteilung von Ländereien für private Nutzung, 2. Errichtung von mehr freien Märkten und 3. Errichtung von kleinen Betrieben mit eigener Verantwortung für Gewinn und Verlust, sowie 4. die Festlegung der Ertragsquote für jede einzelne Bauernfamilie (im Gegensatz zur kollektiven Ertragsquote einer Brigade)
8 Suyin, Han: a.a.O., S. 279 (Interviews d. Verfasserin mit Arbeitern und Bauern in vielen Volkskommunen und Fabriken während der Kulturrevolution)
9 Suyin, Han: a.a.O., S. 281, Die Vier Säuberungsaktionen in den ländlichen Gebietet sollten ein sozialistischer, revolutionärer Klassenkampf sein … eine grundlegende Aufbauarbeit in Politik, Wirtschaft, Ideologie und Organisation.”, Zhou Enlai, Bericht über die Tätigkeit der Regierung, Erste Tagung des Nationalen Volkskongresses (Dezember 1964)
10 Später von der Allgemeinen Politischen Abteilung der VBA zusammengestellt und veröffentlicht; weltweit bekannt als das „Kleine Rote Buch“ mit dem Titel: „Worte des Vorsitzenden Mao Tsetung“.
11 Dies erwähnte Ministerpräsident Zhou Enlai in seinem Bericht vor dem Vierten Nationalen Volkskongress im Januar 1975.
12 Mao Intern, Unveröffentlichte Schriften, Reden und Gespräche Mao Tsetungs 1949-71, Ffm 1974., S.157
13 verdientes Mitglied der Partei seit 1926, Stellvertreter von Generalsekretär Deng Xioaping und Mitglied des Politbüros, Bürgermeister von Peking und Verantwortlicher der „Führungsgruppe des ZK der KPCh für die Kulturrevolution“